#30 – “Wer bleibt? Pop im ländlichen Raum zwischen Förderlöchern und Festivalekstase”

Shownotes

Die Musikszene im ländlichen Raum steht vor einer Zerreißprobe: Zwischen Vereinssterben und Kürzungen im Bereich Kulturförderung manövrieren sich oft übersehene Potenziale und kreative Köpfe durch die Poplandschaft. Die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bringen insbesondere die ostdeutschen Flächenländer ins Spotlight unserer Branche: Wie würde sich eine Regierung durch eine rechtsextreme Partei auf die Musikinfrastruktur im ländlichen Raum auswirken? Und wie können wir als Musikbranche Kulturschaffende auf dem Land stützen und schützen? Darum geht es in dieser Folge Reeperbahn Festival Deep Dive – dem Podcast aus der Musikbranche, für die Musikbranche.

Welche Musikbranchenplayer aus dem ländlichen Raum sollten wir auf dem Schirm haben? Sag es uns in den Kommentaren! Wir freuen uns auf deine Meinung zum Thema, auch auf den Social Media Accounts des Reeperbahn Festivals oder per E-Mail an deepdive@reeperbahnfestival.com.

Shownotes:

Diese Folge von Reeperbahn Festival Deep Dive wurde am 5. Juni 2026 aufgezeichnet. Jüngere Entwicklungen zum Thema konnten nicht berücksichtigt werden.

In dieser Folge zu hören: Julia Sasse (Aktion Musik / local heroes e.V.), Markus Graf (pop rlp), Mirko Roßner (splash! Festival) und Pablo Himmelspach (Hinterlandgang)

In der Folge erwähnte Quellen, Studien, Websites & weiterführende Literatur (in alphabetischer Reihenfolge):

100 Tage Sommer Open Air (Website). https://100tagesommer.de/

AfD Sachsen-Anhalt: „Regierungsprogramm“.

Aktion Musik / local heroes e.V. (Website). https://www.local-heroes.de/

Berliner Morgenpost: Fragwürdige Kulturpolitik. AfD will „Stolz-Pass“ einführen. https://www.morgenpost.de/politik/article408995540/fragwuerdige-kulturpolitik-afd-will-stolz-pass-einfuehren.html

Bezirk Mittelfranken: Popularmusikberatung. https://www.bezirk-mittelfranken.de/kultur-heimat/bezirksheimatpflege/popularmusikberatung.html?tx_tweprivacy_eprivacydialog%5Baction%5D=dialog&tx_tweprivacy_eprivacydialog%5Bcontroller%5D=Subject&cHash=fca80abcce22ef2b92266005114f9766

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Siedlungsstruktureller Kreistyp. https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/kreise/siedlungsstrukturelle-kreistypen/kreistypen.html

Bundeszentrale für politische Bildung: Ländliche Räume in Deutschland – ein Überblick. https://www.bpb.de/themen/stadt-land/laendliche-raeume/334146/laendliche-raeume-in-deutschland-ein-ueberblick/

Büro für Popkultur und Musik Sachsen: Pop fördern. https://bpm-sachsen.de/pop-foerdern/

Club574 (Olpe) (Website). https://club574.de/

Deutsche Welle: Missbraucht die AfD parlamentarische Anfragen? https://www.dw.com/de/missbraucht-die-afd-parlamentarische-anfragen-zur-einsch%C3%BCchterung/a-76895847

Deutschland.de (Auswärtiges Amt): Stadt und Land – eine Beziehungsgeschichte. https://www.deutschland.de/de/topic/leben/stadt-und-land-fakten-zu-urbanisierung-und-landflucht

Deutschlandfunk: 27 Organisationen warnen vor patriotischer AfD-Kulturpolitik. https://www.deutschlandfunkkultur.de/at-kulturpolitik-in-sachsen-anhalt-kulturinstitutionen-warnen-vor-afd-100.html

Deutschlandfunk: Popkultur im ländlichen Raum soll mit Initiativen gestärkt werden. https://www.deutschlandfunkkultur.de/popkultur-im-laendlichen-raum-soll-mit-initiativen-gestaerkt-werden-102.html

Deutschlandfunk: Wie in Sachsen-Anhalt Thüringer Verhältnisse verhindert werden sollen. https://www.deutschlandfunk.de/afd-sperrminoritaet-reform-sachsen-anhalt-landtagswahl-100.html

Deutscher Preis für Schallplattenfachgeschäfte – EMIL (Website). https://deutscher-preis-fuer-schallplattenfachgeschaefte.de/

FETT e.V.: FETTival. https://fettev.org/knights-fettival/

Hemmersdorf Pop Förderverein (Website). https://hemmersdorfpop.de/hemmersdorf-pop-foerderverein-e-v-mitglied-werden/

Initiative Musik: Popkultur im ländlichen Raum: Initiative Musik legt Ergebnisse des Dialogformats vor (Pressemitteilung). https://www.initiative-musik.de/pressemitteilungen/pm2025/popkultur-im-laendlichen-raum-initiative-musik-legt-ergebnisse-des-dialogformats-vor/

Initiative Musik: Popkultur im ländlichen Raum. Positionen, Festivals, Regionen.
https://www.initiative-musik.de/wp-content/uploads/sites/4/2025/05/dialogFORM_1.Ausgabe_2025.pdf

Initiative Musik: Studie Musikfestivals in Deutschland. Vielfalt, Strukturen und Herausforderungen. https://www.initiative-musik.de/wp-content/uploads/sites/4/2025/09/Studie-Musikfestivals-in-Deutschland.-Vielfalt-Strukturen-und-Herausforderungen.pdf

Kulturstaatsminister: Kultur in ländlichen Räumen. https://kulturstaatsminister.de/kunst-und-kulturfoerderung/kultur-in-laendlichen-raeumen

Kunststiftung Sachsen-Anhalt: Warnung vor nationalistisch ausgerichteter Kulturpolitik in Sachsen-Anhalt. https://www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de/warnung-vor-nationalistisch-ausgerichteter-kulturpolitik-in-sachsen-anhalt/

Land Sachsen-Anhalt: Gesetz zur Förderung der Kunst und Kultur im Land Sachsen-Anhalt (Kulturfördergesetz des Landes Sachsen-Anhalt - KulturFöG LSA). https://www.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/StK/STK/Startseite_pdf_Dokumente/Ohne_Vorblatt_Anlage_zur_KV_KuF%C3%B6G_LSA_GE_mit_Begr%C3%BCndung_04.03.25.pdf

Leipziger Volkszeitung: Gescheiterte Pläne für „Cult“ bei Borna – ein Krankenpfleger will’s nun packen. https://www.lvz.de/lokales/leipzig-lk/borna/borna-geplatzte-plaene-fuer-ex-disco-cult-krankenpfleger-will-s-packen-H3A3POREAZEUDE5ESA4FYLSSHE.html

LOTT Festival: LOTT Gesellschaft. https://www.lott-festival.de/lott-gesellschaft/

Marodes.de: Klubhaus Buna Schkopau (Haus der Freundschaft). https://marodes.de/klubhaus-buna-schkopau-haus-der-freundschaft

MDR: Jugendclub in Gardelegen: "Stillstand bedeutet Tod". https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/stendal/salzwedel/jugendclub-jugendarbeit-einrichtungen-finanzierung-gardelegen-mdr-100.html

MDR: Kürzungen: Suhler Jugendclub muss schließen. https://www.mdr.de/video/mdr-videos/f/video-995946.html

MDR: Kultureinrichtungen warnen vor Kulturpolitik der AfD in Sachsen-Anhalt. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl/afd-politik-kunst-foerderung-wahlprogramm-kultur-news-100.html

MDR: Landtag stärkt Kunst und Kultur gegen politische Einflussnahme. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/kulturfoerdungsgesetz-sachsen-anhalt-102.html

MDR: Patriotische Kunst: AfD Sachsen-Anhalt im Kulturkampf. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl/afd-kulturkampf-landtag-wahl-programm-kultur-news-104.html

MDR: Umfrage zur Landtagswahl: AfD legt auf 41 Prozent zu – CDU bei 26 Prozent. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/landtagswahl-sonntagsfrage-umfrage-trend-104.html

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: Land fördert mit "Perspektive Pop 2.0" 25 Musik- und Veranstaltungsprojekte. https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/kunst-kultur/kulturpolitik/poplaend/perspektive-pop-20-foerdert-25-musikprojekte

NDR: Hier gibt es Kultur in MV: "PopKW-Atlas" macht Musikszene sichtbar. https://www.ndr.de/kultur/musik/hier-gibt-es-kultur-in-mv-popkw-atlas-macht-musikszene-sichtbar,popkw-100.html

NDR: Ist die Party vorbei? In SH gibt es immer weniger Clubs und Discos. https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/ist-die-party-vorbei-immer-weniger-clubs-und-discos-in-sh,disco-100.html

Ponyhof: Statement auf Instagram. https://www.instagram.com/p/DY2jdgDCLAj/?img_index=1

Pop2Go: Förderung. https://www.poptogo.de/poptogo/foerderung/

popKW: popKW-Atlas. https://www.popkw.de/popkw-atlas/

Reeperbahn Festival: Helga Festival Award. https://www.reeperbahnfestival.com/helga-festival-award

Spiegel.de: Hölle, Hölle, Hölle: Warum die Großraumdisco nicht sterben darf. https://www.spiegel.de/panorama/warum-die-grossraumdisco-nicht-sterben-darf-a-00000000-0003-0001-0000-000000839840

taz.de: Absolute Mehrheit für AfD rückt näher. https://taz.de/Landtagswahl-in-Sachsen-Anhalt/!6178992/

Tagesschau: Wie die AfD die Kultur in Sachsen-Anhalt umdeutet. https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bauhaus-afd-dessau-100.html

Tagesspiegel: Sozialarbeiter warnen vor Sparkurs: „Wo Jugendzentren schließen, gibt es rechte Gruppen, die das Feld besetzen“. https://www.tagesspiegel.de/politik/sozialarbeiter-warnen-vor-sparkurs-wo-jugendzentren-schliessen-gibt-es-rechte-gruppen-die-das-feld-besetzen-11576333.html

Überrechts.de: Kulturpolitik als Waffe: Was die AfD mit Sachsen-Anhalt vorhat. https://www.ueberrechts.de/p/kulturpolitik-als-waffe-afd-sachsen-anhalt-regierungsprogramm

Verband für Popkultur Bayern: Pop in ländlichen Räumen. https://popkultur.bayern/projekte/pop-in-laendlichen-raeumen/

ZAPP: AfD-Angriff auf den ÖRR: Die Versprechen des Björn Höcke . https://www.youtube.com/watch?v=fqAa_xPwyCk

ziviz.de: Vereinssterben im ländlichen Raum – Digitalisierung als Chance. https://www.ziviz.de/landdigital

Reeperbahn Festival Deep Dive ist ein Podcast der RBX GmbH und wird präsentiert von Musikwoche. Redaktion & Recherche: Alex Barbian & Lina Burghausen Produktdesign & Produktion: Christina Schäfers, Luisa Blotzki, Lou Böhm & Michael Götting Studio: German Wahnsinn mit besonderem Dank an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien 

Die in diesem Podcast geäußerten Meinungen und Ansichten der Hosts sowie der Gäste spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der RBX GmbH wider. Der Podcast dient als Plattform für die Diskussion von Themen und den Austausch von Expert*innenmeinungen. Alle Inhalte sollen zur Inspiration und zur Anregung von Diskussionen dienen und stellen keine offiziellen Positionen oder Empfehlungen der RBX GmbH dar.

Transkript anzeigen

00:00:02: Ich glaube, das größte Missverständnis ist immer noch dass man denkt im ländlichen Raum fehlt irgendwie an Kreativität oder an interessanten Szenen.

00:00:10: Ich glaube das Gegenteil ist der Fall.

00:00:12: es gibt da viel Engagement viele eigenständige kulturelle Identitäten und ganz oft noch eine große DIY-Mentalität.

00:00:19: also Hands on einfach machen Berlin, Hamburg, Köln, München, Frankfurt vielleicht noch Leipzig, Hannover, Stuttgart, Düsseldorf und Mannheim.

00:00:29: Denkt man an lebendige Musikszenen in Deutschland dann landet man fast immer bei Städten mit sechs bis siebenstelligen EinwohnerInnenzahlen.

00:00:37: Hier kumulieren sich Branchenplayer, Stadtfestivals, Venues und Kreative.

00:00:42: Hier steckt auch das zugegeben oft nicht viel Geld der Pop-Szene.

00:00:47: Nun leben aber siebenundfünfzig Prozent der Bevölkerung in Deutschland eben nicht in einer Großstadt sondern im ländlichen Raum Und hier ist eine Popinfrastruktur in etwa so wahrscheinlich wie eine U-Bahn Anwendung.

00:00:59: Warum das alles andere als egal ist und was Popkultur eigentlich mit den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu tun hat, darüber reden wir heute bei dieser bereits dreißigsten Folge von Reperbahnfestival Deep Dive dem Podcast aus der Musikbranche für die Musikbranche präsentiert von Musikwoche.

00:01:19: Wir?

00:01:20: Das sind mein geschätzter Kollege Alex Barbian

00:01:22: Und meine geschätzte Kollegin Lina Bohrkrausen.

00:01:25: Wie schön dass ihr einschaltet!

00:01:27: Wer Deep Dive kennt, der weiß dass in jeder Folge nicht nur unsere Stimmen sondern auch die zahlreiche Branchen-Expertinnen zu hören sein werden.

00:01:36: Diesmal sind das Local Heroes Chefin Julia Sasse, Markus Graf von POP RLP, Splash mit Gründer Mirko Rosner und Pablo Himmelsbach von der Hinterland Gang.

00:01:47: Unsere Quellen weiterführende Infos und Leseempfehlungen findet ihr in unseren Show Notes.

00:01:53: Da es sich um ein sehr aktuelles Thema handelt, sei noch darauf hingewiesen, dass wir diese Folge bereits am fünften Juni-Zw.

00:02:00: Jahrzehnte und zwanzig aufnehmen.

00:02:02: Neuere Entwicklungen können wir hier leider nicht abbilden.

00:02:05: Außerdem eine Vorwarnung!

00:02:07: Diese Folgediebdive wird definitiv keine leichte Kost aber bitte bleibt trotzdem dran.

00:02:13: Am Ende wollen wir konkrete Handlungsempfehlungen mit euch teilen wie wir alle die Musikkultur im ländlichen Raum stärken können.

00:02:20: Und damit gehen wir rein.

00:02:26: Ich bin vor einigen Wochen in Köln gewesen auf der CO-Pop und von einem Panel dort ist mir eine Aussage sehr im Kopf geblieben, und zwar von Katja Luker, ihres Zeichenschefin der Initiative Musik.

00:02:38: Und diese Aussage hat mich sehr beschäftigt.

00:02:41: ich zitiere mal Wir haben über Jahre nicht auf die ländlichen Räume geschaut.

00:02:45: Die Reaktion vom Panel war sich da sehr einig nämlich dass uns dieser Aspekt, diese Ignoranz jetzt als Kulturbranche ein Stück weit um die Ohren fliegt.

00:02:54: Dabei kann man gar nicht so richtig klar sagen, was dieser ominöse ländliche Raum nun eigentlich ist.

00:03:01: Laut Bundeszentrale für politische Bildung gibt es ganz verschiedene Definitionen von ländlichen Räumen – zum Beispiel in Abhängigkeit der Bevölkerungsdichte oder der Nähe zu Ballungsgebieten.

00:03:13: Klar ist jedoch, dass sich ländliche Lebensräume deutlich häufiger in der nördlichen Hälfte Deutschlands finden lassen als im Süden und natürlich im Osten Bayern mitgerechnet deutlich mehr als im Westen des Landes.

00:03:26: Die Tendenz ist so ganz generell das es immer mehr Menschen in größere Städte zieht.

00:03:31: Landflucht ist ein verbreitetes Problem vor allem in Ostdeutschland.

00:03:35: Aktuell leben nur fünfzehn Prozent der Menschen in Deutschland in einem Ort mit weniger als fünftausend Einwohnern.

00:03:41: Gerade

00:03:42: das Thema Landflucht ist Auslöser für viele Transformationen, die auch uns betreffen.

00:03:47: Laut Statistiken könnten manche Landkreise in Brandenburg bis zu einem Drittel ihrer Bevölkerung verlieren.

00:03:56: Für die Leute, die bleiben bedeutet das ein Wegfall von Infrastruktur Arztpraxen Geschäfte Kneipen Schulen Kitas schließen Jobs fallen entsprechend weg der Bus fährt nicht und auch kulturelle Angebote werden immer dünner.

00:04:10: Es

00:04:10: gibt hier höchstwahrscheinlich einen Zusammenhang, und zwar zwischen diesen Entwicklungen die du beschreibst.

00:04:15: Und den letzten Wahlergebnissen.

00:04:16: bei denen hat ja inzwischen manchen Bundesländern gesichert rechtsextreme AfD in den strukturschwachen ländlichen Regionen massive Erfolge eingefahren.

00:04:26: Denn der Nährboden für Extremismus ist natürlich da besonders groß, wo Menschen sich abgehängt und ja auch vielleicht ein Stück weit vergessen fühlen.

00:04:35: Und wo früher war alles besser eben keine Floskel ist sondern anstückweit auch Realität.

00:04:40: Während in größeren Städten durch Kultur und gerade Musik Menschen zusammenkommen wird die Isolation auf dem Land größer Lina, ich glaube wir beide wissen sehr gut wie wichtig Musik auch für die eigene Identitätsfindung ist und für die Sozialisation mit bestimmten politischen Werten.

00:04:58: Darüber haben wir in unserer allerersten Deep-Dive Folge im letzten Jahr gesprochen.

00:05:03: Und wenn Musik das nicht übernimmt weil es einfach keine musikalische Infrastruktur vor Ort gibt hinterlässt das Lücken gerade bei jungen Menschen.

00:05:12: Musikkultur im weitesten Sinne ist einfach Lebensqualität auch wenn das pathetisch klingen mag, durchaus ein Grundbedürfnis und Grundpfeiler unserer Demokratie.

00:05:23: Auf jeden Fall!

00:05:23: Und ich finde in manchen Teilen der neuen Bundesländer sieht man sehr gut welches Vakuum die Abstinenz von Kultur dahinterlassen hat.

00:05:31: also Ich bin ja so als klassisches Wendekind in Sachsen-Anhalt groß geworden.

00:05:36: was ich immer wieder beobachte Wenn ich durch meine Heimat fahre sind diese riesengroßen leer stehenden Kulturhäuser.

00:05:42: ich denke an Bitterfeld oder an Schrobau zum Beispiel.

00:05:44: In der DDR gab es hier selbst Abgelegensten Kleinstadt, so ein riesiges Kulturhaus mit Theaterprogrammen, Konzerten, Tanzveranstaltungen usw.

00:05:53: Und was da auf die Bühne kam und wie sehr das auch natürlich... politisch gesteuert war, das stand natürlich noch mal auf einem anderen Blatt.

00:06:00: Nach der Wende waren die wohl wichtigsten Kulturorte für junge Menschen in den neuen Bundesländern zum einen die Diskotheken in kleineren Städten und auf dem Land – ja man quetschte sich in den kleinen Opel Corsa und fuhr zum Festzelt nach Köln ins Kult bei Borna ins Berner Biom in Bernburg oder in Sachsen-Center in Stollberg.

00:06:21: Zum anderen traf man sich in IJZ und Jugendclubs, wo die Punkband aus der Schule ihren ersten Auftritt hatte.

00:06:28: Und man bei einer Jam zum ersten Mal versucht hat zu Breakdancen.

00:06:31: Da wäre ich gern dabei gewesen bei dir!

00:06:33: Ja diese Orte verschwanden und verschwinden immer mehr und das ist nicht nur ein Ostproblem tatsächlich.

00:06:39: In Schleswig-Holstein

00:06:40: z.B.,

00:06:40: ist die Anzahl der Diskotheken und Tanzlokale von im Jahr von ca.

00:06:45: um über vierzig Prozent gesunken.

00:06:48: In meiner Heimatstadt Dessau und auch Umgebung existiert heute kein einziger der Clubs mehr, in denen ich als Jugendliche feiern war.

00:06:54: Bei

00:06:55: Jugendclubs-und alternativen Jugendzentren ist die Lage übrigens kein bisschen besser – Die Orte an den jungen Menschen gemeinsam Musikkultur leben verschwinden.

00:07:04: Parallel dazu wandern zahlreiche popkulturelle Connections ins Internet ab.

00:07:10: Man braucht auch nicht mehr das IOZ und die Gothic Night im Clubzelt in Köthen, um Gleichgesinnte zu treffen mit denen man den Musikgeschmack teilt.

00:07:18: Die findet man eben auf Reddit oder TikTok.

00:07:21: Ja zugleich sind wir Menschen aber ja... Auch soziale Geschöpfe und das eben nicht nur online.

00:07:27: Wenn der einzige Ort, wo man als junger Mensch hängen kann dann die Bushaltestelle oder die Tanke am Stadtrand ist, dann wächst natürlich auch hier nachvollziehbarerweise der Frust.

00:07:37: Und wenn es keinen realen Ort gibt, wo ein Popkultur erleben kann, steigt dafür vielleicht auch die Bereitschaft sich das Tiktok der Nazi-Band aus dem Nachbardorf reinzuziehen was in der WhatsApp Gruppe der Schulklasse kursiert.

00:07:49: Christian Sparczek, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für soziale Arbeit sagte sehr treffend ich zitiere dort wo Jugendzentren schließen gibt es rechte Gruppen die das Feld besetzen.

00:07:59: Diese Aussage lässt sich natürlich auch um Clubs und generell Kulturorte ergänzen.

00:08:04: Die kulturellen Gegebenheiten schwanken natürlich sehr.

00:08:07: Gerade Regionen mit starken musikalischen Traditionen tun sich leichter, überhaupt ein Angebot auf die Beine zu stellen und wenn es nur die Karnevalskapelle ist.

00:08:17: In Regionen, die diese gemeinsame musikalische Identität nicht haben sieht es dunkler aus – ich denke da zum Beispiel an Sachsen-Anhalt was ja in den Jahrhundert neunzig erst aus verschiedenen Regionen so gegründet wurde!

00:08:31: Ich bin bei meiner Recherche für diese Folge über den Pop-KW-Atlas vom Landesverband für populäre Musik und Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern gestolpert.

00:08:40: Der gibt erstmals einen Überblick über die Popinfrastruktur des Bundeslandes, also über Labels, Festivals, Venues usw.

00:08:48: Besonders spannend fand ich daran dass in Macpom mehr als die Hälfte der Spielstätten des Bundeslands im ländlichen Raum liegt.

00:08:56: Die wenigsten dieser Spielstädten sind da reine Musikvenues sondern in der Regel so Interdisziplinäre Kulturräume.

00:09:04: Das können zum Beispiel soziokulturelle Zentren sein, wie eben unser geliebtes AJZ der Jugend... Aber auch Musikbars, Cafés, Dorfkneipen kleine Kulturhäuser und und.

00:09:15: Ein Verein der die Infrastruktur im ländlichen Raum sehr gut kennt und mitgestaltet ist der Aktion Musik Local Heroes EV mit Sitz in Salzwedel.

00:09:24: Neben dem größten Non-Profit Newcomerinnenpreis in Deutschland, der durch den Verein vergeben wird, sind Local Heroes mit NewcommerInnen Förderformaten in Sachsen-Anhalt und in ganz Deutschland unterwegs.

00:09:36: Wir haben mit der Geschäftsführerin des Vereins Julia Sasse gesprochen, die uns einen Einblick in die Musikinfrastruktur auf dem Land gegeben hat.

00:09:45: Also die Popmusik-Szene im ländlichen Raum sind ja wirklich weit gestreut.

00:09:49: In Sachsen-Anhalt zum Beispiel wo unser Verein sitzt ist es ein Flächenland das heißt man braucht wirklich sehr lange mit dem Auto um von... dem südlichsten Punkt bis zum nördlichste Punkt zu kommen.

00:10:01: Wir sitzen in Salzwedel, der Ort in Deutschland, der am weitesten von einer Autobahn entfernt ist und demzufolge zeichert sich auch die Popmusik-Szene dort ab.

00:10:10: also es gibt sehr vereinzelte Clubs ganz viele so zykulturelle Zentren darauf trägt sich eigentlich alles und ansonsten Bars.

00:10:20: Als musikschaffende Person muss man sich diesen Bedingungen fügen.

00:10:24: Aber als Artist auf dem Land zu leben, das muss gar kein Nachteil sein wie uns Julia erzählt hat.

00:10:30: Der Vorteil im ländlichen Raum ist gerade für junge Musikerinnen und Musiker dass sie in der Regel Proberäume haben.

00:10:37: Das ist andererseits an den Städten weil Sie einfach in der häuslichen Garage im Keller oder sonstwo proben können Weil es natürlich einen ganz anderen Lärmschutz gibt ja also quasi Ein Familienhäuser, viele und man probt dann halt einfach wo man die Möglichkeiten hat.

00:10:54: Das ist natürlich total cool!

00:10:55: Man muss sich weniger organisieren was das eigentlich musizieren angeht.

00:10:59: aber dann geht es weiter mit Musikschulen die es nur in den Kreisstädten gibt Die häufig auch ehrenamtlich getragen sind Und dass es in Städten hat man eine ganz andere Infrastruktur als im ländlichen Raum Aber man hat auch ne größere Konkurrenz.

00:11:15: Also in den Städte hast du da nicht eben deine zweite oder dritte Band, die auch noch da ist im Musikmarkt.

00:11:22: Sondern da hast du gleich Hunderte und im ländlichen Raum bist du natürlich gleich auch jemanden wenn du überhaupt Musik machst und wenn du dann irgendwo auftreten kannst.

00:11:30: das ist total cool!

00:11:31: Das wird auch von einer unwahrscheinlich großen Community unterstützt was ich eben alle Familien auch kennen und dann supportet man sich gegenseitig und man wird denn einfach auch zu Auftritten gefahren.

00:11:42: ja und viele Beispiele in der Musikwelt zeigen ja auch dass die besten Songs häufig im ländlichen Raum entstanden sind.

00:11:49: Da du hast kaum Ablenkung, du fokussierst dich einfach komplett auf dein Thema und kannst schreiben üben machen... Eine Band, die es quasi perfektioniert hat aus dem ländlichen Raum heraus eine erfolgreiche Musikkarriere aufzubauen ist Die Hinterland Gang.

00:12:06: Das Duo kommt aus Mecklenburg-Vorpommern und veranstaltet seit fünf Jahren ein eigenes Festival namens «Einhundert Tage Sommer» in Demien.

00:12:14: Gleichzeitig thematisieren sie die eigene Heimat aber auch in ihrer Musik.

00:12:18: Wir haben vorab mit Pablo, also einer Hälfte der Hinterland-Gang gesprochen.

00:12:22: Der auch viele Vorteile daran sieht eben nicht in Berlin und Hamburg oder Köln auf den Durchbruch hinzuarbeiten.

00:12:28: Wir haben unser Aufwachsen im ländlichen Raum ja schon bei unseren allerersten Projekten thematisiert.

00:12:34: Und ich glaube dadurch dass wir das so von Anfang an gemacht haben, haben wir als Hinterlandgang ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal damit.

00:12:42: Das würde ich erst mal so als Vorteil sehen weil vor allem jetzt Rap-Bereich, aus dem wir immer noch irgendwie kommen so und von dem unsere Musik stark beeinflusst ist, spielt sich ja sehr vieles einfach im urbanen Ab in der Großstadt.

00:12:58: Und da gibt es aber auch unfassbar viel!

00:13:01: Ich glaube wenn du als junge Künstlerin oder als junger Künstler reinkommst mit genau diesem Themen dann ist das ziemlich schwer sich abzueben gegenüber anderen.

00:13:14: Der ländliche Raum als USP macht insofern Sinn, dass ja auch all diejenigen Menschen einen Soundtrack für ihr Leben brauchen.

00:13:22: Die nicht das schwarz zu blau der Hauptstadt ihren Alltag nennen und die Community, die Julia vorher genannt hatte, der Support der Leute vor Ort, die vielleicht stolz sind, dass welche von ihnen auf immer größeren Bühnen stehen?

00:13:35: Das ist etwas, das auch die Hinterlandgang gut nachvollziehen kann wie Pablo uns vorab erzählt hat.

00:13:41: Generell ist im ländlichen Raum trotz geringerer Bevölkerungsdichte alles irgendwie menschlich näher und unmittelbarer.

00:13:48: Man kennt sich eben, das ist besonders wichtig auf dem Schirm zu behalten wenn man von außen dazu kommt zum Beispiel weil man im ländlichen Raum ein großes Festival veranstalten möchte.

00:13:58: Jemand, der sich damit extrem gut auskennt ist Mirko Rosner.

00:14:02: Mirko ist einer der Mitbegründer des Splash-Festivals und hat als Geschäftsführer der Good Life Festival GmbH zahlreiche Großveranstaltungen im ländlichen Raum mit ausgerichtet.

00:14:12: Dabei war ihm ein enger Kontakt zu den Stakeholders vor Ort immer ganz besonders wichtig wie er uns erzählt hat.

00:14:18: Im ländlischen Raum ist meiner Erfahrung nach alles etwas näher.

00:14:21: Entscheidungsträgerinnen sind dort oft Direktor von den Auswirkungen eines Festivals betroffen oder kennen Menschen, die betroffen sind.

00:14:30: In kleineren Strukturen wird man schneller Teil der Gemeinschaft und muss sich integrieren und kommunizieren.

00:14:35: Es reicht deshalb meiner Erfahrung nach nicht nur die Rechtslage zu kennen.

00:14:40: Man muss sich in die Perspektive der Menschen vor Ort hineinversetzen Die Sorgen ernst nehmen und gemeinsam Lösungen entwickeln.

00:14:53: Ohne die Region, lokale Behörden, Feuerwehr oder seine Klitzdienste wäre ein Festival nicht umsetzbar.

00:15:00: Gleichzeitig ist ein Festival mit dreißigtausend Menschen wie das Blech immer einen Eingriff in den Alltag der Menschen vor Ort.

00:15:07: Straßensperrungen, Verkehr, Schallemissionen oder große Menschenmengen wirken sich direkt auf diese Region aus.

00:15:13: Nach einer Woche ist das Festival vorbei – die Gäste sind weg!

00:15:17: Die Menschen vorort leben aber weiterhin dort wollen Bagen gehen oder spazieren.

00:15:21: Dafür braucht es Verständnis und einen respektvollen Blick auf die Region.

00:15:26: Generell ist der Schlüssel für Veranstalten da also mit den Leuten vor Ort zu arbeiten, nicht gegen sie!

00:15:33: und idealerweise auch Kulturschaffende von vor Ort mit einzubinden, damit sie von der Großveranstaltung in ihrer Heimat profitieren können.

00:15:42: Denn die Strukturen – die für uns in Berlin, Leipzig und Hamburg ganz selbstverständlich sind – haben Musikerinnen- und Musikprofessionals in Gräfen Heinichen oder Demin eben nicht wie uns Pablo von der Hinterlandgang berichtet hat.

00:15:56: Ein Nachteil ist definitiv dass wir relativ spät erst so professionelle Strukturen um uns hatten bzw.

00:16:06: wir mussten auch aus dem ländlichen Raum dann irgendwann raus, um da in professionele Strukture reinzukommen wo man eben mal mit Produzenten zusammenarbeiten kann die ein bisschen Blick für Zeitgeist haben und wirklich... mit vielen verschiedenen Leuten arbeiten und dadurch Erfahrung haben.

00:16:24: Und das war am Anfang schon sehr, sehr klein bei uns weil es eben auch da nur wenig gab.

00:16:30: also wir hatten wenige Möglichkeiten Konzerte zu spielen.

00:16:34: Wir hatten keine besonders großen Möglichkeiten musikalisch uns zu connecten mit Leuten und dagegen seite ich vielleicht sowas aufzubauen Dieses allein auf weiter Flur sein, irgendwie isoliert vom Rest der Musikbranche ist für viele Artists aus dem ländlichen Raum ein Problem.

00:16:53: Früher oder später zieht es die meisten von ihnen deshalb dann doch in die Großstadt – was wiederum bedeutet das auch nachfolgenden Personen?

00:17:00: Die Vorbilder und Kontakte fehlen!

00:17:12: Dazu brachte sie zu drei Terminen jeweils kulturschaffender aus der Lausitz, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt zusammen.

00:17:20: Daraus wurde dann ein Bericht mit Handlungsempfehlungen insbesondere für die Politik abgeleitet auf den wir später auf jeden Fall nochmal zu sprechen kommen

00:17:26: werden.".

00:17:27: Eine der am häufigsten genannten Herausforderungen ist die schwierige Vernetzung von Kulturaktörinnen.

00:17:34: Daraus leitet sich direkt das nächste Problem ab.

00:17:37: Die Sichtbarkeit eben dieser Akteurinnen!

00:17:40: Denn klar kennen dich als Labelgründer in alle, wenn du zu jedem Musikbranchen-Happening in Berlin gehst.

00:17:46: Wenn du aber im Ort mit dem weitesten Weg zu einer Autobahnauffahrt wohnst, naja dann bist du vermutlich maximal auf ein bis zwei Branchen-Events pro Jahr und musst sonst halt zusehen wie die Leute dich auf den Zettel kriegen.

00:17:59: Ja, aber nicht nur die Musikakteur ändern sondern auch das Publikum ist auf dem Land sehr viel verstreuter.

00:18:04: Die Anfahrtswege sind lang.

00:18:06: man kann nicht einfach mit den Öffis zu einer Abendveranstaltung fahren weil der letzte Bus vielleicht schon um achtzehn Uhr fährt.

00:18:13: Dazu ist das Publikum hier eben sehr viel heterogener als in Großstädten.

00:18:18: Entsprechend unterschiedlich sind dann auch die Ansprüche, also die einen wünschen sich einen Sitzkonzert, die anderen wollen vielleicht tanzen und die Veranstalten dann versuchen entsprechend Kompromisse zu finden.

00:18:29: Auch die Artists müssen ja irgendwie zum Veranstaltungsort kommen und dass es für Venues in Sachen Reisekosten durchaus was was ins Geld geht weil sie eben nicht auf eine riesige Liste lokaler Acts zurückgreifen können.

00:18:41: Nicht alle Veranstaltenden auf dem Land haben überhaupt eine eigene Venue.

00:18:45: Ich denke da zum Beispiel an den Club Fünf-Sieben-Vier aus Olpe, die Veranstaltung in verschiedenen Orten umsetzen unter anderem in Lost Places.

00:18:55: Von solchen kreativen und innovativen Initiativen ist der ländliche Raum extremst abhängig wie uns Markus Graf bestätigt hat.

00:19:03: Markus leitet das Kompetenzzentrum für Popularmusik Rheinland-Pfalz – kurz POPRLP.

00:19:09: Hören wir mal kurz rein!

00:19:11: Im ländlichen Raum hängt da unglaublich viel an einzelnen Personen, die sich mit viel Energie engagieren.

00:19:16: Und wenn die dann irgendwann ausbrennen oder wegziehen, fällt ein ganzer Teil der Szene weg.

00:19:22: Deshalb sage ich es immer wieder im ländischen Raum braucht Popkultur nicht nur einzelne Projektförderung sondern langfristige Strukturen und vor allen Dingen Verlässlichkeit in der Förderung.

00:19:34: Ja, Förderungen das ist eigentlich auch das Stichwort denn Pop-Kultur im ländlichen Raum ist oft nur durch Subventionen tragbar.

00:19:42: Die Kosten sind ja trotzdem da, sei es bei Veranstaltungen zum Beispiel für die Miete, für die Venue, Artistgagen, Technik, Reisekosten usw.

00:19:52: Wie zentral Fördermittel sind?

00:19:54: Das haben uns auch Julia und Markus berichtet.

00:19:56: Und Markus hat in den letzten Jahren durchaus einen positiven Trend festgestellt.

00:20:01: Es gibt Bundesprogramme wie Allerland oder verschiedene Förderrichtlinien der Initiative Musik Zum Beispiel Dialog Form, Live-Fundfundert, Plugin oder auch den Festival Further Form.

00:20:13: Die bedienen zunehmend Bedarfe außerhalb der Großstädte und die zeigen dass das Thema auch stärker wahrgenommen wird.

00:20:20: Auch der BVPOP zum Beispiel arbeitet seit vielen Jahren mit Pop to Go ganz gezielt im ländlichen Raum und setzt dort bundesweit hunderte Projekte mit Kindern und Jugendlichen um.

00:20:34: Denn gerade jetzt stehen wieder ganz viele Programme unter massiven Kürzungsdruck, obwohl sie ganz auf die einzige kulturelle Infrastruktur in all den Regionen darstellen und vor allem im ländlichen Raum.

00:20:45: Denn eins ist klar – Abhängigkeit von Fördermitteln bedeutet immer auch Abhängigkeit vom politischen Willen.

00:20:52: Das trifft natürlich auch Veranstaltungen, die nicht primär von Fördermitteln abhängig sind.

00:20:57: Wenn ein Splash-Festival keine Genehmigung örtlicher Behörden bekommt, ja dann kann es ganz schnell unbequem werden.

00:21:04: Ja und für viele Akteurinnen auf dem Land ist die Abhängigkeit von Fördertöpfen wirklich existenziell.

00:21:10: also sei es das öffentlich getragene Theater oder der gemeinnützige Kulturverein wenn diese weggespart werden diese Fördertöpfe dann kommen wir in eine Form von Teufelskreis.

00:21:20: Denn wenn Kultur auf dem Rücken immer weniger Akteurinnen ausgetragen wird, dann verschärfen sich die strukturellen Schwierigkeiten in den ländlichen Regionen.

00:21:27: ja nochmal und ich finde Markus Graf hat das noch mal sehr schön

00:21:31: zusammengefasst.".

00:21:32: Der Unterschied zu urbanen Zentren liegt vor allem darin, dass Städte meist viel dichtere Netzwerke haben also mehr Institutionen, mehr erfahrene AntragstellerInnen, mehr Sichtbarkeit – und natürlich folgt daraus auch, dass man mehr Anschlussmöglichkeiten hat.

00:21:47: Im ländlichen Raum braucht man da eine ganz andere Förderlogik.

00:21:50: Kleiner, flexibler und langfristiger – nicht nur Geld für einzelne Veranstaltungen oder Projekte sondern Unterstützung für Räume, Unterstützung für Koordinationen, Unterstützung von Mobilität, für Kommunikation und ganz wichtig Unterstützung zur Netzwerkbildung.

00:22:08: Es reicht also nicht, immer mal sporadisch ein Säckchen Gold über einen Landkreis auszuschütten.

00:22:14: Es braucht nachhaltige Strukturen und eine Stärkung der Menschen die Musikkultur im ländlichen Raum größtenteils tragen.

00:22:21: Und diese Menschen sind sehr oft ehrenamtlich tätig wie der Dialog Vormbericht zum Beispiel auch gezeigt hat.

00:22:29: An der Stelle möchte ich aber anmerken, dass wir als Musikbranche viel zu selten darüber sprechen wie krass der Erfolg unserer Branche überhaupt von ehrenamtlichem Engagement abhängt.

00:22:40: Julia Sasse dazu!

00:22:42: Also das Ehrenamt ist eine der wichtigsten Säulen, um Popmusik und Pop-Musikförderung überhaupt betreiben zu können.

00:22:49: Das entsteht genauso wie im ländlichen Raum in den Dörfern oder kleinen Gemeinden.

00:22:55: Es ist unwahrscheinlich wichtig, es ist unverzichtbar wichtig muss man dazu sagen!

00:23:01: Unverzichtbar für die Förderung kleinerer Acts, das Betreiben von Bühnen auf den NewcomerInnen erste Erfahrungen sammeln können.

00:23:09: Aber auch für den reibungslosen Ablauf großer Festivals, die immer wieder Voluntiers suchen oder bei den Rettungssanitäterinnen für eine Ehrenamtpauschale unterwegs sind.

00:23:19: Neunundsiebzig Prozent aller Musikfestivals in Deutschland werden in Teilen von ehrenamtlichen organisiert und umgesetzt.

00:23:26: Auf dem Land sind es sogar siebenundachtzig Prozent einer Festivals!

00:23:30: Sechsundfünfzig Prozent der Festivals werden von einem Verein oder einer Stiftung veranstaltet.

00:23:35: Diese Zahlen stammen aus der Festivalstudie, der Initiative Musik und ich finde die machen deutlich wie zentral diese nicht kommerziellen Strukturen für unsere Leifbranche sind.

00:23:45: Zugleich steckt das Ehrenamt in einer Krise.

00:23:48: dazu hier Julius Beobachtungen.

00:23:50: Ich habe viele Jahre durch den ländlichen Raum auch gemacht, um Veranstaltende zu besuchen und darüber zu sprechen.

00:23:57: Was braucht ihr denn eigentlich, um sicher eure Arbeit hier weitermachen zu können?

00:24:02: Und interessanterweise war es da nicht an allererster Stelle das Geld was gefehlt hat sondern es war ganz oft ein Nachwuchsproblem also dass ihren Amt verallt hat und junge Leute fehlen die sich diese Verantwortung zutrauen und dieser Verantwortung auch bewusst sind.

00:24:20: Für so eine Veranstaltung braucht man eben die obligatorischen vier, fünf, sechs Leute, die den Laden schmeißen.

00:24:26: Also Einlass Technik, Catering, Garderobe, Backstage Bar... Wenn das niemand mehr übernimmt dann gibt es eben auch kein Konzert.

00:24:35: ganz einfach und als Soziokultur eines Zentrums zum Beispiel hat man ja nicht nur ein Konzern sondern idealerweise regelmäßig etwas im Eventkalender.

00:24:44: In dem Atemzug hat uns Julia auch auf die immer komplexer werdenden Förder- und Abrechnungsmodalitäten aufmerksam gemacht, denen Vereine und Kollektive eigentlich kaum noch gewachsen sind.

00:24:54: Ja wenn du für eine Kulturförderung vom Land erstmal ein achtzigseitiges Formular ausfüllen und superkomplexe Nachweise erbringen musst wie sie sonst nur irgendwelche Aktiengesellschaften am Start haben dann stoßen Menschen die sich ehrenamtlich engagieren natürlich schnell an ihre Grenzen und gehen im Zweifel leer aus.

00:25:12: dass in vielen Förderregularien von vornherein keine Ehrenamtspauschalen gefördert werden, steht da nochmal auf einem ganz anderen Zettel.

00:25:20: Und sicher haben Jugendliche, die ihre eigene Veranstaltungsreihe im ARZ aufbauen wollen eine andere intrinsische Motivation als die Auseinandersetzung mit GEMA-Formularen.

00:25:31: Viele Vereine und Einzelkämpferinnen haben auch schlichtweg gar nicht das Wissen und die Zeit sich in diese ganzen Themen einzuarbeiten, die es halt braucht.

00:25:39: Ich sag mal so Das Vereinsterben im ländlichen Raum lässt sich wohl eher nicht durch immer komplexere Bürokratie beenden.

00:25:47: Riesiges Problem, weil wir halt so massiv als Musikszene darauf angewiesen sind und ganz besonders eben im ländlichen Raum.

00:25:54: Doch Bürokratie-und Geldmangel sind nicht die einzigen Herausforderungen für Musikschaffende im lndlichen Raum!

00:26:00: Wir hatten vorhin schon das Thema, dass auf dem Land alles menschlich näher ist und man sich eben kennt.

00:26:07: Das ist sicher für viele Kreative ein großer Pluspunkt!

00:26:10: Es birgt aber auch ein Risiko wenn deine Nachbarschaft vielleicht nicht so einverstanden ist mit der Musik die du machst oder dem Festival, das du veranstaltest?

00:26:19: Ja es ist eben anders irgendwie Fun in Games, wenn wir Großstadt-Kids zum CSD mit Livekonzert ins Thüringische Hinterland fahren.

00:26:26: Weniger spaßig ist es für die Veranstaltenen nach dem Ende des Events dann dort bleiben und die eben jede Person kennt vor Ort.

00:26:35: Und wenn es da auf lokaler Ebene nicht den Rückhalt gibt, dann ist die Konfrontation mit zum Beispiel Queer-Feindlichkeit aber auch anderen Formen der Ausgrenzung auf jeden Fall besonders krass und kann auch zur Gefahr werden.

00:26:47: Deshalb an dieser Stelle ein riesiges Showdown an alle, die die Stellung halten als Artists, Veranstalten, Förderplattform für Musikerinnen oder ja anderweitig Kreative.

00:26:59: Eure Arbeit und euer Engagement sind alles andere als selbstverständlich.

00:27:03: Das

00:27:03: kann ich nur unterschreiben, es sind eben gerade Vereiner wie Aktion Musik, Local Heroes

00:27:08: e.V.,

00:27:09: um Julia Sasser die einen Unterschied machen vor Ort zum Beispiel mit lokalen Events und einem eigenen Tonstudio in Salzwerde indem lokale Bands und Artists auch aufnehmen können und an ihrer Professionalisierung arbeiten können ohne nach Berlin zu fahren oder Initiativen wie das Pop-Up Mobil des Bezirks Mittelfranken barbares Beratungsbüro oder mobile Konzertbühne-Verwendung findet.

00:27:36: Es folgt Werbung in eigener Sache!

00:27:38: Mit dem Rabattcode Deep Dive X zusammengeschrieben, könnt ihr euch jetzt zehn Prozent auf Festival und Conference Tickets des Repa-Bahn Festivals sichern – nur so lange der Vorrat reicht.

00:27:50: Werbung Ende Und ganz besonders im Livebereich gibt es immer wieder diese Geschichten, denen eine ganz besondere Magie inne wohnt.

00:27:59: Weil man ihnen anmerkt was möglich ist wenn kreative Leute vor Ort zusammenkommen und gemeinsam etwas gestalten möchten und dabei auf eine politische und behördliche Infrastruktur treffen die sich als ermöglicher versteht und nicht als Stein im Weg.

00:28:14: Ich denke an das Hundert-Tage-Sommer Open Air, dass jedes Jahr von der Hinterlandgang veranstaltet wird.

00:28:20: Darüber wollten wir natürlich mehr wissen und haben Pablo für euch ausgefragt!

00:28:28: Unser Herzensprojekt, das ist so mit die wichtigste Veranstaltung, die wir jedes Jahr machen.

00:28:33: Das wichtigste Konzert findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt und wir laden seit der ersten Veranstaltungen verschiedene Acts aus der Region aber auch von weiter weg auf die Waldbühne in den Min ein.

00:28:45: also es ist eine große DDR-Bühne, die teilweise ein bisschen verwittert und verfallen schon ist, aber ist trotzdem noch alles da.

00:28:55: Bühne von der Stadt de Min zu sehr guten Konditionen.

00:28:58: Da gibt es den sanitäre Anlagen, da gibt's Zufahrtswege.

00:29:01: also das ist echt noch eine intakte Düne die damals für Großveranstaltungen ausgelegt wurde

00:29:07: und

00:29:08: die halt heute so gut wie gar nicht mehr genutzt wird.

00:29:10: deswegen haben die Leute aus der Stadt in dem Min auch würde ich sagen würde ich so interpretieren ein Interesse daran natürlich dass wir das überhaupt was stattfindet und dass wir diese Veranstaltung machen.

00:29:21: Deswegen, wenn ich so höre von anderen Leuten die Veranstaltungen organisieren und wie fest sie willst.

00:29:25: Die müssen sich ja um alles kümmern, eine Struktur erst mal aufbauen.

00:29:28: Wir haben das alles da.

00:29:30: Und ohne dass hätten wir vor allem in den Anfangsjahren das gar nicht geschafft.

00:29:35: Natürlich gibt es viele Leute, die das auch nervig finden.

00:29:38: Aufgrund dessen, dass wir uns klar politisch äußern dadurch, dass für uns gegen rechts äußert.

00:29:43: Das ist kein Geheimnis und das wissen wir auch.

00:29:45: Trotzdem überwiegt bei uns immer wieder dann das positive Gefühl wir da unterstützt werden.

00:29:55: Wir sind bei unserer Recherche über so viele tolle Initiativen, Vereine und Festivals gestolpert, dass man eine ganze Podcaststaffel mit ihnen füllen könnte.

00:30:03: Ich denke zum Beispiel an den Hammersdorfer Popförderverein mit seinem eigenen Festival im Saarland das MSNT in Wendland Das Fettival vom Verein Freunde elektronischer Tanzmusik Thüringen oder das Lotfestival im Hunsrück dass es schon seit nineteenhundert siebenundsiebzig gibt, um wirklich nur eine klitzekleine Auswahl zu nennen.

00:30:25: Wir haben jetzt schon ganz viele Punkte gehört die Popkultur im ländlichen Raum auszeichnen zum Beispiel die starke Sichtbarkeit oder die ja zum Teil auch Isolation von Musikakteuren erinnern.

00:30:37: das sind so zwei Aspekte die mir im Kopf geblieben sind aber auch die enorme Abhängigkeit von Fördermitteln und von einem politischen Willen.

00:30:46: daraus

00:30:46: ergibt sich natürlich eine zentrale Frage Was bedeutet es für die Musik-Szenar auf dem Land, wenn sich politische Mehrheiten verändern und eine gesichert rechtsextreme Partei Regierungsverantwortung übertragen bekommt?

00:30:59: In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist dieses Szenario gar nicht so unwahrscheinlich.

00:31:04: Und ich würde hier an der Stelle gerne mal auf mein Heimatbundesland schauen auf Sachsen Anhalt – wo die Landtagswahl ja schon am sechsten September stattfindet!

00:31:13: In der Wahlprognose von Anfang Mai war die AfD dort die stärkste Kraft mit einundvierzig Prozent der Stimmen.

00:31:19: SPD, Grüne, FDP und BSW liegen knapp über oder unter der fünf Prozent Hürde.

00:31:25: Gerade wenn SPD und Grüne den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollten, könnte die AfD den Prognosen nach sogar allein regieren!

00:31:33: Julia Sasse wohnt in Magdeburg.

00:31:35: Der Verein Local Heroes ist ja ebenfalls im Sachsen-Anhalt ansässig und da haben wir sie natürlich gefragt, wie Sie über eine mögliche AfD-Regierung dort denkt?

00:31:43: Ich glaube, da braucht man sich gar nichts vormachen.

00:31:46: wenn die AfD an die Regierungsgewalt kommen sollte dann wird es ganz krasse sofort sichtbare Einschneidungen auch geben.

00:31:56: Das ist für Popmusik im Speziellen genauso wie für Theater und für Museen.

00:32:01: Das werden die ersten Angriffsbrechen sein, bin ich mir ganz sicher!

00:32:05: Und selbst wenn dieses Szenario nicht eintritt, wird eine Regierungsbildung an der AfD vorbei extrem schwierig werden.

00:32:13: Schon jetzt sehen wir wie eine starke AfD es bedeutend schwerer macht für eine Regierung voranzukommen sei es durch massenhaft Anfragen oder in dem Gesetze oder die Berufung von Richterinnen für das Landesverfassungsgericht durch eine Sperrminorität aktiv blockiert werden.

00:32:30: Die Wahrscheinlichkeit, dass die gesichert rechtsextreme Partei die Landespolitik in den nächsten Jahren maßgeblich prägt ist also sehr hoch.

00:32:37: Deshalb wollen wir eine Prognose wagen was das bedeuten würde konkret?

00:32:42: Für die Landtagswahlen an Sachsen-Anhalt hat die AfD bereits ein Wahlprogramm und das nennt sie ganz selbstbewusst Regierungsprogramm.

00:32:50: Darin beschreibt die AfD sehr eindeutig ihre Pläne für das Bundesland.

00:32:54: Von einer freiwilligen Bürgerwacht ist da die Rede von einem Umbau des Schulsystems und der Geschichtslehrpläne, die einem Zitat gesunden Patriotismus dienlich sein sollen.

00:33:06: Und natürlich hat die AfD auch für das Thema Migration große Pläne – die allerdings größtenteils nicht im Befugnisbereich der Länder liegen zum Glück!

00:33:15: Ja sehr wohl.

00:33:16: ein landespolitisches Thema ist allerdings die Kulturpolitik und dazu hören wir noch mal Julia.

00:33:21: Ja, die Wahl, die uns bevorsteht in Sachsen-Anhalt, die macht Angst.

00:33:24: Die macht wirklich große Angst für die Kultur-Szenen weil ich sage mal anders als vielleicht Bildung wo ja auch sehr viel wenn es die AfD schafft an die Regierungsmacht zu kommen.

00:33:37: Bildung veränderst du jetzt nicht von heute auf morgen.

00:33:40: Kultur veränderst du von heute aus morgen.

00:33:42: Kultur kannst du einfach von Heute Auf Morgen sagen wir streichen die Gelder oder wir unterstützen Ja, sagen wir es anders.

00:33:51: Es gibt ja auch genug Beispiele jetzt schon.

00:33:53: Ihr arbeitet gegen die Politik, die wir sehen dann unterstützen wir euch mit Förderung nicht mehr und das macht natürlich extrem Angst weil Kultur in Sachsen-Anhalt vor allem durch öffentliche Mittel getragen ist.

00:34:06: Insgesamt fünfzehn Seiten über Kulturpolitik umfasst das sogenannte Regierungsprogramm der AfD.

00:34:14: Das Zynische daran würde eine andere Partei den Thema Kultur so viel stellen werden, ihrem Wahlprogramm geben würden wir uns hier vermutlich sogar freuen.

00:34:22: Ich habe das Wahlprogramme der AfD im Vorfeld zu unserer Aufzeichnung gelesen damit ihr es nicht tun müsst und muss sagen dass das wirklich keinerlei Anlass zur Freude gibt, auch wenn Vorhaben wie die Abänderung des Logens von Sachsen-Anhalt von Hashtag modern denken zu Hashtagsdeutsch denken und die Einführungen eines sogenannten Stolzpasses für den Besuch identitätsstiftender Kultureinrichtungen ja fast schon ein bisschen Meme Potenzial haben.

00:34:47: Dass der Kultur so einen großen Stellenwert bei der AfD zugewiesen wird, das begründet die Partei direkt im Programm selbst – und zwar damit das Zitat National Masochismus und fehlendes Selbstbewusstsein, was laut AfD zwei Kernprobleme unseres Landes sind kulturell bedingt sein.

00:35:04: Ich zitiere weiter Die letzten Ursachen der aktuellen Misere sind so mit kultureller Art und können deshalb nur durch gezielte Arbeit an den kulturellen Voraussetzungen geheilt

00:35:12: werden.".

00:35:14: Als Feindbilder folgen in dem Wahlprogramm dann so schlagwurde wie die kulturelle Erbe entkernt habe und der oft genannte Einfluss der angeblichen Regenbogenideologie.

00:35:28: Die

00:35:28: Idee der AfD ist eine – und ich zitiere hier sowohl aus dem Wahlprogramm als auch aus diversen Interviews – kulturpolitische Wände um hundred-achtzig Grad, in der zu buntes Agitprop-Réportoir mit Regenbogen Willkommens tralala und linksliberale Vielfaltsideologien einer Renaissance der deutschen Kultur weichen sollen.

00:35:52: Im Wahlprogramm der AfD für Sachsen-Anhalt steht ein Absatz, der sich klar wie eine Drohung an die freie und bunte Kulturlandschaft liest.

00:36:01: Das Grundgesetz verpflichtet uns, auch solche Kunst zu akzeptieren.

00:36:06: Das Grundgesetz verpflichtt uns aber nicht, solche Kunstzufördern!

00:36:10: Die Kunstfreiheit ist kein Anspruch alles Mögliche gefördert zu bekommen.

00:36:14: Deshalb werden wir mit Staats- und Steuergeldern vorwiegend solche Kunst fördern die einen Beitrag zur deutscher Identitätsfindung leistet.

00:36:22: Kunstsolle wenn es denn nach der AfD geht?

00:36:25: Vor allem zum Ziel haben sie nationale Identität zu stärken.

00:36:29: tut sie das nicht, solle sie eben keine Fördergelder mehr von Bund, Land oder Kommunen bekommen.

00:36:35: Ein ähnlicher Ton wird auch in Bezug auf die Förderung von Vereinen angeschlagen.

00:36:40: Diese sollten – wenn es nach der AfD geht – fortan nur noch Fördermittel bekommen, wenn Sie Zitat ein glaubhaftes Bekenntnis zur demokratischen Ordnung und zu einer patriotischen Grundhaltung ablegen.

00:36:52: Auf der Abschlussliste der AfD stehen auf freie Radiosender.

00:36:55: Explizit genannt wird in dem Wahlprogramm zum Beispiel, der ein Haller ansässige Radiosendner Korax und klar!

00:37:02: Der Rundfunk-Staatsvertrag soll natürlich auch direkt gekündigt werden

00:37:05: Was das konkret bedeuten würde für den öffentlich rechtlichen Rundfunken Sachsen-Anhalt.

00:37:10: dazu gibt es einen sehenswerten Beitrag vom NDR in der Sendung ZAPP.

00:37:14: Den verlinken wir euch in den Show Notes.

00:37:17: Dass das Wahlprogramm der AfD für einen Aufschrei in der Kulturszene in Sachsen-Anhalt gesorgt hat, das wundert mich ehrlich gesagt nicht.

00:37:24: Schon im April haben siebenundzwanzig Kulturorganisationen aus dem Bundesland eine gemeinsame Stellungnahme zu dem Wahlprogrammen veröffentlicht und ich glaube diese Stellungname war der Moment wo wir alle gecheckt haben wie sehr die Kacke eigentlich am Dampfen ist.

00:37:40: Die Unterzeichnenden sprechen klar von einer Verengung des Kulturbegriffs durch die AfD betont die Parteistelle demokratisch verankerte Erinnerungskultur, die Kunstfreiheit und die Offenheit kultureller Institutionen infrage.

00:37:54: Der Deutsche Kulturrat wirft der AfD vor schon jetzt schwarze Listen zu führen in denen festgelegt sei welche Kulturbereiche nicht mehr gefördert werden sollen wenn die AfD an die Macht komme.

00:38:05: Das streitet der kulturpolitische Sprecher der AfD, Hans-Thomas Tillschneider allerdings ab.

00:38:10: Dennoch haben all diese Bedrohungslagen schon jetzt einen greifbaren Effekt auf Kulturschaffenden ganz Deutschland wie uns Markus Graf erzählt hat.

00:38:19: Der Einfluss zeigt sich hier nicht direkt über konkrete Haushaltsentscheidungen sondern vor allem über das gesellschaftliche Klima.

00:38:26: Wenn Kulturprojekte plötzlich als elitär ideologisch oder nicht heimatverbunden dargestellt werden entsteht Druck Druck auf Veranstalterinnen, Druck auf Kommunen und vor allen Dingen Druck auf Fördermittelgebende.

00:38:40: Gerade im ländlichen Raum ist das ein Problem weil da Konflikte viel persönlicher und auch viel öffentlicher sichtbar sind.

00:38:46: Das führt dann dazu dass Projekte vorsichtiger werden oder was ganz Schlimmes anfangen sich selbst zu zensieren also zum Beispiel bei Themen wie Diversität, Antirassismus oder Quierersichtbarkeit.

00:39:00: Und das ist problematisch denn in meinen Augen Popkultur immer auch Raum für Offenheit, für Widerspruch und für gesellschaftliche Aushandlungen.

00:39:10: Wenn wir diesen Raum verengen, wenn er enger wird hat das massive Auswirkungen weit über die Kultur hinaus.

00:39:17: Um den befürchteten kulturellen Karlschlag einer möglichen rechtsextremen Regierungspartei zu verhindern, hat der Landtagswachsen-Anhalt im Mai ein Kulturfördergesetz beschlossen, das die kulturelle Vielfalt im Land langfristig sichern und schützen soll – auch vor politischer Einflussnahme.

00:39:34: Das Gesetz verankert Kunst und Kultur erstmalig als Staatsziel und soll die Kunstfreiheit stärken!

00:39:40: Das Land ist mit diesem Gesetz zur Anerkennung und Förderung von Kunst- und Kultur verpflichtet.

00:39:46: Außerdem wurde gesetzlich bestimmt, dass kulturschaffende und Kultureinrichtungen in ihren künstlerischen Positionen und Angeboten frei sind – das betrifft auch explizit die Musikszene und die Soziokultur.

00:40:00: Das Land und die Kommunen sind nun gesetzlig dazu verpflichtete, die Rahmenbedingungen für kulturelle Teilnahme der ganzen Bevölkerung zu schaffen.

00:40:09: Ob das Gesetz wirklich ein nachhaltiger Schutz für die kultursehenden Sachsen-Anhalt vor autoritären Kräften sein kann, würde sich allerdings wohl erst im Worst Case-Szenario zeigen.

00:40:19: Und über dieses Worst case-Scenario sprechen die Kulturakteurinnern in Sachsen Anhalt natürlich und entwickeln Szenarien!

00:40:25: Wir hören dazu nochmal Julia Sasser.

00:40:28: Und wir sind aber uns da auch komplett einig, dass wir ganz klar sagen unter einer AfD-Regierung werden wir so low euros nicht weitermachen.

00:40:45: Also es wird sich verändern und jetzt muss dann hoffentlich auch von anderen Säulen getragen werden und ich bin mir auch sicher das dann auf einmal auch private Stiftungen, dass der Bund auch in die Verantwortung gezogen werden muss.

00:40:59: Und nicht nur in Sachsen-Anhalt werden Pläne gemacht und Krisengespräche geführt.

00:41:04: In Mecklenburg-Vorpommern hat die Hinterlandgang bereits konkrete Maßnahmen ergriffen, um sich und ihr Festival vor einer rechtsextremen bzw autoritären Regierung zu schützen – das hat uns Pablo erzählt!

00:41:17: Wir sind jetzt zu dem Schluss gekommen, dass wir in diesem Jahr nicht mehr auch Fördermittel setzen.

00:41:24: Sondern uns jetzt schon versuchen um schrittweise autark zu machen.

00:41:28: also wir wollen nicht mehr abhängig sein von staatlichen Geldern, Fördergeldern damit wir eben Wenn es so kommen sollte, dass die AfD ja nie macht kommt auch uns darauf schon eingestellt haben und eben unabhängig sind.

00:41:42: Das ist jetzt möglich nach fünf Jahren also im fünften Jahr, wo wir diese Veranstaltungen machen.

00:41:47: Wir sind als Band gewachsen, wir haben mittlerweile auch eigene finanzielle Mittel

00:41:51: Und

00:41:52: das ist natürlich aber für andere Veranstaltung Die jetzt nicht von der Band veranstaltet werden, die schon einen relativ großen Namen hat In der Region wie wir das sind.

00:42:01: Für andere Veranstalten ist es fatal wenn das dazu kommen Weil wenn die AfD an die Macht kommt, berechen ein Haufen Förderungen weg.

00:42:10: Dann können einen Haufen Veranstaltungen, die ja nur durch Förderung überleben konnten und können zur Grunde gehen.

00:42:18: Und gesellschaftlich für unsere Regionen und ganz viele andere Regionen wäre das ein enorm großer Verlust weil im Räume verloren gehen wo Menschen miteinander eine gute Zeit haben können, wo Menschen einander begegnen können.

00:42:31: Und ja die Regionen oder Regionen, die ja heute noch relativ vielfältig sind durch solche Veranstaltungen würden halt deutlich weniger vielfällig sein und ich glaube das stehen uns sehr unsichere Zeiten bevor.

00:42:47: Diesen unsicheren Zeiten kann sich die Kultur- und Musikszene nur auf einer Art und Weise entgegenstellen – und zwar vereint!

00:42:55: Deshalb ist das gemeinsame Statement der Kulturinstitutionen aus Sachsen-Anhalt auch so wichtig und so stark.

00:43:00: Noch mal Julia!

00:43:13: So, wir sehen das und wir supporten euch.

00:43:16: Und sicherlich in den einzelnen Vereinsfällen oder Institutionsfällen sind es dann auch unterstützenswerte Aktion wie hier.

00:43:24: Wir unterstützen euch mit Auftritten.

00:43:27: Wir unterstützen Euch finanziell!

00:43:28: Wir unterstützen Euch durch Sichtbarkeit oder indem wir eure Acts trotzdem irgendwie auf die Bühne stellen, denn eben bei uns so, ne?

00:43:37: Oder lass mal gucken was wir dann in anderen Bundesländern zusammen machen können.

00:43:42: Ihr hört, da wird es ganz schnell praktisch.

00:43:44: Denn es liegt in unserer aller Verantwortung Musikschaffender deren Existenz von rechts bedroht wird zu unterstützen gerade wenn sie vielleicht nicht die Netzwerke haben wie wir in den Großstädten.

00:43:56: dazu hat Markus Graf eine erste Vision.

00:44:00: Ich glaube der wichtigste Punkt hier ist KulturakteurInnen dürfen nicht alleine gelassen werden.

00:44:05: Schutz entsteht ja nicht durch Rückzug sondern durch starke Netzwerken und durch solidarische Bündnisse.

00:44:11: Das heißt ganz konkret, Kommunen Schulen Jugendzentren Festivals Clubs Vereine also Zivilgesellschaft müssen viel stärker zusammenarbeiten.

00:44:21: Kulturpolitik darf sich nicht dann erst interessieren und kümmern wenn Konflikte bereits eskalieren.

00:44:27: Und wir brauchen verlässliche Förderstrukturen klare demokratische Haltung und auch die Bereitschaft Dinge wie Sicherheits- oder Awareness Kosten mitzudenken.

00:44:38: Das Ding ist, wenn die AfD versteht wie Zentralkultur für gesellschaftliche Machtverhältnisse ist sollten wir als Branche das erst recht nicht unterschätzen.

00:44:48: Also laut sein und es für Vielfalt die Basis unserer aller Arbeit ist einsetzen und dass auch in Richtung Politik spiegeln.

00:44:56: Wichtig

00:44:56: ist, dass dieses Engagement eben nicht nur punktuell passiert sondern auf Dauer ausgelegt ist um die Musikkultur vor Ort wirklich lagenfristig zu stärken.

00:45:06: Aber auch wenn man nicht vor Ort ist, kann und sollte man sich einsetzen für ländliche Musikszenen.

00:45:11: Wir hören noch mal Pablo von der Hinterland-Gang!

00:45:14: Ich glaube aber natürlich dass trotzdem also auch die Musik branche, wenn es jetzt um Akteurinnen geht, die von außerhalb kommen einen Riesenwirkung erzielen können indem sie solche Veranstaltungen auch ganz kleine Veranstaltung sichtbar machen eben und in dem sich vielleicht auch größere Acts entschließend auf kleinen Veranstaltungen in der Provinz zu spielen.

00:45:36: Und ich glaube, dass diese Signalwirkung wir sehen euch, wir kommen zu euch Wir spielen bei euch und mit euch Konzerte, mit euren Strukturen in eurem Struktur in euren Clubs auf deinem kleinen Festival irgendwo in Sachsen Das ist einfach ein unglaublich wichtiges Signal!

00:45:52: Und das gibt Kraft und gibt Mut.

00:45:55: Kraft und Mut – das braucht es für die Zukunft der Musikszene ganz besonders im ländlichen Raum Und das scheint inzwischen auch in unserer Branche angekommen zu sein.

00:46:04: Dazu hören wir noch mal Markus!

00:46:18: Diese Aufmerksamkeit merkt man zum Beispiel darin, wer bei Musikpreisen wie ausgezeichnet wird.

00:46:37: Bei Preisen wie dem Helga Award für Festivals oder dem E-Mail für Plattenläden werden Akteurinnen aus strukturschwachen Regionen inzwischen sehr bewusst in den Auswahlprozessen mitgedacht.

00:46:48: und auch im Förderbereich ist eine Menge passiert.

00:46:51: Baden-Württemberg hat im Haushalt im Jahr für die Stärkung der Popkultur im ländlichen Raum vorgesehen.

00:47:01: Auch bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gibt es eine Kleinprojekteförderung explizit für den ländischen Raum.

00:47:08: Und auf der Webseite des Kulturstaatsministers gibt es eine ganze Unterseite mit Förderprogrammen für die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum, die wir euch natürlich auch in die Show notes packen.

00:47:18: Von der Förderung dieser Infrastruktur profitieren nicht nur die Musik und Kulturschaffenden sondern die ganzen Regionen wie uns Pablo nochmal bestätigt hat.

00:47:27: Kultur- und Kulturveranstaltungen sind ja die Basis.

00:47:30: da kommen Menschen an der Basis miteinander in Kontakt und da kann man Menschen erreichen.

00:47:34: Da kann man auch eine positive Vision von einem Zusammenleben, auch in einer ganz kleinen Stadt bieten in der Vergangenheit vor allem Abwanderung und Tristess und Niederlagen sozusagen das Zusammenleben geprägt haben Und ich glaube Veranstaltungen können natürlich solche großen Probleme nicht lösen.

00:47:53: Kulturveranstaltung aber sie können wichtige und richtig gute Impulse liefern.

00:47:59: Popmusikultur auf dem Land kann auch eine Chance sein, um Leerstand mit Leben zu füllen und den ländlichen Raum attraktiver zu machen.

00:48:07: Die Hinterland-Gang hat mit ihrem hunderttage Sommeropen Erde ein echtes Exempel statuiert.

00:48:12: Ja natürlich zieht wegen drei Festivals im Jahr niemanden nach Gräfenheinchen oder Demmin – aber Festivals, lokale Artists oder Labels schaffen neue Identifikationsflächen mit diesen Orten und bringen eben Menschen zusammen!

00:48:27: Sie können außerdem Jobs schaffen oder Möglichkeiten sich zu engagieren und schaffen so Erfolgserlebnisse für die Leute vor Ort.

00:48:33: Was man ganz krass merkt, ist der drastische Unterschied zwischen Flächenländern, die eine eigene Popinfrastruktur haben zum Beispiel in Form eines Popbüros und Bundesländern ,die das eben nicht haben.

00:48:45: Ich denke an Baden-Württemberg Bayern und Rheinland-Pfalz, die jeweils feste Anlaufstellen und zum Teil auch eigene Förderung für Musikerinnen am Start haben.

00:48:54: Da ist das Bild echt ein anderes als in Ländern wie Sachsen-Anhalt, die das in der Form eben nicht haben.

00:49:00: Hier ist die Politik noch mal stärker gefragt endlich Strukturen zu schaffen!

00:49:04: Als Grundlage dafür könnten die Handlungsempfehlungen dienen, die die Initiative Musik aus ihrem schon angesprochenen Format Dialog Form abgeleitet hat.

00:49:13: Diesen konkret zum einen eine Stärkung des Ehrenamts und ja das bedeutet dass Ehrenamtpauschalen auch förderfähig sein müssen was bisher oft noch nicht der Fall ist.

00:49:22: dann mehr Dialog zwischen Kultur, Verwaltung und Politik um bürokratische Hürden abzubauen.

00:49:29: Mehr Sichtbarkeit von Kulturangeboten in der Öffentlichkeit weil diese ja auch superzentral für die Attraktivität einen Standort das sind für den Tourismus sind.

00:49:37: Zukunftszweige Rahmenbedingungen in Form einer grundständigen und langfristigen Finanzierung zum Beispiel von Clubs & Festivals.

00:49:44: Die Erleichterung des Kulturzugangs also Besserer Nahverkehr, Barrierefreiheit und finanzielle Entlastung für das Publikum.

00:49:51: Ein vereinfachter Zugang zu Förderungen auch für diejenigen Vereine und Musikakteurinnen, die eben keine riesige Verwaltung, keine Co-Finanzierung und kein Master of – wie stelle ich Anträge im Rücken haben?

00:50:03: Eine Erweiterung der Förderprogramme war viele Projekte oftmals durch Derasterfallen von Kultur oder Wirtschaftsförderungen Und last but not least Schutz vor rechter Gewalt, die durch das angespannte gesellschaftliche Klima zu einer immer größeren Gefahr für Kulturschaffende wird.

00:50:18: Und schließlich braucht es Menschen, die hingehen und bleiben an den Orten jenseits großer Musikinfrastrukturen, die die Stellung halten wie's die Hinterlandgang oder die KollegInnen von Local Heroes tun.

00:50:31: Das letzte Wort geht in dieser Folge aber nach Rheinland-Pfalz.

00:50:34: Markus Graf bitte schön.

00:50:36: Ich glaube, das größte Missverständnis ist immer noch dass man denkt im ländlichen Raum fehlt irgendwie an Kreativität oder an interessanten Szenen.

00:50:45: Das Gegenteil ist der Fall!

00:50:46: Es gibt da viel Engagement viele eigenständige kulturelle Identitäten und ganz oft eine große DIY-Mentalität.

00:50:54: also Hands on einfach machen.

00:50:57: Und dieses Engagement diese Kreativity diese Mentalität sind schützens und unterstützenswert mindestens genauso wie die Musikkulturen unseren Homebases Berlin, Leipzig und Hamburg.

00:51:12: Das war also unser Deep Dive zum Thema Pop im ländlichen Raum!

00:51:16: Bevor wir uns aber von euch verabschieden kommen wir noch zu der Kategorie, die wir alle derzeit wohl am dringendsten brauchen nämlich der guten Nachricht aus der Musikbranche.

00:51:25: Und die kommt diesmal aus Frankfurt.

00:51:27: Alex erzähl mal.

00:51:28: Der Club Ponyhof hat auf Instagram bekannt gegeben, dass sie sich im Rahmen einer Neustrukturierung dazu entschlossen haben die Preise für Events und Getränke zu senken.

00:51:39: Ab August soll es sogar eine Eventreihe namens Dispo-Disco geben, mit Preisen wie vor Corona.

00:51:46: Dass die Klubsehne auch in Frankfurt kämpft, das spiegelt der Ponyhof in seinem Statement.

00:51:51: Trotzdem ist das eine gute Nachricht weil es Feiern einfach wieder offener macht für Leute, die eben kein Goldesel zu Hause stehen haben.

00:51:59: Lieben wir und wisst ihr was wir auch lieben?

00:52:02: Euer Feedback!

00:52:03: Deshalb lasst uns doch super gerne einen Kommentar oder eine Bewertung auf der Streaming-Plattform, auf der ihr diesen Podcast gerade hört da.

00:52:10: Wir freuen uns auch über eure Meinung und Anregungen per E-Mail an deepdivekleinungszusammen at Rehbarbahnfestivalkleinunzusammen.com Und natürlich auch auf den Social Media Kanälen des Rehbabahnfestivals!

00:52:26: Ein großer Dank geht an unser Premium-Lineup an Expertinnen, die in dieser Deepdive-Folge zu Wort gekommen sind.

00:52:33: Julia Sasse, Mirko Rosner, Markus Graf und Pablo Himmelsbach von der Hinterland Gang.

00:52:39: Außerdem natürlich an das Team von der Musikwoche und unsere Deepdiv-Gang hier im Studio – Lou, Michi, Luisa, Hajo und Juliane!

00:52:48: Und natürlich an dich, liebste hochkompetenteste Lina.

00:52:52: schon ein bisschen krass.

00:52:53: Dass wir inzwischen dreißig Diebdefolgen zusammen durchgerockt haben!

00:52:57: Ja

00:52:57: da sagst du was ey Wahnsinn und ich könnte mir echt keinen besseren Podcast-Partner vorstellen für diesen Wahnsinn hier.

00:53:05: Deshalb großen großen Applaus für dich lieber Alex Barbian und dann euch da draußen die ihr unseren Podcast so fleißig hört und teilt.

00:53:12: das bedeutet uns wirklich wirklich viel vielen Dank.

00:53:15: Weberbahn-Festival Deep Dive ist ein Podcast der RBX GmbH und wird präsentiert von Musikwoche.

00:53:21: Redaktion und Recherche, Alex Barbian und Lina Burghausen.

00:53:25: Produktion, Produktdesign & Vermarktung, Christina Schäfers, Luisa Blonski, Lou Böhm und Michael Goetting Studio German-Bahnsel.

00:53:32: mit besonderem Dank an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

00:53:37: bis bald beim nächsten Deep Dives!

00:53:38: Tschüss.

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