#33 – “Das große KI-Musik-Update: Imaginäre Artists, EU AI Act, Suno vs. GEMA”
Shownotes
Im Mai 2025 erschien auf den Kanälen von Reeperbahn Festival Deep Dive unsere damals achte Folge: »AI killed the music star? Wie KI die Musikwelt revolutioniert«. Wenn man besagte Folge fünfundzwanzig Episoden und sechzehn Monate später hört, klingt die sie wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. EU AI Act, GEMA gegen Suno, 90 000 neue, vollständig KI-generierte Songs pro Tag, Bot-Farmen, AI Watchdog, Nimi featuring Manuellsen, »Er hat sich das nicht ausgesucht« - es wird wirklich höchste Zeit für ein großes KI-Musik-Update.
Durch die Folge führen euch wie immer Lina Burghausen und Alex Barbian. Zu Wort kommt außerdem Albrecht Schrader. Die Episode wurde im August 2026 aufgezeichnet.
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Reeperbahn Festival Deep Dive - präsentiert von MusikWoche - ist ein Podcast der RBX GmbH
Redaktion & Recherche: Lina Burghausen & Alex Barbian
Produktdesign & Produktion: Christina Schäfers, Luisa Blotzki, Lou Böhm & Michael Götting
Studio: German Wahnsinn
besonderer Dank gilt dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Die in diesem Podcast geäußerten Meinungen und Ansichten der Hosts sowie der Gäste spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der RBX GmbH wider. Der Podcast dient als Plattform für die Diskussion von Themen und den Austausch von Expert*innenmeinungen. Alle Inhalte sollen zur Inspiration und zur Anregung von Diskussionen dienen und stellen keine offiziellen Positionen oder Empfehlungen der RBX GmbH dar.
In der Folge erwähnte Quellen, Websites & weiterführende Literatur (in alphabetischer Reihenfolge):
3 Millionen Dollar Deal: KI-Artist Xania Monet unterzeichnet Plattenvertrag« (Backstage PRO) [https://www.backstagepro.de/thema/3-millionen-dollar-deal-ki-artist-xania-monet-unterzeichnet-plattenvertrag-2025-09-23-nZp0r2THZ1]
AI Music and Copyright Law« (SSRN) [https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6084172]
AI music startup Suno raises funding at $5.4 billion valuation« (Reuters) [https://www.reuters.com/legal/transactional/ai-music-startup-suno-raises-funding-54-billion-valuation-2026-06-03/]
AI Watchdog« (The Atlantic) [https://www.theatlantic.com/category/ai-watchdog/]
Aidas Popkolumne: Rap liebt KI« (Musikexpress) [https://www.musikexpress.de/aidas-popkolumne-rap-liebt-ki-3218375/]
'America’s Got Talent' Fans Fooled By AI-Generated Contestant's Sob Story« (Forbes) [https://www.forbes.com/sites/lesliekatz/2026/03/02/americas-got-talent-fans-fooled-by-ai-generated-contestants-sob-story/]
BVMI legt Regeln für KI-Musik in den deutschen Charts fest« (Backstage PRO) [https://www.backstagepro.de/thema/bvmi-legt-regeln-fuer-ki-musik-in-den-deutschen-charts-fest-2026-07-30-zJMlgVdPxy]
Covert Racism in AI: How Language Models Are Reinforcing Outdated Stereotypes« (Stanford HAI) [https://hai.stanford.edu/news/covert-racism-ai-how-language-models-are-reinforcing-outdated-stereotypes]
Deezer: Mehrheit hochgeladener Musik ist jetzt KI-generiert« (heise online) [https://www.heise.de/news/Deezer-Mehrheit-hochgeladener-Musik-ist-jetzt-KI-generiert-11371907.html]
Der Fall Sienna Rose: KI-Künstlerin oder nicht?« (Backstage PRO) [https://www.backstagepro.de/thema/der-fall-sienna-rose-ki-kuenstlerin-oder-nicht-2026-01-23-LNzFnksm34]
Dieser Typ hat mit KI-Musik einen Plattenvertrag bekommen – und du könntest es auch schaffen« (t3n) [https://global.t3.com/de-de/tech/ai/dieser-typ-hat-mit-ki-musik-einen-plattenvertrag-bekommen-und-du-koenntest-es-auch-schaffen]
Erfolg für GEMA gegen Suno: KI-Musik verletzt Urheberrechte« (FAZ) [https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/erfolg-fuer-gema-gegen-suno-ki-musik-verletzt-urheberrechte-accg-201076396.html]
EU AI Act: Was das neue Gesetz für Künstliche Intelligenz bedeutet« (ZDFheute) [https://www.zdfheute.de/ratgeber/ki-kuenstliche-intelligenz-ai-act-eu-100.html]
Hack Reveals Suno AI Music Generator Scraped YouTube, Deezer, and Genius« (404 Media) [https://www.404media.co/hack-reveals-suno-ai-music-generator-scraped-youtube-deezer-and-genius/]
I Am AI: Dieses Kölner Label vermarktet ausschließlich KI-Musiker« (Handelsblatt) [https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/ki-i-am-ai-dieses-koelner-label-vermarktet-ausschliesslich-ki-musiker/100229396.html]
James Blake Trashes the Music Industry and Gives Invaluable Advice to Struggling Artists in One Breath: ‘You’re Probably Doing Better Than You Think’« (Vice) [https://www.vice.com/en/article/james-blake-trashes-the-music-industry-and-gives-invaluable-advice-to-struggling-artists-in-one-breath-youre-probably-doing-better-than-you-think/]
KI in der Musikbranche: Wie viel Mensch steckt noch in unserer Musik?« (SRF) [https://www.srf.ch/kultur/musik/ki-in-der-musikbranche-wie-viel-mensch-steckt-noch-in-unserer-musik]
KI-generierte Musik besser erkennen« (taz) [https://taz.de/KI-generierte-Musik-besser-erkennen/!6188266/]
KI-Musik auf Spotify: Wie man sie entlarvt« (SWR) [https://www.swr.de/kultur/musik/ki-musik-auf-spotify-wie-man-sie-entlarvt-100.html]
KI-Musik: Erkennst du den Unterschied wirklich?« (Change Magazin) [https://www.change-magazin.de/de/ki-musik-erkennst-du-den-unterschied-wirklich]
KI-Songs bei Streaminganbietern: Für viele nicht zu erkennen« (Deutschlandfunk Kultur) [https://www.deutschlandfunkkultur.de/ki-musik-songs-betrug-musikbranche-100.html]
KI-Songs und Verschwörungstheorien: Bizarrer Internet-Hype um gestrandeten Buckelwal Timmy« (RND) [https://www.rnd.de/digital/ki-songs-und-verschwoerungstheorien-bizarrer-internet-hype-um-gestrandeten-buckelwal-timmy-LXMYZ2HBURAL5NTPUATLDWKZK4.html]
Künstliche Intelligenz: Hören wir bald nur noch KI-Musik?« (Science Notes) [https://sciencenotes.de/kuenstliche-intelligenz-musik/]
Major record companies sue AI music generators Suno and Udio for mass infringement of copyright« (Music Business Worldwide) [https://www.musicbusinessworldwide.com/major-record-companies-sue-ai-music-generators-suno-udio-for-mass-infringement-of-copyright/]
Mann bekennt sich schuldig: KI-Streaming-Betrug in Höhe von 8 Millionen Dollar« (Rolling Stone) [https://www.rollingstone.de/mann-bekennt-sich-schuldig-ki-streaming-betrug-8-millionen-3120637/]
Mit Manuellsen & Gringo: Gleich zwei KI-Rapper sichern sich namhafte Deutschrap-Features« (Hiphop.de) [https://hiphop.de/magazin/news/mit-manuellsen-gringo-gleich-zwei-ki-rapper-sichern-sich-heute-namhafte-deutschrap]
Morgan Stanley: Mehrheit der Gen Z hört KI-Musik« (MusikWoche) [https://musikwoche.de/recorded-publishing/morgan-stanley-mehrheit-der-gen-z-hoert-ki-musik-aecf0f98abd4f080aed1017d24df01ce/]
Nazimusikschwemme auf Streamingportalen« (taz) [https://taz.de/Nazimusikschwemme-auf-Streamingportalen/!6117611/]
Rechte KI-Songs fluten Streaming-Plattformen« (tagesschau) [https://www.tagesschau.de/kultur/rechte-ki-songs-youtube-spotify-100.html]
Spotify & Universal schließen Deal zu KI-Musik und Fan-Katalogen« (Rolling Stone) [https://www.rollingstone.de/spotify-universal-deal-ki-musik-fans-katalog-3146041/]
Spotify gewinnt Merlin-Indies für KI-Remixe« (MusikWoche) [https://musikwoche.de/recorded-publishing/spotify-gewinnt-merlin-indies-fuer-ki-remixe/]
Streit um KI-generierte Musik« (fluter) [https://www.fluter.de/ki-generierte-musik-streit]
Studie zur KI-Musik: Beliebt im Blindtest, ungeliebt als Label« (Deutschlandfunk Kultur) [https://www.deutschlandfunkkultur.de/studie-zur-ki-musik-beliebt-im-blindtest-ungeliebt-als-label-100.html]
Suno-Prozess: Der Rechtsstreit, der die Musikwelt neu schreibt« (Musikexpress) [https://www.musikexpress.de/suno-prozess-der-rechtsstreit-der-die-musikwelt-neu-schreibt-3201277/]
US-Musikergewerkschaft AFM verklagt UMG und Warner wegen KI-Lizenzierungen« (Backstage PRO) [https://www.backstagepro.de/thema/us-musikergewerkschaft-afm-verklagt-umg-und-warner-wegen-ki-lizenzierungen-2026-06-22-r1gTwdDg1f]
Warner Music schließt KI-Deals zur Verwendung von Musik« (VISIONS) [https://www.visions.de/news/warner-music-schliesst-ki-deals-zur-verwendung-von-musik/]
Wie Künstliche Intelligenz die Musikbranche verändert« (tagesschau) [https://www.tagesschau.de/kultur/kuenstliche-intelligenz-musik-bands-100.html]
Wieso KI-Artists unsere Musikszene zerstören« (DIFFUS) [https://diffus.de/p/wieso-ki-artists-unsere-musikszene-zerstoeren/]
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00:00:02: Ich glaube trotzdem noch daran, dass dadurch das die uns brauchen und nicht andersrum.
00:00:07: Dass es irgendwie nicht alles übernehmen wird.
00:00:10: Und je schwächer diese Tools werden in sichtlich Benutzung von urheberrechtlich geschützten Material Der ist so besser.
00:00:31: Darin berichteten wir von Drake, der ... damals seinerzeit voraus gerade einen Stimmklon des verstorbenen Tupac Shakur in einem Song verbaut hatte und von gefühlt brandneuen Tools à la Suno AI.
00:00:46: Wir warfen die steile These in den Raum, dass diese Tools ganz eventuell mit urheberrechtlich geschützten Songs und ohne das Einverständnis von Songwriterinnen verlagen und Artists trainiert werden könnten!
00:00:58: Wenn man besagte Folge, ca.
00:01:01: und sechszehn Monate später hört, klingt die so ein bisschen wie einen Relikt aus längst vergangenen
00:01:06: Tagen.".
00:01:07: Selbst seriöseste Medienberichte, die sich der Schnittstelle Musikwelt KI-Welt widmen, verlieren oft schon nach wenigen Tagen ihre Aktualität – weil eben an jener Schnittsstelle so dermaßen viel passiert!
00:01:20: EUAI Act, Gema gegen ZUNO.
00:01:23: Neunzigtausend neue vollständig KI-generierte Songs pro Tag!
00:01:27: Botfarm AI Watchdog, Nimi featuring Manu Elsen – er hat sich das nicht ausgesucht.
00:01:33: Es wird wirklich höchste Zeit für ein großes KI Musik Update hier bei RepaBand Festival Deep Dive, euer Lieblingspodcast aus der Musikbranche für die Musikbranche.
00:01:44: Mein Name ist Alex Barbian, ich bin freier Musik- und Kulturjournalist.
00:01:48: Und mir gegenüber sitzt wie immer ein wandelndes Brottenlexikon – es is die Legende Lina Burkhausen!
00:01:55: Ja, auch in dieser drei und dreißigsten Episode von Reperbahn Festival Deep Dive sind nicht nur unsere beiden Stimmen zu hören.
00:02:03: Nachdem wir in unserer ersten KI-Folge mit Kerstin Becker, Agnes Chung, Jovanka van Wildsdorf, Reif Böger und Matthias Hornschuh gesprochen haben konzentrieren wir uns gesto seitlich diesmal auf die Artisperspektive Und DIE bringt Singer Songwriter & Pop Pianist Albrecht Schrader in die Folge ein.
00:02:20: Wir nehmen diese Episode, das könnte in dieser arg-schwungvollen Gemengelage eine wissenswerte Info sein
00:02:27: schon
00:02:27: am achtzehnten August.
00:02:30: Und damit noch vor dem diesjährigen Reperbahnfestival!
00:02:33: Unsere relevantesten Quellen haben wir euch wie immer in den Show Notes verlinkt.
00:02:38: Hallo an alle unsere Stammhörerinnen und herzlich willkommen an alle die
00:02:42: zum ersten Mal zu uns gefunden haben.
00:02:49: Im Sommer, vor zehn Jahren veröffentlichte Google im Rahmen des Projekts Magenta den ersten KI-Song der Menschheitsgeschichte.
00:02:59: Das war damals eine neunzig Sekündige Klaviermelodie.
00:03:03: Wenige Monate später veröffentlichte der französische Komponist Benoit Carré im Rahmen eines Forschungsprojekts an einer Pariser Universität den gänzlich von einer künstlichen Intelligenz erschaffenen Popsong Daddy's Car.
00:03:17: Was damals als futuristische Spielerei galt, hat in der Zwischenzeit die vielleicht tiefgreifendste Umwälzung in der Historie der Musikbranche verursacht und seit spätestens im Jahr zwanzig eine regelrechte Wildweststimmung losgetreten.
00:03:33: Also es ist keine vier Jahre her, dass OpenAI den Chatbot ChatGBT gelornscht hat.
00:03:38: Der für viele Normalsterbliche vermutlich den ersten Zugang zu generativer KI-Ebenhätte.
00:03:44: Etwa ein Jahr später im Dezember, in der die erste Version von ZUNO AI veröffentlicht wurde.
00:03:51: Jedem Onlineprogramm für künstliche Intelligenz mit dem man fertige Lieder aus einer einfachen Beschreibung erstellen kann und über das die Branche seither wirklich hitzig diskutiert!
00:04:02: Neben den Musikgeneratoren Ivar, Julio und der Google-Software Lyria ist Suno – das deutete sich ja schon in unserer Episode VIII an – zum Platzhörsch in Sachen generativer KI im Musikbereich avanciert.
00:04:14: Das Startup zählt laut dem Sunos CEO Mikey Shalman mittlerweile zwei Millionen UserInnen und wurde im Juni mit mehr als fünf Milliarden Dollar bewertet.
00:04:27: Der Jahresumsatz beläuft sich auf rund drei Hundert Millionen Dollar!
00:04:32: Suno AI ist federführend mitverantwortlich dafür, dass heute ein simpler Prompt oft nur aus zwei Sätzen bestehend ausreicht um sich einen Song komponieren zu lassen.
00:04:43: Diese man kann es nicht anders sagen wirklich lächerliche Einstiegshürde ist natürlich ein entscheidender Faktor dafür das KI generierte Songs und KI-generierte Artists die Streamingdienste und natürlich auch die Social Media Plattform seit geraumer Zeit geradezu fluten.
00:05:00: Alleine zwischen Januar und November, ist die Anzahl pro Tag veröffentlichter Komplett-KI generierter Songs auf der Streaming-Plattform Deezer von zehntausend auf fünfzigtausend gestiegen.
00:05:13: Stand Mitte Juli, zwanzig waren es fast neunzig tausend, Tendenz steigend!
00:05:19: Neuerdings ist bei dieser erstmals mehr als die Hälfte der neu hochgeladenen Musik KI generiert.
00:05:26: Die Konkurrenten bei den Streaming-Diensten geben keine vergleichbaren Daten preis, aber da Songs in der Regel ja auf allen gängigen Plattformen hochgeladene werden, gelten diese Daten als guter
00:05:36: Maßstab.".
00:05:37: Als die Flut begannen, waren KI-Songs meist austauschbare Lo-Fi oder White Noise Funktionstracks.
00:05:44: Oder welche, die aus hundert Metern Entfernung wegen fehlender Ecken und Kanten als KI Songs erkennbar waren.
00:05:51: Eines Tages werden wir nicht mehr erkennen können ob ein Song mit künstlicher Intelligenz erstellt wurde oder nicht, hieß es damals häufig.
00:05:59: Was soll ich sagen, dieser eine Tag liegt inzwischen in der Vergangenheit.
00:06:04: Als James Blake im Juni seine viel beachtete Story postete, in der er unter anderem schrieb täuschend echtes Songs.
00:06:29: Laut einer Umfrage von Deezer aus dem November-Zweißen-Fünfundzwanzig können siebenundneunzig Prozent der Musikhörerinnen nicht mehr erkennen, ob ein Musikstück von einer KI stammt oder nicht.
00:06:41: und das obwohl knapp zwei Drittel der teilnehmenden Angaben KI generierte Musik kategorisch abzulehnen.
00:07:06: Und
00:07:09: es gibt noch eine interessante Studie ebenfalls aus dem Januar, veröffentlicht von der Christian Albrechts-Universität zu Kiel.
00:07:17: Da gefiel den Teil.
00:07:25: Inzwischen sind Musikprogramme wie Suno oder Judio viel besser darin geworden, Gefühle zu imitieren.
00:07:31: Gleichzeitig kopieren sie auch das menschliche Unperfekte immer weiter!
00:07:36: Das gilt natürlich auch für die Videokai, mit der imaginäre Artists in Szene gesetzt werden.
00:07:42: Hatten Avatare vor einem Jahr oft noch sieben Finger an drei Armen muss man heutzutage erst tief in ihre Augen hineinzoomen um sie als KI-Artist outen zu können.
00:07:54: Wer wirklich sicher gehen möchte, dass die eigene Lieblingsmusik von Menschen aus Fleisch und Blut stammt ist in dem Jahr zum Jahr-Zwischen bei nahe dazu gezwungen Profile zu prüfen und nach Interviews und Tourdaten zu suchen.
00:08:07: Die minimalen Artefakte in den leicht sprunghaft klingenden Höhen von KI Gesang erkennen nur noch die Profis.
00:08:15: Wie schwer verwirrend auch irreführend es sein kann herauszufinden ob Zu welchem Grad Artist XY ein KI-Kandidat ist?
00:08:24: Das hat in unserem erweiterten Dunstkreis kürzlich die Debatte um verschiedene mysteriöse, scheinbar supertalentierte Newcomer Rapper der Marke Frankie oder Kilo Kent gezeigt.
00:08:35: Beide treten in ihren Artsy Reels und Musikvideos vermummt in Erscheinung, was im Rap ja nicht unbedingt ungewöhnlich ist.
00:08:43: Und sehen täuschend echt aus!
00:08:45: Genau deshalb brachte der kollektive KI Entahnungsprozess auch durchaus rege Diskussionen mit sich.
00:08:52: Im Zuge dieser Diskussion stellte sich schließlich heraus, dass ein gewisses Label namens Bamboo-Artists in den Credits von Frankie und Kilo Kent auftaucht.
00:09:02: Diese Erkenntnis legt nahe, das das zuletzt Agni-Kritik geratende Berliner Imperium seinen Fokus in Zukunft verstärkt auf KI Artists legen könnte!
00:09:12: Frankie und Kilo Kent sind natürlich bei weitem nicht die einzigen KI-Artists, die jetzt in jüngster Vergangenheit konfuse Erfolgsgeschichten geschrieben haben.
00:09:21: Und zunächst von vielen Menschen für real existierende Mitmenschen gehalten wurden.
00:09:27: Wie lange es inzwischen dauern kann, solche KI-Artists wirklich zu demaskieren – das zeigt zum Beispiel die Causa Sienna Rose.
00:09:34: Die, man könnte sagen, vermeintliche Soulsägerin ging im Herbst zweitausendfünfundzwanzig auf Spotify und TikTok viral und veröffentlichte dann binnen kürzester Zeit einen unfassbaren Berg an Musik.
00:09:47: Frau Findern Internetdetektivinnen begannen mal Indizien zusammen, die vielleicht auch ein KI-Geschöpfe hinweisen könnten!
00:09:54: Diese Leute fragten sich, wie es möglich ist dass Sienna Rose in den sozialen Medien quasi nicht existent war und warum sie noch kein einziges Interview gegeben hatte während hunderttausende ihre Songs streamt.
00:10:07: Und er kannten kleine Schönheitsfehler in ihren Musikvideos zum Beispiel Ringe an ihren Fingern die sich plötzlich in Luft auflösten.
00:10:16: Die Rechercheurinnen stießen außerdem auf eine frühere Version von Sienna Rose genauer, auf ein Country-Pop-Projekt mit gleichem Namen aber völlig anderem Erscheinungsbild und Sound.
00:10:27: Später wurde öffentlich das Sienna-Rose bei einem auf KI-Acts spezialisierten Label unter Vertrag steht und ihr sogenannte Produzent Maxim Muravyoff eng mit dem KI-Spezialisten Haftstein Runaison verbandelt ist der bereits diverse Pop-Avartare erfunden haben soll.
00:10:45: Runa Son lebt in Oslo, wo laut ihres Instagram-Profils auch Sienna Rose lebt.
00:10:50: Vermutlich in einem Haus das aus Einsen und Nullen gebaut wurde.
00:10:55: Spannenderweise wird ihre Musik selbst nach beschriebenen Recherchen die Sienna-Rose klar als KI Projekt enttarnt haben von vielen Menschen weiterhin sehr gern gehört.
00:11:06: Während wir diese Episode aufzeichnen zählt sie zum Beispiel gerade über eine halbe Million monatliche Hörer.
00:11:13: Ja, manchmal habe ich das Gefühl viele Leute wollen auch einfach daran glauben dass so manche konstruierte Drama Story echt ist und gar nicht von den Faktoren wissen die darauf hinweisen dass an der Geschichte irgendwas frau ist.
00:11:26: Das beste Beispiel?
00:11:27: Die Videos vom Auftritt eines gewissen Michael Bennett bei der Reality Show America's Got Talent die vor nicht allzu langer Zeit auf TikTok und YouTube kursierten.
00:11:39: Bennet erzählt darin, früher Obdach los gewesen zu sein und singt ein Lied über seinen Sohn der ihn traurigerweise nicht mehr anruft.
00:11:47: Im Publikum wird geweint, über Bennets Wange läuft eine Träne.
00:11:51: Ja tragisch, tragisch.
00:11:53: hätte es diesen Auftritt in Wahrheit denn überhaupt gegeben?
00:11:56: das Video und alles was daran zu sehen ist also die Bühne des Publikums, die Jury, der Sänger seine Lebensgeschichte, seine Tränen, sein Song... Das ist alles vollständig KI generiert!
00:12:06: Ich finde das so richtig perfide, also weil man mit solchen Moves ja wirklich ganz bewusst die Gutherzigkeit und Empathie der Leute missbraucht.
00:12:15: Der Mensch, der Michael Bennet geschaffen hat kann froh sein dass er laut meinen Nachforschung aktuell bisher nicht namentlich bekannt ist, da würde ich dann doch gern mal vorbeigehen.
00:12:25: Ja immer häufiger geben sich die Creatorinnen hinter KI-Artist sie doch öffentlich zu erkennen.
00:12:31: Da wäre zum Beispiel Andrew Freelen.
00:12:58: Es
00:13:01: ist doch eine Beleidigung an alle Menschen, an Musik arbeiten oder?
00:13:06: Also in der Zeit, in denen der KI erschaffende Bob Dylan abklatscht Eddie Dawson mit seinem Hit Another Day Old und die Top drei Singlescharts Großbritanniens schießt.
00:13:17: Und in der Schweiz eine KI-Coverversion von Stromay's Papa Ute in den Top Ten landet, kann mit KI Musik egal.
00:13:26: Wie kurz es auch gedauert hat sie zu Basten richtig viel Geld verdient werden und zwar nicht nur über Streaming Ausschüttungen alleine.
00:13:33: Eine sehr verrückte Geschichte ist die von KI Superstar Xania Monet.
00:13:38: Die erschien im Sommer zwanzig auf der Bildfläche schaffte es prompt in die US Charts und unterschrieb jetzt wirds ein bisschen absurd Im Herbst des selben Jahres einen drei Millionen Dollar schweren Plattenvertrag bei Hollywood Media.
00:13:54: Ja, vermutlich geht dieses Geld dann an eine gewisse Tilisha Jones die laut Billboard hinter dem Projekt steckt also ja Xenia Monet geschaffen hat.
00:14:04: dieser Case wird im Internet durchaus als Präzidentsfall gewertet wobei kurz zuvor auch schon ein britischer KI Musik Creator namens Oliver McCan der selbst zu gibt keinerlei musikalische Fähigkeiten zu haben beim selben Label unter Vertrag genommen worden ist, nachdem einer der von ihm gebauten Tracks drei Millionen Streams erreicht hatte.
00:14:25: In der Recherche zu dieser Folge sind wir spannenderweise auch auf ein im Jahr- und zwanzig gegründetes deutsches Label gestoßen, das sich auf KI generierte Musik und Artists spezialisiert hat.
00:14:37: Dieses Label heißt SMOP Records und gibt auf seiner Website an – ich zitiere – unser Ziel ist es die Grenzen des musikalischen Schaffens zu verschieben und neue faszinierende Genres zu
00:14:49: entwickeln.".
00:14:51: Die Zukunft wird zeigen, ob es diesem Label gelingen wird die Balance zu finden zwischen technischer Innovation und künstlerischer Integrität.
00:14:59: Wir haben da auf jeden Fall ein Auge drauf!
00:15:03: Es würde sich schlichtweg falsch anfühlen eine KI-Update-Folge aufzunehmen ohne die Schwämmer an Softrock-Balladen im Doropash und Unheiligstyle ansprechen, die über den Buckelwahl Timmy generiert wurden.
00:15:17: Mindestens eine der schmalzig dramatischen Timmy Hoax hat sich ja definitiv ins kollektive Gedächtnis unseres Landes eingeprägt.
00:15:25: Es war fast schon eine Art Guilty Pleasure Sommerhit und wurde sogar bei Rock am Ring gespielt!
00:15:30: Er hat sich das nicht ausgesucht, nicht das Leid, nicht diese Not.
00:15:35: Er hat
00:15:35: es sich nicht aus gesucht und all die anderen unsäglichen Timi-Ohrwürmer sind eigentlich nur ziemlich harmlose Beispiele für eine besorgniserregende Entwicklung, die der KI Musiksektor mit sich gebracht hat!
00:15:48: KI-Systeme sind inzwischen dazu in der Lage, in sekundenschnelle eingängige Songs über aktuelle gesellschaftliche Ereignisse ja Breaking News zu generieren und Menschen damit emotional zu beeinflussen.
00:16:01: Die
00:16:01: Flut an KI produzierten Songs verwurstet nicht nur alles was in den vergangenen Jahren musikalisch erfolgreich war sondern eben auch alles was im polarisierenden politischen Debatten debattiert wurde.
00:16:13: Unsere Kollegin Melanie Gollin hat letztes Jahr auf künstlich erstellte rechtsradikale KI-Artists mit politisch expliziten KI Singlecarvern hingewiesen.
00:16:22: Die releasen im vierundzwanzigstunden Rhythmus Lieder über den vermeintlichen Niedergang des Abendlandes, das vermeintliche Regierungsversagen und die vermeintliche Überfremdung Deutschlands.
00:16:34: Ich hab mir entsprechende Accounts damals auch angeschaut und mit erschrecken festgestellt, wie gut ihr Konzept in unzähligen Fällen aufgeht.
00:16:43: In Songs die wahlweise nach Schlager, Freivild, Finchrap oder Hausklingen singt eine KI-Stimme dann sowas wie Zitat das klassische Bild der Familie von Mann und Frau.
00:16:55: Ihr und euer LGBTQ macht es zur Sau!
00:16:59: Oh ich will
00:16:59: duschen.
00:17:00: wenn nicht so
00:17:00: was... Weil Plattformen wie TikTok Creators begünstigen, die viel Content und Interaktion mit Followerinnen produzieren können sich diese KI-Hetzer dann tatsächlich organische Reichweiten aufbauen.
00:17:13: Und die Kommentarspalten unter ihren Inhalten werden von echten Menschen mit blauen Herzen und Daumen hoch emojis geflutet.
00:17:21: So
00:17:21: krass!
00:17:22: In den Niederlanden wurde kürzlich sogar die Spotify Hitliste von KI generierten Stücken mit rechtsradikalen rassistischen und gewaltverherrlichenden.
00:17:33: Die KI singt, worüber sie abhängig vom jeweiligen Auftraggeber singen soll kann so gut wie jeden noch so absurden Talking Point in ein hochemotionales Lied verwandeln.
00:17:43: Sie kann gefährliches Propaganda-Werkzeug sein aber eben auch einfach ein vergleichsweise harmloser Vibtransporteur.
00:17:51: Ich hab in Vorbereitung auf die heutige Folge unter anderem einen Artikel der Tagesschau gelesen, in dem über die christliche imaginäre Ben Shunt at the Funeral berichtet wurde.
00:18:00: Die auf YouTube mehr als eine Viertelmillion Abonnentinnen zählt.
00:18:04: Irgendwie ist es für mich nach wie vor... schwer zu begreifen, dass eine Band wie Shand at a Funeral die irgendwelche biblischen Geschichten und die christliche Theologie besinkt aus demselben Programm ausgespuckt wurde.
00:18:18: Wie beispielsweise ein Nimi der mit einem grob sexistischem und misogünen Song wie Wieso sagt ChatGPT das du eine *** bist durch die Decke geht?
00:18:28: Jener Song sorgte im Sommer für jede Menge Gesprächsstoff.
00:18:32: Erstens, weil hinter dem KI-Artist Nimi – wie eben auch hinter den eben erwähnten Icons Frankie und Kilo Kent – Bamboo Artists als Rechteinhaber fungiert.
00:18:42: Ja zweitens, Weil Nimis Haarsträum dahinten ein Featurepart vom durch und durch realen Artist Manuelsen enthielt.
00:18:52: Und drittens, weil der Rapper Baszlik scheinbar aus Versehen in einem Interview gelegt hat das mutmaßlich einen Düsseldorfer Producer hinter dem Projekt Nimi stehen!
00:19:02: Und viertens, es geht noch weiter.
00:19:04: Weil wie so sagt ChatGBT die längst überfällige Debatte rund um kulturelle Aneignung im Kontext KI-Musik endlich auch in Deutschland losdraht.
00:19:14: Ja, am Grunde hätte es diese Debatte bereits viel früher geben müssen!
00:19:18: Ich meine letztes Jahr haben wir über den unsäglichen KI Song Verknallt in einen Talerhuhn gesprochen der hier in dem Jahr und in dem das extrem überzeichnete Stereotyp eines jungen Mannes mit arabischen Migrationshintergrund gezeichnet wurde.
00:19:36: Animi wird zum Beispiel als Stereotüper schwarzer Künstler installiert, in Outfits mit Umgebungen und Gesten die wirklich zu ein hundert Prozent auf altbekannte Klischee setzen.
00:19:48: In TikTok-Clips wird suggeriert, dass Nemi mit Drogen zu tun hat.
00:19:52: Dass er Grills trägt und vor der Polizei flieht.
00:19:55: Obwohl man ihn und sein Surrounding beliebig hätte prompten können wurden also visuelle Klischees aufgegriffen.
00:20:01: Das KI trainiert auf dem Spielfeld Internet.
00:20:04: zum klischeehaften bis rassistischen sexistischen, ableistischen und heteronormativen Darstellungen neigt ist längst kein geheimnismehr und mittlerweile auch gut erforscht.
00:20:15: Es gibt ja sogar einen Begriff für die Einprogrammierung bereits bestehender Vorurteile in KI, den sogenannten Code-Buyers.
00:20:22: Auf internationaler Ebene wurde zuletzt immer häufiger, zum Beispiel von SZA kritisiert das auffällig viele KI-generierte Artists in Rap und R&B als schwarze Artist oder People of Color dargestellt um mit den Werken und Ideen schwarzer SongschreiberInnen und Produzentinnen trainiert würden.
00:20:40: Gewissermaßen ist das natürlich eine digitale Dimension von kultureller Aneignung Besonders dann, wenn es weiße cis-männliche Industriemenschen sind die ohne Einverständnis kontextueller Einordnung oder Vergütung an den Stilen, Stimmen und Ausdrucksformen marginalisierter Gemeinschaften verdienen.
00:21:00: Die sie in ihre kaum mehr als KI Artists erkennbaren, KI Artist hineingießen!
00:21:05: Da wäre zum Beispiel der Fall Lolita Churchill, eine komplett virtuell erzeugte normschöne Frau mit durchdringenden Blick die in rauem Rumänisch über das Leben am Rand der Gesellschaft sinkt.
00:21:17: Lolitas Name ihre Ästhetik ihr Musikstil selbst ihre Verweise auf spirituelle Praktiken sind ziemlich klare Hinweise auf die Roma Kultur.
00:21:27: allerdings ist die Künstlerin komplett nach den Vorstellungen eines Grafika gestaltet der anonym bleiben will und sich schlicht Tom nennt.
00:21:35: Als Lolita Chacha berühmt wurde, kam Kritik auf... weil weder die Figur noch ihr Schöpfer, die hochkomplexen Erfahrungen einer Romnie erlebt haben.
00:21:44: Je
00:21:44: nach Betrachtungsweise haben wir es hier ja durchaus mit einer subtilen Art des kulturellen Identitätsdiebstahls zu tun – aber in anderen Fällen treten KI-Creators noch wesentlich Dreister auf!
00:21:56: Es kommt tatsächlich immer wieder vor, da es Betrügerinnen auf den Streamingplattformen Counts unter dem Namen mehr oder weniger bekannter MusikerInnen anlegen und darauf dann KI erzeugt Songs hochladen.
00:22:09: Es werden also sehr offensiv die reichweiten etablierter Artists ausgenutzt, um Streamingeinnahmen abzugreifen, die eigentlich den etabierten Artists
00:22:18: gebühren.".
00:22:19: Ein solchen Identitätsdiebstahl hat beispielsweise die Berliner Musikerin Tara Nomi Doyle auf Spotify erlebt.
00:22:26: Irgendwer loht auf einmal Musik unter ihrem Namen hoch, die überhaupt nicht nach ihrem eigenen Stil klang!
00:22:32: Das Ganze war also nicht nur ein finanzieller Betrugsfall, sondern auch eine extreme Verfälschung von Deuers Artist-ID.
00:22:39: Wir verlinken euch einen ausführlichen Artikel zum Fall sowie viele andere Cases einmal unten in den Shownotes.
00:22:45: Wo wir schon bei dreistem Betruchsfällen sind müssen wir noch über ein ganz anderes Phänomen sprechen nämlich über KI Bots die die Streamingzahlen von KI Songs in die Höhe schrauben.
00:22:56: Unsere goldene Quelle Deezer gibt an, dass bis zu eighty-fünf Prozent der Streams auf KI Musik von Scam-Accounts generiert werden die die entsprechenden Songs zum Teil selbst fabriziert und hochgeladen haben.
00:23:09: Mithilfe speziell programmierter Bots lassen die Scammerinnen nach diesen Songs suchen und sie immer wieder neu abspielen!
00:23:17: Die Ausschüttungen für diese künstlich in die Höhe getriebenen Stream sind mit relativ wenig Aufwand erzeugte Einnahmen Jedes
00:23:24: Konzept beginnend inzwischen zum Glück auch die Gesetzgeberinnen zu durchschauen.
00:23:29: In den USA stand im Frühjahr erstmals ein Mann wegen KI-basierten Musikbetrug vor Gericht.
00:23:35: Mit Hilfe der KI hatte der fifty-fünfzigjährige hunderttausende Songs generiert und von eigens angelegten Bots milliardenfach streamen lassen, indem er so die Streams auf tausende Accounts verteilte konnte er die Erkennung des Streamingdienste wie Amazon Music, Apple Music, Spotify & YouTube Music umgehen.
00:23:54: Der Mann hat damit wohl ernsthaft Millionen an Dollar verdient und damit ja auch aus dem Pool, der eigentlich für andere Artists die Musik machen und Veröffentlichen da ist abgezogen.
00:24:04: Er hat die Tat gestanden und ihm drohen nun fünf Jahre
00:24:07: Haft.".
00:24:10: Ja, an dieser Stelle liegen zwei fast philosophische Fragen geradezu auf der Hand.
00:24:16: Ab wann ist etwas das Kunst simuliert?
00:24:18: Eigentlich Kunst!
00:24:19: Und noch viel wichtiger – wo beginnt Diebstahl im Kontext von
00:24:23: KI-Musik?!
00:24:24: Eigentlich ja nicht erst an dem Punkt, an dem Artists ihrer Klicks beraubt werden.
00:24:29: Weil es sich irgendwer als sie ausgibt oder?
00:24:32: Sondern spätestens in dem Moment, in dem Softwares wie Suno, Judio und Google Luria, die sowohl Songtexte als auch musikalische Semantik also Harmonien, Rhythmen und Melodien präzise durchsteigen können mit riesigem Mengen an menschengemachten Audiodatei trainiert werden.
00:24:51: Nicht wenige Expertinnen sagen auch, die KI-Systeme hätten ihr beeindruckendes Know-how nicht im Ansatz wenn ihre BetreiberInnen nichts systematisch auf Urheberinnenrechte gepfiffen hätten und ihre Lieder nicht basierend auf zuvor analysierten Daten erstellen würden.
00:25:08: In unserer Episode VIII war genau das noch ein zwar sich verdichtender aber nicht abschließend belegter Verdacht!
00:25:15: Schon in den Jahren ist es schon so, dass K.I.-Musikgeneratoren Ob sie prominente Producer-Tags in ihren Output verbaut hatten.
00:25:25: Ein relativ verräterischer Moment, weil hier ja offensichtlich wurde dass die KI lieber DJ Khaled als urheberrechtsfreies Fahrstuhl.
00:25:35: Ja, Suno hat in den letzten Jahren stets nur sehr vage eingeräumt dass es mit öffentlich zugänglichen Dateien aus dem Netz trainiert.
00:25:42: Die Entwicklerinnen beriefen sich für ihr Vorgehen stets auf die US-amerikanische Fair Use Doctrine – das ist ein US-Americanischer Rechtsgrundsatz der die Nutzung urheberichtig geschützten Materials ohne Erlaubnis des Urhebers für Zwecke wie Kritik, Kommentar, Bildung oder Berichterstattung unter bestimmten Bedingungen erlaubt!
00:26:03: Und dann kam der Sommer, für das gezielte Auslesen urheberrechtlich geschützter Musik echter Künstlerinnen zu Tage gefördert wurden.
00:26:19: Gelegte Quellcodes belegen, dass Suno aber Tausende Stunden an Audiumaterial von Plattform wie YouTube Music, Deezer oder Genius für sein Training genutzt hat!
00:26:30: Wenig später ging die Suchmaschine The Atlantic AI Watchdog online.
00:26:35: Wer es nicht mitbekommen hat, das ist ein journalistisches Recherche-Projekt und online durchsuchbares Tool, mit dem UrheberInnen prüfen können ob ihre kreativen Werke wie Bücher Musik oder Videos in Datensätzen auftauchen, die zum Training von KI Modellen genutzt wurden.
00:26:52: Und ich sag mal so Die Wahrscheinlichkeit dass die KI mit der Musik eurer Lieblingskünstler trainiert wurde äußerst hoch, selbst wenn eure Lieblingsmusikerinnen vielleicht eher im Underground zu Hause sind.
00:27:05: Weil so gut wie alle Artists die den The Atlantic AI Watchdog Interesse halber mal angeschmissen haben auf eigene Songs oder Musikvideos gestoßen sind.
00:27:15: Ja, der Musiker Elguni hat einhundert vier seiner Songs unter anderem auch welche die gar nicht mehr auf seinen Streaming-Accounts zu finden sind in dieser Datenbank entdeckt kann also davon ausgehen dass die KI Software quasi seine komplette Diskographie kennen.
00:27:34: Ähnlich überrascht und kurz später dann auch sauer war der begnadete und von mir wirklich sehr geschätzte Sänger-Songschreiber, Komponist und Produzent Albrecht Schrader aus Hamburg.
00:27:46: Er hat mir im Interview erzählt wie er den Atlantic AI Watchdog kennengelernt und was er währenddessen gefühlt hat.
00:27:53: Als erstes hatte mir das eine gute Freundin geschickt und da war ich aber irgendwie zwischen Tür und Angel und sie meinte hey da sind deine Songs drin Leute aus deinem Umfeld.
00:28:04: Und ich hab das gelesen und war mir unterwegs, dachte, ich kann das jetzt gerade nicht ertragen?
00:28:09: Ich klick da jetzt nicht drauf!
00:28:11: Ich verschiebe das als ungelesen markiert vergessen... ...und dann zwei Tage später war dieses Video von Elguni der ja auch zuletzt wirklich sehr, wie ich finde, sehr gut aktiv geworden ist und ich hatte ihn zufällig auch mal irgendwo getroffen letztens auf einer Veranstaltung.
00:28:26: Da haben wir uns auch lange unterhalten.
00:28:28: also wir hatten uns gegen bisschen gesagt man muss irgendwie was tun oder man muss es zumindest benennen, weil wir beide den Eindruck hatten das haben ja viele dass viele der Leute die unsere Musik hören das gar nicht wissen.
00:28:40: Was da los ist.
00:28:41: und dann habe ich mir das angeguckt Und dann waren tatsächlich diese Songs und dann hab' ich den Artikel versucht zu verstehen und mir das auch wirklich mal klarzumachen wie das zustande gekommen ist.
00:28:53: Und dann war ich einfach sehr, sehr wütend und dachte das muss jetzt irgendwie raus.
00:28:59: Dann hab' ich das relativ ungefiltert rausgehauen.
00:29:02: Meine Wut auf Suno war schon groß weil ich diese Claims von dem CEO... ...und dieses berüchtigte Interview aber auch der Claim We Don't Make Music!
00:29:11: We Make Musicians!
00:29:12: Das hat mich so dermaßen verstört in seiner Dreistigkeit.. ..aber auch in seiner Licherlichkeit ist ich gedacht, dass es jetzt
00:29:18: reicht's.".
00:29:20: Diese Entrüstung, die Albrecht hier schildert, brach sich im Juli in den sozialen Medienbahnen auf ganz vielen Artersprofilen.
00:29:29: Ein Text zum Thema, der mir besonders in Erinnerungen geblieben ist, stammt vom Rapper Jakku aus dem Dortmunder Campatina Records – ich lese hier mal Ausdrucksweise ein bisschen daraus vor!
00:29:40: Ich mache seit acht Jahren Musik.
00:29:42: Da ich anfangs gar keine wirklich null Kontakt zur Musikindustrie hatte, habe ich einen Großteil der Zeit nichts bis wenig Geld mit Musik verdient.
00:29:50: Die Songs waren vielleicht nicht perfekt technisch gemixt aber hatten starke kreative Ideen.
00:29:55: und genau diese kreativen Ideen zum Beispiel Melodienbeats und Texte die über Jahre entstanden sind werden jetzt in KI-Programma eingespeist.
00:30:03: Jetzt gibt es Geschäftsmännern natürlich auch Privatleute die zb bei Labelsitzen und alle Hebel Playlists Marketing usw.
00:30:10: haben.
00:30:11: Die lassen sich in zehn Sekunden einen Song bei Suno generieren und verdienen Unsummen an Geld mit Ideen, die in jahrelanger Arbeit entstanden sind.
00:30:18: Und für die der Urheber selber teilweise wenig oder kein Geld gesehen hat.
00:30:23: Credits oder Beteiligungen gibt es null!
00:30:25: Ja, Jacco hat das ganze Dilemma finde ich ziemlich gut zusammengefasst.
00:30:29: Die Artists haben es sich nicht ausgesucht, mister ist ja weder der Ohrwurm dass die KI, der man ja noch nicht einmal wieder abtrainieren kann was sie einmal gelernt hat mit ihren Werken trainiert wurde.
00:30:41: Artists wie Elguni Albrecht Schradder oder Jacco von Partina Records profitieren auch nicht von den KI Songs.
00:30:48: im Gegenteil Da die Ausschüttung der Streaming-Dienste bekanntlich aus einem großen Topf nach Marktanteil erfolgt, bleibt zum Beispiel in empfohlenen Playlists KI generierte Titel anstelle von Menschen komponierten Songs auftauchen.
00:31:03: Immer weniger Geld bei echten Artists hängen und verteilt sich zunehmend auf die Producerinnen von KI Songs.
00:31:10: Heißt im Klartext, Kreative wurden ausgebeutet und gleichzeitig arbeitslos gemacht
00:31:16: oder mindestens stark verunsichert was die Zukunft ihres Drops im Kunstgewerber betrifft?
00:31:21: Eine Studie des Forschungsinstituts GoldMedia, für die über fünfzehntausend Autorennen und Musikerinnen befragt wurden, legt offen dass seventy-fünf Prozent der Befragten Angst davor haben durch künstliche Intelligenz nicht mehr von ihrem Beruf leben zu können.
00:31:38: Ja durchaus besorgniserregende Zahlen.
00:31:41: wenn du mich fragst zahlen sie geradezu.
00:31:43: danach schreien das klare Regelung auf dem Feld KI Musik durchgesetzt werden auf die sich besonders die Künstler in den Seite deren Aufgabe es ja definitiv nicht ist, dieses Problem zu lösen nachhaltig verlassen kann.
00:31:58: Ein einheitliches Konzept zur freiwilligen Kennzeichnung von KI-generierten und KI-unterstützten Titeln durch visuelle Symbole wie es im Juni von vielen relevanten Musikverbänden und Institutionen vorgelegt wurde – ist gut und schön aber reicht natürlich.
00:32:15: Immerhin scheinen wir aber so langsam in eine Ära der KI-Regulation zu kommen.
00:32:21: Also Schweden hat vor einigen Monaten beschlossen, KI-Inhalte grundsätzlich nicht mehr in der heimischen Hitparade abzubilden.
00:32:28: zum Beispiel Der BVMI hat Ende Juli nachgezogen und neue Grundsätze für die Wertung von Musik mit KI-Beteiligung an den offiziellen deutschen Charts vorgestellt.
00:32:38: Für eine Chartswertung in Deutschland muss der kreative Anteil weiterhin überwiegend beim Menschen liegen.
00:32:44: KI darf dabei lediglich als Hilfsmittel eingesetzt werden.
00:32:48: Ja, wobei wesentlich bedeutsamer für die Artist-Seite dürfte der kürzlich von der GEMA erstrittende Etappensieg gegen Suno sein.
00:32:56: Oder?
00:32:56: Auf jeden Fall das denke ich auch.
00:32:57: ja!
00:32:58: Also bereits im vergangenen November hat die GEMA erfolgreich gegen Open AI geklagt.
00:33:03: Damals ging es um die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Songtexts für den Betrieb von Chad GPT.
00:33:09: Die Verwertungsgesellschaft konnte damals nachweisen dass beim Training des Chatbots Songtexte wie Männer oder in der Weihnachtsbeckerei Grüne Maier und Zukowski jeweils genutzt wurden.
00:33:21: Das Landgericht München urteilte im November, dass Open AI für die Nutzung von Songtexten in Zukunft Lizenzanträge stellen muss, wo auch für den Open AI wenig überraschend in Berufung gegangen
00:33:33: ist.".
00:33:33: Ja und vor wenigen Wochen folgte der nächste noch wesentlich bedeutsamere Paukenschlag.
00:33:38: Diesmal zog die GEMA gegen das in dieser Episode viel besprochene KI-Music Startups zu nur vor Gericht mit dem Ziel vernünftig.
00:33:59: Die
00:34:07: Story ist tatsächlich ziemlich kurios.
00:34:10: Die GEMA hat dem Landgericht München sechs Lieder vorgelegt, die ihre MitarbeiterInnen scheinbar selbst in Suno gepromptet hatten.
00:34:18: Mit dem Ziel, dass eben Songs ausgespuckt werden – die echten, in Deutschland entstandenen Klassikern ähneln.
00:34:25: Darunter Atemlos, Grasputin und Forever Young!
00:34:29: Die Gema-Vertreterinnen haben die Songtexte den gewünschten Musikstil und die Namen der Originaltracks in ihre Forms eingebaut und die Eingabe weiter und weiter verfeinert.
00:34:39: Um den atemlos ähnenden K.I.-Song fertigzustellen, waren angeblich einhundertsechsundsiebzig Promts nötig.
00:34:46: Im Fall von Forever Young sollen zwölf Befehle gereicht haben um eine Art Forever Young-Zwei Punkt Null zu
00:34:53: erschaffen.".
00:34:54: Auf diesem Weg konnte die Gimmer belegen dass die K. I., die Originalsongs Atemlos und Forever Young definitiv kannte!
00:35:02: Sie hat das Imperium Sudo mit seinen eigenen Waffen geschlagen.
00:35:06: Die Gema ging als vorläufige Gewinnerin aus dem Saal, das Landgericht München sah im Training der KI mit Gema Werken und der daraus folgenden Song-Generierung eine Urheberrechtsverletzung – weswegen Suno Kompositionen künftig nicht mehr ohne Lizenzstil mit deren Urhebern inne nutzen darf!
00:35:25: UrheberInnen müssten in Zukunft von Tsuno für die Nutzung ihrer Werke vergütet werden, was Albrecht Schrader vermutlich sehr begrüßen würde.
00:35:34: Welches mir aussuchen könnte, würde ich sagen gibt uns ein bisschen Geld und er macht aber den Laden dicht.
00:35:39: so dann soll es... Ich finde das darf es einfach nicht geben.
00:35:44: also entweder sie zahlen uns dafür von mir aus Pauschal, ich glaube nicht dass das finanzierbar ist.
00:35:52: Also fair dafür zu bezahlen wie willst du das berechnen?
00:35:55: Wenn die nur auf roheberechtlich freie Musik zugreifen dürften dann wäre das ja komplett uninteressant glaub' ich für UserInnen weil natürlich wollen alle dass die Musik so klingt wie das was sie schon kennen.
00:36:07: Ja bevor die Euphorie jetzt hier überbordet kommt hier direkt ein kleiner Dämpfer.
00:36:12: wir sind ja schließlich bei Repa-Bahn Festival Deep Dive.
00:36:16: Das Urteil im Streit zwischen Gema und Zuno noch nicht bestandskräftig.
00:36:21: Also einer Suno-Sprecherin erklärte nach der Urteilsverkündung, dass man mit der Entscheidung nicht einverstanden sei – sie sprach von einer Zitat «grundlegenden Fehlcharakterisierung der Funktionsweise von Sunos Technologie».
00:36:34: Suno prüfe also nun alle verfügbaren Optionen einschließlich einer Berufung.
00:36:39: Auch gegen den Konkurrenten Judio laufen zum Zeitpunkt dieser Podcastaufnahme übrigens identische Klagen!
00:36:45: Fast zeitgleich zu den Ereignissen in München trat Anfang August, die erste große gesetzliche Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte im Kraft.
00:36:58: Sie ist Teil des AI Acts der Europäischen Union – dem weltweit ersten umfassenden Gesetz zur Regulierung von künstlicher Intelligenz und Deep Fake-Konfusionen.
00:37:09: Die Kennzeichnungspflicht gilt letztendlich für alle Content-Gattungen, also nicht speziell aber eben auch der KI Musik.
00:37:16: Wenn ein Lied ausschließlich mit KI erstellt wurde muss es ab jetzt am oder im Song den Hinweis geben dass er aus Tsuno, Judio und anderen Tools stammt, also von einer Maschine gebaut wurde.
00:37:28: Wobei wichtiges Detail an dieser Stelle die Pflicht zur Kennzeichnung nur die Herstellerinnen.
00:37:35: Konkret bedeutet das, dass die Streaming-Plattformen selbst entscheiden können ob die KI Songs sichtbar mit einem KI Etikett gekennzeichnet werden oder nicht.
00:37:45: Und sie gehen tatsächlich extrem unterschiedlich mit der KI Schwämme in ihren Wohnzimmern
00:37:49: um.
00:37:49: Ja während Bandcamp KI Inhalte seit Januar grundsätzlich aus seinem Angebot verbannt und Tidal keinen einzigen Cent mehr für Songs zahlt, die komplett von einer KI gebaut wurden arbeitet Apple Music seit März die Tax, um den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Musik zu dokumentieren.
00:38:11: Apple Music geht inzwischen ziemlich entschlossen gegen den irreführenden Einsatz von KI, Identitätsmissbrauch und spamartige Inhalte vor- und betont dass menschliche Kuration auf der Plattform auch in Zukunft zentral bleiben
00:38:25: wird.".
00:38:25: Und dann wäre da noch der Elephant im deutschen Raum Spotify!
00:38:30: Dort verließ man sich in puncto KI-Kennzeichnung lange Zeit auf Selbstauskunft.
00:38:35: Außerdem musste man sich den Vorwurf gefallen lassen, jahrelang Fake Artists in eigenen Playlists geduldet und KI musikalgorithmisch verbreitet zu haben.
00:38:43: Sehr umstritten ist auch das Premium Feature mit dessen Hilfe NutzerInnen auf Spotify selbst KI Remixes ihrer Lieblingssongs erstellen können!
00:38:52: Tatsächlich wurde das nur als kleine Side Note nicht nur universe, sondern auch Merlin als Lizenzpartner für dieses KI-Feature inzwischen erfolgreich verpflichtet.
00:39:01: Aber zurück zum Streaming-Giganten KI-Kompass-Vergleich.
00:39:05: Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten hält Spotify unter Verschluss, welchen Anteil KI-Plays am Streamingaufkommen auf der eigenen Plattform haben.
00:39:15: Andererseits wurde aber auch bekannt dass von September viel und zwanzig bis September fünfundzwanzig ganze seventy Millionen KI Tracks von der Plattform gelöscht wurden Seit Herbst, für Spotify außerdem schrittweise einen Spam-Filter ein der sicherstellen soll dass reine KI Stücke nicht mehr als Empfehlungen in Spotify Playlisten auftauchen.
00:39:40: Und es wurde auch ein Filtersystem eingeführt das Muster wie beispielsweise massenhafte Uploads extrem kurze Songs oder fast identische Duplikate erkennen soll.
00:39:50: Wir
00:39:50: haben zuge dieser dynamischen Lage, auf die wir ja gerade blicken.
00:39:55: im Moment dieser Podcastaufnahme wurde nun zum Beispiel auch bekannt gegeben dass Spotify ein neues Kennzeichnungssystem für KI-Künstler in den Profiler einführen und auch die Reichweite von KI Artists aktiv drosseln möchte.
00:40:07: Wenn ihr also diese Episode hier hört dann werden euch auf Spotify vermutlich schon die sogenannten AI Personabatches angezeigt, die dann darauf hinweisen sollen das die dargestellte Identität eines Artists mit Sicherheit oder zumindest möglicherweise KI-generiert ist und dass eben keine reale Person ist.
00:40:25: Die Kennzeichnung betrifft sowohl Profile, die ihren Status selbst offenlegen aber auch solche, die Spotify eigenständig als KI identifiziert.
00:40:34: Wide Force Spotify hat sich dieser sehr offensiv als eine Art Anti-KI Streaming Dienst positioniert.
00:40:41: Dort werden KI Inhalte schon länger mit einem eigenen KI Tool aufgespürt, gekennzeichnet von der Monetarisierung ausgeschlossen und konsequent aus algorithmischen Playlisten und Empfehlungen aussortiert.
00:40:55: Dieser hat sogar ein Feature eingeführt, mit dem Nutzerinnen der Konkurrenz ihre Playlisten und Musikbibliotheken auf den Anteil KI-generierter Musik untersuchen lassen können.
00:41:05: Wie gut solche KI-Detektoren tatsächlich funktionieren ist aber umstritten!
00:41:10: Es gibt durchaus Stimmen die davor warnen dass intelligente Erkennungssysteme wie jene von dieser oder auch von TikToks Musikvertrieb Sound On nicht fehlerfrei arbeiten und gelegentlich auch menschengemachte Musik.
00:41:23: als KI muss Musik labeln, die nur teilweise oder gar nicht per KI bearbeitet wurde.
00:41:29: Ich bin auf Instagram neulich über ein Post der ukrainischen Sängerin Adriana Jaroslawa-Sajenko gestolpert.
00:41:36: Sie wies darauf hin, dass der Digitalvertrieb TuneCore sie beschuldige in der Musikproduktion KI verwendet zu haben und deshalb eben die Veröffentlichung ihres Albums vereitelt worden sei.
00:41:48: Sayenko behauptete fälschlicherweise als KI-Künstlerin klassifiziert wurden zu sein und war völlig empört darüber das sie einer Maschine nun ihrer auf der Hand liegende Authentizität zu beweisen habe.
00:42:00: Falls Sayenko tatsächlich zu Unrecht beschuldigt wurde ist dieser Fall natürlich auch ein Alarmierender Hinweis darauf, dass wir nicht nur KI-Tools brauchen die uns dabei helfen KI zu erkennen sondern eben auch Menschen die wissen wie man mit diesen Tools umgeht.
00:42:14: Plattformen wie FLYN AI auf denen man Audio Dateien hochladen und eine Analyse der Audiosstruktur und Klangmerkmale beauftragen kann um festzustellen ob Musik von Menschenhand erstellt oder automatisch generiert wurde sind natürlich super zumindest insofern wir uns so ein hundert Prozent auf ihr Urteil verlassen können.
00:42:33: In Episode VIII hatten wir davon Berichte, dass die drei Majors in den Jahren Jodio und Tsuno geklagt hatten.
00:42:41: Im Dezember von Jodium hat dann die Warner Music Group – sehr zum Leidwesen der siebzigtausend Künstlerinnen starken American Foundation of Musicians – außergerichtlich Lizenzverträge mit den beiden KI-Musikplattformen eingetütet und die einst eingerechte Klage beigelegt.
00:42:59: Warner-Künstlerinnen erhalten seitdem die Möglichkeit, ihre Musik, Namen und Stimmen gezielt für Generierungsprozesse frei zu geben oder auch sperren zu lassen.
00:43:08: Sowohl Warner als auch deren Artists werden so heißt es an den Einnahmen der KI-Plattformen beteiligt!
00:43:15: Ja, während in den USA Universal und Sony weiterhin juristisch gegen Suno vorgehen.
00:43:20: Und inzwischen einundsechzigtausend mutmaßliche Fälle von Urheberrechtsverletzungen auf den Tisch geknallt haben hat die BMG einen Deal mit Suno abgeschlossen.
00:43:30: Auch in diesem Fall wurde betont dass man sichergestellt habe das die Künstlerinnen und SongwriterInnen der eigenen Label- und Verlagsarme eine Optinoption haben und für die Nutzung ihrer Musik eben auch entlohnt würden.
00:43:46: was für ein Chaos.
00:43:47: Und die Lage ist, wenn ihr diese Folge hört sicherlich nicht minder chaotisch geworden.
00:43:53: Wir scheinen uns derzeit im Graubereich zwischen Wildwestphase und Lizenzierungsphase zu befinden – ich hoffe das ist beim Zuhören auch deutlich geworden!
00:44:03: Gerne wären wir noch intensiver darauf eingegangen, was die KI-Revolution derzeit hinter den Kulissen der Branche bewirkt.
00:44:10: Wie sie unseren Arbeitsalltag erleichtert und gleichzeitig Angst vor Entlassungswellen schürt.
00:44:15: Aber dafür braucht es eine eigene Episode!
00:44:17: Ja, die ist mit Sicherheit auch irgendwann geben wird.
00:44:21: Ihr könnt uns gerne mal einen Kommentar hinterlassen wenn ihr euch einer solche Episode wünscht.
00:44:25: Ganz grundsätzlich gilt das.
00:44:26: zum Ende hin finde ich aber eine Sache auch nochmal klar zu betonen KI kann nach wie vor nur wiedergeben, was sie gelernt hat.
00:44:35: Sie ist und bleibt ein Tool ohne kreative Visionen.
00:44:39: Sie kann keine neuen Geschichten schreiben!
00:44:41: Sie kann nicht schwitzen, sie kann nicht weinen... Und sie kann Nicht leisten, was ein echter Song leisten kann, nämlich eine bewegte Biografie abbilden, eine zermürbende Session im Studio spiegeln.
00:44:53: Damon Albarn hatte in einem Interview einen tollen Satz geprägt, nämlich Musik- und Kunst sollten nicht einfach sein.
00:45:00: Sobald sie es werden, verlieren Sie ihren Sinn.
00:45:03: Was die KI produziert ist das statistisch wahrscheinlichste – das Mittelmaß!
00:45:08: Texte von einer KI bleiben emotional oberflächlich Bilder und Vergleiche bedienen Klischees statt zu überraschen Und KI bleibt schlechteren persönliche Perspektiven zu simulieren.
00:45:21: Wenn wir hier schon ins Küchentisch philosophieren kommen, dann müssen wir aber auch nochmal festhalten dass die KI-Technologie an sich erstmal neutral ist und es eigentlich nur darauf ankommt wie wir als Gesellschaft und Branche die Spielregeln dafür aufstellen.
00:45:36: In einer Zeit in der jeder seine Website Vibecoden kann, KI eigenständig Fishingmails mit gefälschten Identitäten verschickt Politikerinnen ihre Reden mit ChatGPT schreiben, KI-Konzerne millionfach Bücher aus Antiquariaten kaufen, scannen und vernichten um ihre Modelle zu trainieren.
00:45:57: In der Mediamarkt für seine umfangreiche WM-Kampagne einen ausschließlich KI generierten Jürgen Klopp Avatar einsetzt – und KI Firmen von den eigens erschaffenen Monstern überlisted werden sind klare Regeln einfach unabdingbar!
00:46:14: Dass viele Artists der KI kritisch gegenüberstehen, weil sie in ihr auf einigen Feldern eine kaum schlagbare Konkurrentin erkennen und beispielsweise die Auftragslage für Werbe oder Filmmusik einbricht.
00:46:26: Weil es günstige KI-Tools gibt das ist ja wirklich absolut nachvollziehbar!
00:46:32: Und die Sorgen sind ja durchaus real und die Prognose ist echt gruselig.
00:46:36: Die UNESCO schätzt in einem neuen Bericht über KI und Kreativarbeit dass menschliche Musikerinnern bis zum Jahr etwa vierundzwanzig Prozent des Marktes an Fake Artists verlieren werden.
00:46:48: Zum Glück gibt es in Deutschland immerhin eine starke Gema, die für die Rechte ihrer Artist streitet und hartkräftig für ein Ende der Wildwestphase
00:46:56: einsteht.".
00:46:57: Und wer weiß schon wie sich KI-Musik auf lange Sicht entwickeln wird?
00:47:01: Glauben wir Albrecht Schrader und seinen ja absolut seriösen Quellen könnte die Zitat Phase der sichtbaren KI Musik möglicherweise schon bald ihr Ende finden!
00:47:13: Ich höre manchmal diesen New York Times-Popcast, wenn ich es schaffe und die haben ein Wahnsinnsgespür für Zeitgeist.
00:47:18: Also auch nicht nur was die musikalische Ebene betrifft Und die sagen ja wir sind gerade in der Phase der sichtbaren KI Musik.
00:47:24: also das ist jetzt grade uns psychologisch mit Recht so durcheinander bringen und so aufregt Was da gerade passiert?
00:47:32: Der meint aber dass wird bald verschwinden und dann wird es eher einen Weil die Musik einfach dann nicht gut genug ist oder die Leute das deprimiert und dann wird sie eher im Hintergrund als ein Tool eingesetzt.
00:47:43: Generisches Easy Listening der Marke James Last, quasi die klassische Fahrstuhlmusik – die gab es schon immer!
00:47:51: Vermutlich wäre es für einen Großteil der wirklich visionären Artists verkraftbar, wenn Retortenmusik künftig von Programmen wie Suno und eben nicht mehr vom DienstleisterInnen kreiert wird.
00:48:03: Der ja von mir sehr geschätzte Kulturjournalist Johann Vogt riet kürzlich in einem Fluterartikel man solle Zitat die Spreu vom Weizentrennen sich wirklich mit den Lieblingskünstlerninnen beschäftigen und sie mit Aufmerksamkeit belohnen ihre Musik bewusst hören ihre Konzerte besuchen dass sich da echte Menschen entblößen, ihre Emotionen in Songs stecken.
00:48:25: Weiter schrieb Johann die Einzigartigkeit der künstlerischen Gesamtpakete Charlie XCX oder Kendrick Lamar kann nicht mal eben ersetzt werden!
00:48:35: Ich glaube fest daran das er Recht hat und fühle mich zum Beispiel durch den Umstand bestätigt, Ihr letztes Album Lux größtenteils ohne Mithilfe von digitalen Programmen aufgenommen hat.
00:48:47: Ja, das quasi letzte Wort würde ich gerne nochmal Albrecht Schrader überlassen.
00:48:51: Der hat im Interview mit uns betont dass die KI-Schwämmer gerade in seinen KI Musik ablehnenden Kreisen auch eine Art Kraft freigesetzt hat ein neues Verständnis sozusagen für die eigenen Skills und den Wert von Musik an sich.
00:49:08: Ich glaube, neben der Wut und dem Gruseln wie du es genannt hast.
00:49:12: Das hab ich natürlich auch und das haben viele meiner KollegInnen gibt es zum Glück auch eine Profilschärfung darüber was man denn selbst kann und leistet ein positiv wachsenden Fatalismus.
00:49:23: Es macht einem selbstbewusst wie toll und wertvoll das ist wofür man sich abmüht und eigentlich nur ausgebeutet wird.
00:49:31: also die tatsache dass Die Leute mit ZUNO da irgendwie viel Millionen verdienen und unser eins rumkrebst, ist gleichermaßen dermaßen empörend wie auch irgendwie auf eine komische Art nicht ermutigend.
00:49:46: Aber ich denke mir dann immer so ja ihr könnt aber nicht das was ich kann.
00:49:50: So fertig!
00:49:51: Ihr braucht mich, ich brauche euch nicht.
00:49:53: Selbst wenn ihr damit um ein jung fahres reicher werdet.
00:49:57: Ihr wisst nicht wie toll es ist über Jahrzehnte seinen eigenen Stil seine eigene... zu Texten, zu schreiben aufzutreten.
00:50:07: Einfach das als ein Teil des Lebens zu haben seit ich denken kann und ... Das können die mir auch nicht wegnehmen.
00:50:13: also den Prozess können sie einem nicht weg nehmen.
00:50:15: Sie können einem die Produkte wegnehmen und zu Unterrammspreisen und können damit den größten Verbrechen begehen aber sie können mich nicht daran hindern mich auf dem Weg dahin mit der Musik so zu befassen.
00:50:26: Davon kann man immer noch die Miete nicht bezahlen Aber es ist vielleicht auch etwas was uns ganz gut tut.
00:50:31: allen Dass wir sagen, darauf kommt es an.
00:50:34: Und dann ist der nächste tolle Post, den wir auch ständig noch machen sollen, vielleicht nicht mehr ganz so wichtig?
00:50:40: Das ist irgendwie eine Gegenimpuls zu dieser ... zumindest bei mir erwähnt mich viel.
00:50:45: Ich glaub viele sind völlig desillusioniert und werben sogar das Handtuch kann ich verstehen.
00:50:49: Bei mir wird daraus zum Glück auch eine totale Kraft
00:50:53: generiert.".
00:50:55: Bevor wir den Laden für heute zuschließen soll natürlich noch Zeit für unsere Lieblingskategorie sein nämlich die gute Nachricht!
00:51:03: Du hast uns ja heute was mitgebracht, oder Lina?
00:51:05: Yes!
00:51:05: Und zwar habe ich ein bisschen in die Ferne geschaut.
00:51:07: Im November findet der erste Eurovision Song Contest Asia statt.
00:51:12: Ja also der heißt dann trotzdem Eurovision obwohl er in Asien stattfindet.
00:51:17: Ich finde das super interessant.
00:51:19: Also zum einen dass dieses Format Eurovision song contest exportiert wird aber gleichzeitig ist es super interessant diese wirklich spannende asiatische popmusiklandschaft auch über die ja international sehr präsente koreanisches genaues besser kennen zu lernen.
00:51:34: Und ich werde das definitiv mitverfolgen, wieder am vierzehnten November zehn Länder beim Finale in Bangkok antreten werden und bin sehr gespannt wo die Eurovision Krone hingeht!
00:51:45: Ja klingt nice und kurios und Deutschland läuft ausnahmsweise nicht Gefahr letzter zu werden.
00:51:50: Lieben wir
00:51:51: ja damit wären wir dann auch am Ende dieser dreiunddreißigsten Episode von Reperbahn Festival Deep Dive angelangt.
00:52:00: Wir bedanken uns herzlich bei Albrecht Schrader für seine Takes und bei jeder einzelnen Person da draußen, die einmal mehr Reper-Bahn-Festival Deep Dives gehört hat!
00:52:10: Wir möchten Blumen verteilen an unser wunderbares Team hier im German Wahnsinn Studio – an Luisa, an Michi, an Lou, an Henry und natürlich an Lisa und das Musikwoche-Team ganz besonders aber wie immer an dich lieber Alex der durch hier mit mir in diesem Studio hinter der Plexiglass-Scheibe sitzt und abnerdest.
00:52:29: Hey, danke für die gemeinsame Reise, Lina!
00:52:32: Und auf wirklich mindestens dreiundreißig weitere Folgen Schnapszahlgröße.
00:52:37: Leute lasst uns wie immer gerne eure Meinung zur Folge oder natürlich auch eine Bewertung da?
00:52:41: Auf der Streaming-Plattform eures Vertrauens oder per E-Mail an deepdive at reperbahnfestival.com.
00:52:48: Reperbahn Festival Deep Dive ist ein Podcast der RBX GmbH und wird präsentiert von Musikwoche Redaktion und Recherche, Lina Burkhausen und Alex Barbian.
00:52:58: Produktion, Produktdesign und Vermarktung, Christina Schäferst, Luisa Blotzki, Lou Böhm und Michael Götting Studio German Wahnsinn.
00:53:07: mit besonderem Dank an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
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