#27 – “Ticketing: Zwischen Sellout und Solidarität”

Shownotes

Der Ticketmarkt steckt in der Krise: Wucherpreise, ein Zweitmarkt mit kriminellen Tendenzen und mittendrin die Insolvenzen von Playern wie Koka36 oder Releeze. Es gibt nur wenige Teilbereiche der Musikbranche, in denen sich die strukturellen Probleme der Branche so klar nachzeichnen lassen wie beim Ticketing – und in dem Abhängigkeiten und Monopolisierungstendenzen so weitreichende Konsequenzen haben. Kein Wunder, dass das Thema Ticketing inzwischen auch auf politischer Ebene debattiert wird – in Deutschland, Europa und den USA. Höchste Zeit für einen Deep Dive!

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Sag uns deine Meinung zur Folge – in den Kommentaren, auf den Social Media Accounts des Reeperbahn Festivals oder per E-Mail an deepdive@reeperbahnfestival.com. Diese Folge von Reeperbahn Festival Deep Dive wurde am 27. Mai 2026 aufgezeichnet. Jüngere Entwicklungen zum Thema konnten nicht berücksichtigt werden.

Reeperbahn Festival Deep Dive ist ein Podcast der RBX GmbH und wird präsentiert von Musikwoche. Redaktion & Recherche: Alex Barbian & Lina Burghausen Produktdesign & Produktion: Christina Schäfers, Luisa Blotzki, Lou Böhm & Michael Götting Studio: German Wahnsinn mit besonderem Dank an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien 

Die in diesem Podcast geäußerten Meinungen und Ansichten der Hosts sowie der Gäste spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der RBX GmbH wider. Der Podcast dient als Plattform für die Diskussion von Themen und den Austausch von Expert*innenmeinungen. Alle Inhalte sollen zur Inspiration und zur Anregung von Diskussionen dienen und stellen keine offiziellen Positionen oder Empfehlungen der RBX GmbH dar.

Shownotes:

In dieser Folge zu hören: Carmelo Lo Porto, Pamela Schobeß, Mario Graute, Christoph Radjeh, Philipp Jacob-Pahl

In der Folge erwähnte Quellen, Studien, Websites & weiterführende Literatur (in alphabetischer Reihenfolge):

Backstage Pro – Neue UK-Initiative „LIVE Trust“ unterstützt kleine Livemusik-Clubs. https://www.backstagepro.de/thema/neue-uk-initiative-live-trust-unterstuetzt-kleine-livemusik-clubs-2025-01-21-X1V71wp4HH

BBC – All you need to know about the new ticketing laws. https://www.bbc.com/news/articles/cj6nlr4wj09o

BDKV – Ein Deutschlandticket für alle Veranstaltungen? Umfrage zu Kombi-Tickets. https://bdkv.de/ein-deutschlandticket-fuer-alle-veranstaltungen-umfrage-zu-kombi-tickets/

Boerse.de – CTS Eventim Aktie (aufgerufen am 20.05.2026). https://www.boerse.de/nachrichten/EQS-News-CTS-EVENTIM-uebertrifft-erstmals-3-Milliarden-Euro-Umsatz-und-setzt-profitables-Wachstum-fort/38202678

Deutschlandfunk Kultur – Konzertbranche: Unterm Damoklesschwert. https://www.deutschlandfunkkultur.de/konzertbranche-wie-weiter-nach-corona-berthold-seliger-100.html

Die Toten Hosen – FAQs zu Sozialtickets. https://shop.dietotenhosen.de/index.php/shop.StaticPage/sozialticket_faqs?srsltid=AfmBOoqyRbB-218090jCQGUghDSupXZpnuyEuRFODauiGBiTyVSECuX0

Frankfurter Allgemeine Zeitung – Eventim-Chef im Interview: „Eine Konzertkarte muss auch für Normalverdiener bezahlbar bleiben“. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/eventim-chef-eine-konzertkarte-muss-fuer-normalverdiener-bezahlbar-bleiben-110383171.html

Festivalticker – Ein Soli-Ticket fürs Campus Festival Konstanz. https://www.festivalticker.de/news/campusfestivalkonstanz/47339/einsoliticketfuerscampusfestival_konstanz/

Groove.de – Veranstalter zur Koka36-Insolvenz: „Das hat einen viel größeren Radius als man ahnt“. https://groove.de/2026/03/23/die-veranstalter-zur-koka36-insolvenz-das-hat-einen-viel-groesseren-radius-als-man-ahnt/

Initiative Musik – Live Musik Förderung. https://www.initiative-musik.de/livemusikfoerderung/

Kölner Stadtanzeiger – Kölner Betreiber führen „Club-Euro“ gegen Krise der Live-Stätten ein. https://www.ksta.de/koeln/club-euro-koelner-clubs-entwickeln-neue-solidarische-ticketgebuehr-1263916

Kulturmanagement.net – Was Dynamic Pricing für Kulturbetriebe leisten kann. Flexibel. Fair. Finanzierbar?
https://www.kulturmanagement.net/Themen/Was-Dynamic-Pricing-fuer-Kulturbetriebe-leisten-kann-Flexibel-Fair-Finanzierbar,4819

Live Music Fund – So funktioniert die Mittelvergabe des Live Music Fund. https://livemusicfund.de/so-funktioniert-die-mittelvergabe-des-live-music-fund/

Los Angeles Times – Jury finds that Ticketmaster and Live Nation operated illegal monopoly. https://www.latimes.com/business/story/2026-04-15/jury-finds-that-ticketmaster-live-nation-had-anticompetitive-monopoly-over-big-concert-venues

Los Angeles Times – Live Nation reaches tentative settlement with Justice Department in antitrust lawsuit. https://www.latimes.com/entertainment-arts/business/story/2026-03-09/live-nation-ticketmaster-doj-lawsuit-settlement-details

Low Budget High Spirit Newsletter #117.

Manager magazin – Ticketvermarkter Eventim steigert Umsatz auf 408 Millionen Euro.
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/cts-eventim-ticketvermarkter-zieht-maechtig-an-umsatz-an-a-a79bf4de-c14f-4ae1-a6a7-8a3b4492c8d2

MDR Aktuell – Ticket-Vorverkauf: So kommt man an begehrte Karten für Top-Konzerte. https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/konzert-karten-ticket-vorverkauf-preise-kultur-news-102.html

Musikwoche – CTS Eventim vollzieht Übernahme von FNAC Darty. https://musikwoche.de/live/cts-eventim-vollzieht-uebernahme-von-fnac-darty-1e288f188004ae4a9f46af1a52a5f6e8/

Musikwoche – Enormer Kostendruck belastet Hallen. https://musikwoche.de/live/enormer-kostendruck-belastet-hallen-1cd75ef9bf94cfcacf6ce3d6490b2a69

Musikwoche – FEAT fordert EU-Durchsetzung gegen tausend illegale Tickets. https://musikwoche.de/live/feat-fordert-eu-durchsetzung-gegen-tausend-illegale-tickets-5c5a8339e0d43fdd75078db525289c51/

Musikwoche – Festivals sehen steigende Produktionskosten als größte Herausforderung. https://musikwoche.de/live/festivals-sehen-steigende-produktionskosten-als-groesste-herausforderung-2a86b16842d4dbd40ea9c7b410e1afa2/

Musikwoche – Frederic Longatte sieht einen entscheidenden Wendepunkt für Ticketing. https://musikwoche.de/live/frederic-longatte-sieht-einen-entscheidenden-wendepunkt-fuer-ticketing-54fbe40a9ae4e7d2f7560b2183716c70

Musikwoche – Galoppierende Kosten bei Festivals.
https://musikwoche.de/live/galoppierende-kosten-bei-festivals-f981af0b9684a340855e3a7cb720d10e

Musikwoche – Live Music Fund auf der Reeperbahn vorgestellt. https://musikwoche.de/live/live-music-fund-auf-der-reeperbahn-vorgestellt-62e732bbb0949e19df093b624cf884a7/

Musikwoche – MCT: „Es scheint unmöglich, nicht autorisierte Seiten zu schlagen“. https://musikwoche.de/live/mct-es-scheint-unmoeglich-nicht-autorisierte-seiten-zu-schlagen-e463d22ac424bbe6c331f2b93c3314e2/

Musikwoche – Pro Musik macht sich gegen Zweitmarkt stark. https://musikwoche.de/live/pro-musik-macht-sich-gegen-zweitmarkt-stark/

Musikwoche – Rock am Ring und Rock im Park so früh wie nie zuvor ausverkauft. https://musikwoche.de/live/rock-am-ring-und-rock-im-park-so-frueh-wie-nie-zuvor-ausverkauft/

Musikwoche – Steht München Ticket vor dem Verkauf? https://musikwoche.de/live/steht-muenchen-ticket-vor-dem-verkauf-04c91b597364134fb918b869b4a281b0/

Musikwoche – Ticketing im Check. https://musikwoche.de/live/ticketing-im-check-b7251b68904402ed6a4af11519fd2a2b/

Musikwoche – TicketSwap will Fair-Play-Revolution im Zweitmarkt. https://musikwoche.de/live/ticketswap-will-fair-play-revolution-im-zweitmarkt-68d147d9dbe4be82e3aa7669a88f9580/

N-Joy – Ticket-Abzocke: Ein Schwarzmarkt-Dealer packt aus. https://www.ndr.de/n-joy/leben/Ticket-Abzocke-Ein-Schwarzmarkt-Dealer-packt-aus,schwarzmarkt156.html

NBC News – Live Nation illegally monopolized Ticketing market, jury in antitrust trial finds.
https://www.nbcnews.com/business/consumer/livenation-illegally-monopolized-ticketing-market-jury-antitrust-trial-rcna273714

Parliament of Pop – Programm vom 20.05.2026. https://parliamentofpop.com/images/Poster_2026.pdf

Parliament of Pop – Ticketing goes Bundestag. Livemitschnitt vom 20.05.2026. https://www.youtube.com/watch?v=Z9IVEd2eM8A

Pro Musik Verband – Offener Brief: Gegen Wucher und Betrug Tickets dürfen keine Spekulationsobjekte sein Regulierung des Ticketzweitmarkts – jetzt handeln. https://www.promusikverband.de/wp-content/uploads/2026/05/Offener-Brief_Ticketzweitmarkt-Gegen-Wucher-und-Betrug-PRO-MUSIK.pdf

Radio BOB – Wie setzt sich der Ticketpreis einer Konzertkarte zusammen?
https://www.radiobob.de/wie-setzt-sich-der-ticketpreis-einer-konzertkarte-zusammen

RBB24 – Wie sich die Koka36-Insolvenz auf die Berliner Kulturszene auswirkt. https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2026/02/koka36-pleite-konzert-veranstalter-schaden-berlin-hilfen.html

RBB Online – Dynamic Pricing: Preisstrategie macht Tickets, Produkte & Co. teurer. https://www.rbb-online.de/supermarkt/themen/geld/dynamic-pricing-preisstrategie-macht-tickets-reisen-hotels-und-produkte-teurer.html

Reeperbahn Festival 2025 – Aufzeichnung der Session „Ticketing kann mehr“ mit Johannes Everke (BDKV), Karsten Elbrecht, Philipp Jacob-Pahl und Heidrun Buchmaier.

Rolling Stone – „Lügen, Betrug, Gier“: Cure-Chef Robert Smith zerreißt Ticketkonzerne. https://www.rollingstone.de/luegen-betrug-gier-cure-chef-robert-smith-zerreisst-ticketkonzerne-2822761/

Socialists and Democrats – Initiative Fair Prices, No Shocking Surprices
https://www.socialistsanddemocrats.eu/content/fair-prices-no-shocking-surprises

Statistisches Bundesamt – Preisentwicklung in den EU-Staaten: Inflation. https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Wirtschaft-Finanzen/Inflation.html

Süddeutsche Zeitung – Stadt rettet „München Ticket“ vor der Insolvenz. https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-ticket-zuschuss-rettung-insolvenz-li.3394073

Südkurier – Wer braucht ein Soli-Ticket wirklich? Angebot des Campus-Festivals wird teilweise ausgenutzt. https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/wer-braucht-ein-soli-ticket-wirklich-angebot-des-campus-festivals-wird-teilweise-ausgenutzt;art372448,12023128

SWR – Tipps gegen Dynamic Pricing: Konzerte werden immer teurer. https://www.swr.de/swraktuell/dynamic-pricing-teure-konzertkarten-preise-hoch-durch-steigende-nachfrage-100.html

t-online Hamburg – Ticketanbieter pleite: Insolvenz trifft Fans und Künstler.
https://hamburg.t-online.de/region/hamburg/id_101212884/hamburg-ticket-firma-releeze-insolvent-fans-bands-und-musiker-betroffen.html

tagesschau.de – Warum Konzerttickets so teuer sind. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konzerttickets-immer-teurer-warum-100.html

TicketNews – Ticketmaster to Shut Down TradeDesk in Resale Pivot Following FTC Lawsuit. https://www.ticketnews.com/2025/10/ticketmaster-to-shut-down-tradedesk-in-resale-restructure-following-ftc-lawsuit/

tipBerlin – Insolvenz der Konzertkasse Koka36: Gläubiger gehen leer aus. https://www.tip-berlin.de/konzerte-party/musik/insolvenz-koka36-glaeubiger-gehen-leer-aus/

Untoldency – feinperlig – die musik-literarische Kolumne: Ticketing – wie setzt sich ein Ticketpreis zusammen? https://untoldency.de/feinperlig-die-musik-literarische-kolumne-ticketing-wie-setzt-sich-ein-ticketpreis-zusammen/

Vicky auf Instagram – Reel zur Insolvenz ihres Ticketanbieters. https://www.instagram.com/reels/DXFB2eDjetU/

VISIONS – Live Nation und Ticketmaster schuldig gesprochen. https://www.visions.de/news/nach-vorlaeufiger-einigung-live-nation-ticketmaster-schuldig-gesprochen/?mccid=449bc15de8&mceid=4d9e61b2b2

WDR – Dua Lipa fordert Preisgrenze für Konzerttickets: Wie ist es bei uns? https://www1.wdr.de/nachrichten/teure-ticketpreise-bands-zweitmarkt-100.html

Yourope – European Festival Report 2022. https://yourope.org/know-how/european-festival-report-2022/

Yourope – European Festival Report 2023. https://yourope.org/know-how/european-festival-report-2023/

Yourope – European Festival Report 2024. https://yourope.org/know-how/european-festival-report-2024-out-now/

Yourope – European Festival Report 2025. https://yourope.org/know-how/european-festival-report-2025-out-now/

Transkript anzeigen

00:00:02: Wir laufen natürlich Gefahr, dass wir mit den Ticketpreisen, die abhängig sind von den Kosten und so weiter.

00:00:08: Dass wir da irgendwann die Menschen

00:00:09: abhängen.".

00:00:09: Es ist gefühlt egal wen man fragt – spricht man über den Ticketmarkt ist Krisenmodus angesagt!

00:00:16: Wucherpreise ein zweitmarkt mit kriminellen Tendenzen und mitten drin die Insolvenzen von Playern wie Coca-Cocasic oder Release.

00:00:25: Es gibt nur wenige Teilbereiche der Musikbranche, in denen sich die strukturellen Probleme der Branche so klar nachzeichnen lassen wie beim Ticketing.

00:00:34: Zugleich gibt es kaum Bereiche, die auf dem politischen Bankett in Deutschland, Europa und den USA so deutlich adressiert werden – wie eben die Krisen im Ticketing-Geschäft!

00:00:45: Klar, dass wir uns das Thema ausgiebig anschauen.

00:00:48: bei Reperbahn Festival DiebDive.

00:00:50: Euren Podcast aus der Musikbranche für die Musikbranche präsentiert von Musikwoche.

00:00:56: Wir sind mein wunderbarer Kollege Musikjournalist Alex Barbian

00:01:00: und Lina Burghausen Hauptberuflich Musikbranchen Lexikon.

00:01:05: Wie ihr es von Dieb Dive kennt kommen auch diesmal wieder sehr geschätzte KollegInnen mit spannenden Brancheninsights zu Wort nämlich Mario Graute vom Verband Pro Musik, Christoph Rajé von Ticketswap, Pamela Schobes vom Berliner Club Gerätchen, Camilo Loporto von Nifty und Philipp Jakopol von der Budde Talent Agency.

00:01:27: Ein besonderes Shoutout geht an dieser Stelle auch an den Journalisten und Reperbahn-Festival Kurator Manfred Thari, der mit seinem Format Parliament of Pop und seiner Expertise einen großen Beitrag in der Vorbereitung dieser Folge geleistet

00:01:42: hat.

00:01:42: Wir verlinken euch alle genutzten Quellen und weiterführenden Links wie gewohnt in den Shownauts!

00:01:47: Die Auftechnung dieser Folge findet am siebenundzwanzigsten Mai im Studio von German Wahnsinn in Hamburg statt.

00:01:54: Neuere Entwicklungen zum Thema können wir leider nicht berücksichtigen.

00:01:58: Und damit gehen wir rein,

00:01:59: würde ich sagen!

00:02:04: Die Live-Musikbranche steckt spätestens seit der Corona-Pandemie in einem stetigen Umbruch.

00:02:10: Darüber haben wir schon in unseren Deep Dives Nummer siebzehn zur Festivalbranche und Nummer neun zur Zukunft der Clubkultur gesprochen, für die hier nochmal eine klare Reinhör-Empfehlung ausgesprochen werden soll.

00:02:22: Auf dem Repa-Bahn-Festival im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig hat Eventim CCO Carsten Elbrecht gesagt – Die Live-Branche habe sich seit der Pandemie grundsätzlich erholt und ja das sei ein großes Geschenk!

00:02:36: Bevor wir speziell auf das Ticket hinkommen, würde ich mir deshalb den Status quo der Live-Branche gerne noch mal genauer anschauen.

00:02:42: Da zeigt sich für mich nämlich auch vier Jahre nach dem letzten Lockdown ein sehr gemischtes Bild.

00:02:49: Tatsächlich ist Elbrechts Optimismus nachvollziehbar.

00:02:53: Bedenken wir dass Eventim im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord gebrochen hat und mehr als drei Milliarden Euro Einnahmen generiert hat.

00:03:02: Und Blickmann auf die Website unserer Medienpartnerin Musikwoche finden sich auch zahlreiche, märchenhaft anmutende Schlagzeilen.

00:03:09: Rock am Ring und Rock im Park waren in diesem Jahr so früh wie noch nie ausverkauft – und die European Festival-Servie, für das es im Vorjahr vorhanden ist, berichtete, dass dreiundfünfzig Prozent der Festivals in Europa bessere Ticketverkäufe verzeichnen als im Vorjaar.

00:03:24: Demgegenüber steht dann aber wiederum ein massives Festivalsterben und das auch in ganz Europa, dazu nicht abreißende Reals- und Take Talks von Artists die mit traurigen Worten ihre Touren absagen weil der Vorverkauf eben nicht so läuft wie es nötig wäre.

00:03:41: Hier zeichnet einen Blick ins Musikwocherarchiv der letzten Monate wiederum eine recht dystopisches Bild.

00:03:47: Ich zitiere mal ein paar Schlagzeilen Festivals sehen steigende Produktionskosten als größte Herausforderung heißt es da.

00:03:55: Außerdem wird eine wieder Zitat bedrohliche Entwicklung für örtliche Veranstalter gezeichnet.

00:04:01: Es gibt eigentlich kaum ein Player in der Live-Wertschöpfungskette, der nicht irgendwie Alarm schlägt.

00:04:07: Also Van News ebenso wie Festivalveranstalten da eigentlich!

00:04:10: Auf der einen Seite stehen also rekordbrechende Groß-Events, Residencies und Stadionkonzerte.

00:04:17: Auf der anderen Seite –und da zitiere ich aus einem Interview mit Markus Stelljes von TicketPay Europe– stehen kleinere und mittlere Events mit dem Rücken zur Wand steigende Kosten, Fachkräftemangel ungewisse Vorverkäufe.

00:04:31: Die Schmerzgrenze des Publikums scheint bald erreicht, jeder Send ist umkämpft jede Marge unter

00:04:37: Druck.".

00:04:37: Dabei haut die Kalkulation von Live-Events für die kleineren und mittleren Player nicht nur deshalb kaum hin weil auf ihrer Ausgabenseite einfach alles teurer geworden ist – Personal-, Sprit-, Energie-, Nahrungsmittel-, Technik und so, sondern auch weil sich die Konkurrenzsituation so krass verschärft hat!

00:04:55: Was sprechen wir an der Stelle vielleicht zuerst über die Elefantenherde im Raum?

00:05:00: Die Preisentwicklung.

00:05:01: Also, laut dem von dir ja schon zitierten European Festival Service-Service in den letzten Jahren sind die Ticketpreise für Festivals um fünf Prozent gestiegen.

00:05:11: Im Jahr zuvor betrug die Preissteigerung drei Komma vier Prozent und auch im Vorjahr stieg der Ticketpreis um je acht Prozent im Schnitt.

00:05:19: Wobei in allen drei Studien betont wurde, dass diese Preissteigungen der Tickets nicht im Verhältnis zur den horrenden Kostensteigerungen auf veranstaltenden Seite stünde.

00:05:28: Sie sind by the way auch deutlich höher als die europaweite Inflation zugleichen Zeit, denen in den letzten drei Jahren zwischen zwei Komma fünf und sechs Komma Vier Prozent

00:05:35: lag.".

00:05:36: Die KollegInnen von Antoldenssee haben im letzten Jahr eine Kolonie veröffentlicht über die Zusammensetzung von Ticketpreisen.

00:05:44: Als illustren Vergleich haben sie da ein Bruce Springsteen-Konzertticket aus den Achtzigern für Achtundzwanzig D-Mark mit den Ticketspreisen von heute gegenüber gestellt, Heute kann man an die Achtendzwanziger Lockermahne Null dranhängen und wir sprechen natürlich von Euro nicht von D Mark.

00:06:01: Selbst Newcomer in den Shows kosten heutzutage mehr als mein persönliches erstes Hosenkonzert.

00:06:08: Ja, die Zeiten, in denen ich für neunundsiebzig Euro drei Tage auf das Splash Festival gefahren bin, sind definitiv vorbei.

00:06:14: Es ist wirklich so passiert keine Ponte!

00:06:17: Dass sich Live-Events zu verteuert haben liegt natürlich auch an Aspekten wie der Inflation daran, dass Branchenstrukturen immer komplexer werden und große Shows technisch anspruchsvoller.

00:06:29: Zugleich sind eben alle Kostenaspekte für Leihveranstaltungen in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegen!

00:06:34: Ein Ticket-Grundpreis berechnet sich zunächst auf Basis dieser Kosten.

00:06:38: Produktions und Reisekosten müssen gedeckt werden, Honorare für Musikerinnen die man vielleicht als Band mit auf Tour nimmt das Tourmanagement oder ja den Angry Merch Guy dann gegebenenfalls eine Hallenmiete Personal von Security bis Bar und Reinigungskräfte Catering Versicherung.

00:06:58: Auch Promo-Maßnahmen müssen natürlich mit einkalkuliert werden, egal ob wir da jetzt über Plakatierungen sprechen, Meta-Ads oder die PR-Agentur, die nach passenden Medienpartnern in den Sucht und Interviews klärt.

00:07:11: Und natürlich wollen auch die Artists was an ihrer eigenen Tour verdienen – und das idealerweise nicht nur wenn die Tour am Ende ausverkauft ist!

00:07:18: Was dabei bedacht werden muss, dass wenn Bei deinem Beispiel einer Tour eines Artists bleiben, sich die Booking-Agentur ja auch noch mal einen Share von in der Regel zwanzig Prozent des Ticketgrundpreises zieht.

00:07:31: Da landen wir dann also schon bei einer gewissen Summe und dann müssen Artist, Management, Booking Agentur und Veranstaltende eben entscheiden wie teuer soll das Ticket denn eigentlich werden?

00:07:41: Also was ist der Act hart formuliert eigentlich wert und was können und wollen wir den Fans finanziell eigentlich zumuten?

00:07:49: Der Ticket-Grundpreis ist also ein Kompromiss aus Kostendeckung, Gewinnoptimierung und der voraussichtlichen Zahlungsbereitschaft der Fans mit dem Ziel den Break Even möglichst niedrig zu halten.

00:08:02: Also zum Beispiel möglichst schon ab einer halben Auslastung der Venues gewinnen machen zu können.

00:08:08: Die Realität sieht natürlich oft völlig anders aus.

00:08:11: dass selbst ein volles Haus, gerade für kleine bis mittelgroße Artists oftmals kein Gewinn garantiert und manchmal sogar trotzdem rote Zahlen verursacht ist ein offenes Geheimnis in der Branche.

00:08:23: Wir haben in Deep Dive Episode sieben ja schon über den Swatch-Shop Music Business gesprochen und darüber was es für Artists bedeutet wenn Sie weder aus dem Recordet noch aus dem Livebereich ausreichend Einnahmen erzielen können.

00:08:37: Die Lage von kleineren und mittelgroßen Acts hat sich auch dadurch noch mal dramatisiert, dass Fördermittel immer knapper werden.

00:08:44: Also wenn ihr euch da vielleicht doch mal einen Deep Dive zu wünscht zum Thema Musikförderung dann lasst es uns gerne wissen.

00:08:50: den Kontakt zur unserem Team findet ihr in den Show Notes.

00:08:53: Mit dem Ticket-Grundpreis ist es aber natürlich noch nicht getan.

00:08:57: Denn abhängig von der Verkaufsplattform kommen dann natürlich noch eine Menge Gebühren drauf, prozentuale Vorverkaufgebühren, Systemgebühren online Gebühren, Zahlungsgebühren... Es gibt viele zum Teil ja recht willkürlich anmutende Posten.

00:09:13: Und die werden nicht kleiner, wie unser geschätzter Kollege Fab im Low-Budget High Spirit Newsletter im April berichtete hat Eventim kürzlich erst die Buchungsgebühren von zwei Euro fünfzig auf drei Euro pro Ticket erhoben also um ja zwanzig Prozent.

00:09:30: Fünfzig Cent mögen auf den ersten Blick jetzt nicht viel erscheinen, aber es leppert sich natürlich.

00:09:35: Generell steigende Ticketpreise sind aber nicht das Ende der Fahnenstange in Sachen Gewinnmaximierung von Live-Events.

00:09:42: Kaum eine Entwicklung im Ticketing hat in den letzten Jahren so sehr viele Schlagzeilen gesorgt wie das Dynamic Pricing.

00:09:49: Hier steuert die Nachfrage den Ticket Preis!

00:09:52: Wenn viele Menschen einen Ticketshop besuchen, lange in einem Ticketship verweilen oder ihn wiederholt besuchen klettert der Preis nach oben.

00:10:00: Ist das Interesse gering werden die Tickets günstiger?

00:10:03: Ja man kennt sowas von Sport-Events, Flugbuchungen und auch von Diensten wie Uber.

00:10:08: In der Musik scheiden sich daran die Geister.

00:10:11: Es gibt reichweitenstarke Artists und Branchenpersonen, die Dynamic Pricing ablehnen.

00:10:17: Robert Smith von The Cure zum Beispiel, der das System als gierig- und betrügerisch beschreibt.

00:10:23: Auch Eventimchef Klaus Peter Schulenberg hat im Interview mit der FAZ gesagt er fände Dynamic Prics nicht richtig gut.

00:10:32: Zitat – wer als Erster in der Schlange steht sollte auch den besten Platz bekommen!

00:10:37: Zugleich betonte Schulenberg aber auch, dass Eventim eben ein Dienstleister sei und die Entscheidung am Ende bei den Veranstaltenden liege.

00:10:44: Laut European Festival Report haben fünf Prozent der Festivals in Europa schon in dem Jahr- und Zwanzig-Dynamic Pricing genutzt.

00:10:52: Weitere sixty-sechzig Prozent nutzen verschiedene Preistufen im Vorverkaufsprozess – also zum Beispiel für günstigte Early Bird Tickets!

00:11:00: Und auch immer mehr Konzerttourn jenen großer Artists unterliegen.

00:11:03: Dynamic Pricings Schlagzeilen hat zum Beispiel Bruce Springsteen mit seiner Tour gemacht, bei dem einige Tickets in den USA für ca.

00:11:10: eintausend Euro im Warenkorb landeten.

00:11:13: Springstein erklärt in einem Interview mit dem Rolling Stone, er und seine Band hätten sich lange Zeit unter ihrem Marktwert verkauft – sogar weniger verlangt als die Konkurrenz!

00:11:23: Nun wolle er auch aufgrund seines Alters mehr Geld verdienen….

00:11:26: Als Argument für Dynamic Pricing gibt er außerdem an, dass er so Geld vom Schwarzmarkt abschöpfe auf dem die Tickets sonst viel Geld wiederverkauft würden.

00:11:36: Das ist ein Thema, auf das wir später in dieser Folge auch noch zu sprechen kommen werden.

00:11:39: Ja es gibt natürlich noch andere Argumente pro Dynamic Pricing.

00:11:43: neben der Gewinnmaximierung weil man ja die Zahlungsbereitschaft der Fans maximal ausnutzt lassen sich in der Theorie zum Beispiel Auslastungsschwankungen vermeiden indem Tickets für weniger gut laufende Tourstops günstiger gemacht werden können.

00:11:59: Aber auch wenn durchaus in öffentlichen Debatten immer mal das Argument fällt, Dynamic Pricing könnte Ticketing auch sozialer machen indem es Ticketpreise ja durchaus nach unten flexibel halte bedeutet die Praxis in der Realität meistens das Gegenteil.

00:12:14: Nämlich dass sich viele Menschen mit mittleren oder kleinen Einkommen Tickets für gefragte Events nicht mehr leisten können.

00:12:21: wie frustrierend es für Musikfans ist erst ewig in einer Ticketwarte Schlange zu hängen, um dann plötzlich mit vielfach höheren Preisen konfrontiert zu werden.

00:12:29: Das wissen wir spätestens seit dem Vorverkaufsstart für die OASIS-Reunion Tour.

00:12:34: Der Zusammenschluss der Socialists und Democrats im Europäischen Parlament hat übrigens eine Initiative gegen Dynamic Pricing gestartet, mit dem – wie ich finde – sehr, sehr schönen Titel Fair Prices No Shocking Surprises.

00:12:46: Neben mega wichtigen Aspekten wie der Zugänglichkeit von Kulturveranstaltungen löst Dynamic psychischen Druck beim Besuch des Online-Shops aus, denn wenn man weiß oder sogar beobachtet wie die Preise immer höher werden kriegt man automatisch ein Gefühl von Verknappung.

00:13:03: Schließlich will man ja nicht dass das Ticket bald weg ist oder eben noch teurer wird.

00:13:07: und

00:13:08: auch hinter denen inzwischen deutlich diversifizierteren Ticketkategorien die es so gibt steckt ein Stück weit psychologisches Kalkül.

00:13:16: dass es inzwischen so oft Golden Circle, VIP-Tickets, Platin-Ticket und Co.

00:13:21: gibt hat das Ziel von zahlhochskräftigeren Zielgruppen höhere Preise verlangen zu können.

00:13:26: Das kann zum Beispiel auch bedeuten, dass Tickets am Gang pauschal zehn Euro mehr kosten weil man halt beim Arena-Konzert leichter mal neues Bier holen kann.

00:13:34: Spannend fand ich eine Zahl die Carsten Elbrecht genannt hat auf dem Panel Ticketing Can Mea.

00:13:42: Einhundertundfünfzig Tage vor der Veranstaltung kaufen Konzertbesuchende in der Regel ihr Ticket.

00:13:50: Das ist ja erstmal eine lange Zeit!

00:13:53: Was man aber nicht vergessen darf, ist dass sich auch hier wieder ein sehr gemischtes Bild zeichnet.

00:13:58: Während für viele Events der Vorverkaufs-Peak erst kurz vor der Veranstaltung stattfindet oder sogar erst eine Abendkasse startete der Vorvorkaufe die Tournee in großer Wellstars ja oft schon einen bis zwei Jahre im Voraus mit einem extremen Bass auf eben diesem Vorverkäufsstart.

00:14:15: Währen früher Einzelschows bei der Konzertkasse um die Ecke.

00:14:19: in den VorverKauf ging es das Announcement und Ticket pre-sale zu einer Tour oder einem Festival.

00:14:25: heute ja wirklich ein riesiges Happening, auf dem sehr viel Druck liegt.

00:14:30: Klar die Tickets für alle Tourstops gehen gleichzeitig online.

00:14:33: eventuell gibt es on top einen Loyalty Access für treue Fans also zum Beispiel die Besucher in das vorherigen Festivals und die Abonnentinnen des Band Newsletters die dann früher exklusiven Zugang zu den Tickets haben.

00:14:49: Es folgt Werbung in eigener Sache.

00:14:52: Mit dem Rabatt-Code Deep Dive X zusammengeschrieben könnt ihr euch bis Ende Juni zehn Prozent auf Festival und Conference Tickets des Reeperbahnfestivals sichern, nur solange der Vorrat reicht.

00:15:04: Werbungende!

00:15:08: Das Ziel ist es direkt in den ersten Stunden nach Vorverkaufsstaat ein gewisses Sales Niveau zu erreichen – ein Plateau auf das man gut aufbauen kann Denn das ist in der Regel der Anhaltspunkt für sämtliche Prognosen, wie erfolgreich die Tour dann am Ende halt wird.

00:15:25: Braucht es womöglich Zusatztermine?

00:15:27: können durch Brandpartner weitere Einnahmen erzielt werden, weil die Reichweite so groß ist.

00:15:32: Ja, Thema Oasis!

00:15:34: Wie viel Merch muss geplant und produziert werden?

00:15:36: Oftmals

00:15:37: gehen die Tickets nicht nur gleichzeitig sondern auch exklusiv auf einer einzigen Plattform online und nicht mehr an sich verschiedenen Vorverkaufsstellen.

00:15:45: Der Ticketfunnel der Gegenwart findet in der Regel Online statt

00:15:48: Und sind wir ehrlich – In der Regel ist der Kauf von Konzerttickets nicht direkt Spaß behaftet.

00:15:55: Neben den bereits benannten psychischen Stressoren empfinde ich die meisten Plattformen als Loki anstrengend.

00:16:01: Für größere Events hängst du zum Teil länger in der Warteschlange, als im Berliner Bürgerbüro.

00:16:07: Falls das Buchungssystem mittendrin nicht komplett zusammen bricht und du dich von vorn anstellen darfst musst du dich wie gesagt durch zig Ticketkategorien klicken um die für Dich richtige zu finden.

00:16:18: Wenn Du nicht eh schon einen Account auf der Plattform hast musst Du Dich dort anmelden Deine Daten hinterlegen, obwohl du das schon bei dreißig anderen Ticketplattformen gemacht hast.

00:16:28: Aber was soll's?

00:16:29: Die Tickets die du willst gibt es halt nur auf dieser einen Plattform!

00:16:33: Da musst du dann allerdings gut aufpassen dass du nicht versehentlich noch eine teure Ticketversicherung abschließt.

00:16:39: Um deine Tickets abzurufen brauchst du eine spezielle App die du dir auf dein eh schon viel zu volles Handy laden musst.

00:16:45: Diese Tickets müssen personalisiert werden, um sie weiter zu verkaufen.

00:16:48: Brauchst du geführten Studium?

00:16:50: Was auf dem Ticket neben deinem Namen und fünf QR-Codes aber leider nicht steht sind Einlass und Startzeit der Veranstaltung.

00:16:57: Die musst du googeln!

00:16:58: Also ich sag mal so, User Experience steht bei vielen Plattformen gerade irgendwie nicht richtig im Fokus.

00:17:06: Ja und das stört nicht nur TicketkäuferInnen sondern auch unabhängige Venue-Betreiberinnen wie Pamela Schobes die den Berliner Club Gretchen führt.

00:17:15: Außerdem ist Pamela politische Sprecherin im geschäftsführenden Vorstand des Verbands live kommen.

00:17:21: Wir konnten vor unserer Aufzeichnung kurz mit ihr einchecken Und sie hat folgendes mit uns geteilt

00:17:27: Ehrlich gesagt stresst uns im Gretchen am meisten, dass immer mehr Bands oder Agenturen oder andere Player der Meinung sind.

00:17:37: Sie müssten uns noch ein Ticketsystem aufs Auge drücken und noch einen Ticketsystem und noch ein ticket System.

00:17:43: also jeder möchte mit seinem eigenen Ticketing-System arbeiten.

00:17:47: Dafür müssen wir dann verschiedene Links anlegen.

00:17:50: Dann gibt es immer noch den versteckten Link hier und den verstecken Link da, und den Fancel und dieses und jenes... Das ist für uns als Mittelgroße Venue die wirklich viele Shows macht und mit einem kleinen Team viel auf die Beine stellt einfach eine unfassbare... Herausforderungs macht unglaublich viel Arbeit und man verkauft nicht ein einziges Ticket mehr, das muss man leider ganz ehrlich so sagen.

00:18:20: Was statt der User Experience und dem Handling für Venues aber sehr wohl im Fokus steht ist das Sammeln von Daten über TicketkäuferInnen.

00:18:29: Diese Daten sind die wohl wichtigste Währung unserer Branche und sie liegen eben in der Regel dort wo Tickets verkauft werden.

00:18:36: Mit Marktanteilen von sechzig Prozent im Bereich Ticketvermarktung liegen diese Daten zu nicht unwesentlichen Teilen eben bei Eventim.

00:18:44: Das hat Vorteile, wenn verschiedene Player die auf Eventim ihre Tickets anbieten und von den Erkenntnissen aus diesen Daten profitieren können – es hat aber auch einen riesigen Nachteil!

00:18:54: Die Daten gehören eben nicht den Artists oder den Booking-Agenturen oder den Veranstaltenden selbst.

00:18:59: Die haben eigentlich keine Ahnung, wer ihre Tickets kauft, wann sie gekauft werden und wie groß das Einzugsgebiet ihrer Veranstaltung ist.

00:19:07: Und dass es in einer datengetriebenen Branche ehrlicherweise ein ganz schönes Problem.

00:19:12: Denn Ticket-Chops sind ja auch einen Touchpoint mit den Fans der für Marketing Zwecke von echt enormer Bedeutung ist!

00:19:20: Wer das ganz ähnlich sieht ist Camilo Loporto, CEO von Nifty die mit dem Velvet Pass ein NFC-basiertes Ticketingsystem etablieren wollen.

00:19:30: Das gerade noch losgelöst vom großen Ticketplattform stattfindet.

00:19:35: Hören wir mal was er zu sagen hat!

00:19:37: Das heißt ich erreiche eigentlich als Management, als Act meine Fans gar nicht mehr direkt.

00:19:42: Weder jetzt meinen Ticketanbieter oder über die großen Social Media Plattformen und muss mich wieder nach anderen Wegen umschauen.

00:19:50: Und da ist für uns ganz klar der Punkt das was alle Fans eigentlich gemeinsam haben ist ein Ticket!

00:19:57: Wenn ich es schaffe dieses Ticket zu nutzen um Fans anzusprechen mit ihnen direkt zu kommunizieren bin ich glaube ich einen ganz großen Schritt weiter.

00:20:06: Damit ich als Artist, Management, Festival oder Venue meine Fans direkt ansprechen kann, brauche ich natürlich ihre Kontaktdaten.

00:20:14: Und wenn die in irgendeiner Konzerndatenbank liegen auf die ich keinen Zugriff habe ist das erst mal doof!

00:20:20: Ja und da sind wir mittendrin im Thema dass wir schon in unserer Deep Dive Folge sechs tiefer beleuchtet haben den Monopolisierungstendenzen der Musikbranche.

00:20:30: Schauen wir uns das Live-Business an, gibt es ja klar zwei Platzhörsche.

00:20:34: Auf Platz eins in der weltweiten Hackordnung – Life Nation!

00:20:38: Das unter anderem die Plattform Ticketmaster betreibt.

00:20:41: auf Platz zwei weltweit und Platz Eins in Europa – CTS Eventim.

00:20:46: Beide Konzerne kaufen in den letzten Jahren weiter fröhlich andere Firmen auf oder erwarten zumindest Anteile davon um ihre Marktmacht weiter auszuweiten.

00:20:57: Nun ist seit unserer Deep Dive Folge zum Thema hier tatsächlich eine Menge passiert.

00:21:01: Im April diesen Jahres wurden Live Nation und Ticketmaster in New York wegen illegaler Monopolbildung schuldig gesprochen.

00:21:09: In den USA kontrolliert der Konzern Life Nation sechsenundachtzig Prozent des Konzertmarktes, also das ist wirklich enorm.

00:21:15: Dabei ist er über alle Ebenen des Livegeschäfts tätig was zum Teil wirklich ganz kruden Abhängigkeiten führte.

00:21:22: Zum Beispiel wenn hauseigene Venues verpflichtend und ausschließlich mit Ticketmaster als Ticketing-Plattform arbeiten mussten.

00:21:30: Dazu habe Ticketmaster Preise künstlich nach oben getrieben und die Auftrittsoption von Artists eingeschränkt heißt es.

00:21:36: Schon einige Wochen zuvor hatte das US-amerikanische Bundesjustizministerium eine erste außergerichtliche Einigung mit Live Nation erzielt, unter anderem stimmte Live Nation zu Service fees bei Tickets auf fünfzehn Prozent zu begrenzen und Exklusivverträge zeitlich und inhaltlich zu befristen – und zwar auf vier Jahre!

00:21:58: Venues sei es von nun an erlaubt, Tickets zusätzlich auf anderen Ticket-Plattformen als Ticketmaster anzubieten.

00:22:05: Außerdem soll es auch Konkurrenzveranstalterinnen erlaubт sein, Shows in Venues zu veranstalten die von Live Nation betrieben werden.

00:22:13: Viele ExpertInnen in der Musikbranche ging das aber bei Weiten nicht weit genug

00:22:17: Und doch jetzt ist noch nicht klar was genau eigentlich die Auswirkungen des Urteils aus den USA sind, jetzt auch auf den europäischen Markt bezogen.

00:22:26: Das Wunsch-Szenario für der Kritikerin ist ja, dass sich Live Nation und Ticketmaster trennen müssen.

00:22:32: Steven Parker, Executive Director der National Independent Venue Association in den USA, sagt in einem Statement zum Urteil

00:22:39: z.B.,

00:22:41: Live Nation and TicketMaster must be broken up now.

00:22:44: Ticket Master should not be permitted to participate in a ticket resale market.

00:22:48: Live Nation should not able promote more than fifty percent of artist's

00:22:52: tours.".

00:22:53: Immerhin trennte sich Ticketmaster schon von seiner Resale-Plattform TradeDesk.

00:23:00: Tradesk wurde vor allem von professionellen Resellerinnen genutzt und ja, wurde oft beschuldigt dass eben dort einen großen Stil und illegal Konzerttickets zu horrenden Preisen weiterverkauft wurden.

00:23:12: Wir kommen auf den Ticket-Zweitmarkt gleich noch zu sprechen.

00:23:16: Ticketmaster begründete das Einstellen der Plattform, damals mit dem Wunsch Schaden an der eigenen Reputationen zu vermeiden.

00:23:23: Natürlich sind die Monopolisierungstendenzen in den USA wo Live Nation auch quasi allen Ebenen der Veranstaltungswirtschaft Marktführer ist im Ticketing bei den Venues beim Booking bei Festivals und so weiter und sofort auf jeden Fall anders heftig als es bei uns in Deutschland der Fall ist.

00:23:40: Andererseits sieht man eben auch hier, wie immer mehr Venues und Booking-Agenturen und Festivals von den großen Konzernen geschluckt werden.

00:23:49: Es gilt also zu verhindern, dass wir hierzulande überhaupt ein solches Gerichtsverfahren brauchen!

00:23:54: Die

00:23:55: naheliegende Antwort darauf ist mit kleineren lokalen Playern zusammenzuarbeiten – das doch eigentlich immer eine gute Idee oder Lina?

00:24:03: Ja... Eigentlich schon außer….

00:24:06: Der kleine lokale Player wird von einem auf den anderen Tag Insolvent.

00:24:10: Dann ist doof!

00:24:11: So geschehen ist es gerade erst mit der Berliner Institution Coca-Cocasic.

00:24:15: Für die Berliner Kulturszene war der Laden in Kreuzberg DER Ticketinganbieter, wenn heutzutage derseits Tickets erhältlich in allen bekannten Vorverkaufsstellen viel, war im Prinzip in Berlin Coca-cocasics gemeint.

00:24:30: Der Rattenschwanz, den diese Insolvenz bedeutet, ist wirklich beachtlich – das hat uns auch Pamela Schubel ist noch mal bestätigt.

00:24:45: gerne eine lokale Kiezstruktur damit auch supportet haben und natürlich eben auch unseren Gästenen die Möglichkeit geboten haben, analoge Tickets zu kaufen.

00:25:02: Davon gibt es halt einfach nicht mehr so sehr viele und das gibt aber immer noch eine ganze Menge Menschen, die das einfach bevorzugen in ein Geschäft zu gehen und bar zu bezahlen um das nicht irgendwie anonym im Internet zu machen.

00:25:16: Coca-Sex und Dreißig hat nicht nur eigene Tickets verkauft, sondern auch das Business mit Eventim für viele Berliner Locations abgewickelt.

00:25:24: Eine hohe sechsstellige Summe sei mit der Insolvenz verloren gegangen die den veranstaltenden Clubs & Concertvenues in Berlin nun fehlt – und die laut Insolvensverwalter wohl auch ja nie beglichen werden wird.

00:25:38: Außerdem fehlten den Veranstaltenen jegliche Infos zum Status quo der Ticketverkäufer für ihre Veranstaltungen.

00:25:44: Ein absoluter Super-Gau.

00:25:46: Für einige Berliner Musikakteurinnen steht damit ebenfalls eine Insolvenz im Raum, andere konnten sich retten wie uns Pamela erzählt

00:25:55: hat.".

00:26:03: Über Spenden, den Schaden haben minimieren können oder gar ganz ausbessern können.

00:26:08: Das ist so, siehst du?

00:26:09: Z.B.

00:26:10: hat über eine Crowdfunding-Kampagne das Geld reingerohlt über ihre Community.

00:26:16: Wir haben auch sowas ähnliches gemacht.

00:26:18: wir haben Supporter-Tickets verkauft und auch so Spenden gesammelt über PayPal.

00:26:23: Wir hatten unseren alten Corona-Spendenlink noch mal aktiviert und sind super happy dass uns so viele Leute unterstützt haben.

00:26:32: Wir denken, dass wir das jetzt hoffentlich auch bald überstanden haben.

00:26:36: Ich weiß aber auch, dass es viele verschiedene Veranstaltenden gibt die erst mal auf dem Geld, auf dem Verlust sitzen bleiben weil sie eben nicht so eine Lobby haben wie wir als Venue wo wir Stammgäste haben sondern das einzelne Veranstalter des Schwererhaben überspenden das Geld wieder reinzuholen.

00:26:56: Das Ganze ist auch deshalb so traurig, weil Coca-Cocasic ja immer irgendwie symbolhaft für eine bessere Musikwirtschaft fast schon stand.

00:27:05: Also fernab von riesigen Konzernstrukturen und das sorgen natürlich auch für eine große Unsicherheit bei Veranstaltenden und dazu hören wir noch mal Pamela.

00:27:14: Grundsätzlich würde man jetzt sagen, dass man das Risiko streuen muss oder man muss... zu entsprechend großen Strukturen gehen, wo man dann mehr oder weniger sicher sein kann.

00:27:26: Dass es da nicht so einer Insolvenz kommt.

00:27:28: Andererseits haben wir auch schon Pleiten bei ganz, ganz großen Firmen gesehen und außerdem ist das für viele von uns eher auch kleineren Venues jetzt auch nicht unbedingt so angenehm mit so großem globalen Player anzuarbeiten.

00:27:42: also wir zum Beispiel mit dem Gerätchen arbeiten bewusst nicht den ganz großen zusammen und wir unterstützen wahnsinnig gerne, eben kleinere Fruchturen.

00:27:51: Wir arbeiten mit einem kleinen Ticket die Land zusammen aus Leipzig mit Ticks vergegst.

00:27:57: das sind coole Jungs, die kennen wir persönlich und es macht auch einfach Spaß mit denen zu arbeiten und das können wir auch so weitermachen und eben hoffen dass es gut

00:28:04: geht.".

00:28:05: Es ist nicht nur die kleine Vorverkaufsputze auf dem Kiez, die vor dem Aus steht.

00:28:10: Auch andere Ticketing-Plattformen wie MünchenTicket geht es offenbar nicht gut.

00:28:14: Die Stadt München musste das Unternehmen im März mit ein bis zwei Millionen Euro vor der Insolvenz

00:28:19: besagen.".

00:28:20: Ja, dann gab's in den letzten Wochen noch den Fall Release!

00:28:23: In den Branchenmedien war das eher eine Side Note aber in unserer Social Media Bubble hat das echt Wellen geschlagen.

00:28:30: Das ging damit los dass die Rapperin Vicky einen Reel gepostet hat indem sie von der Insoluvens ihres Ticket Anbieters berichtete Kurz vor der Tour.

00:28:39: Mit der Insolvenz sei das Geld für fast alle verkauften Tickets für ihre Tour weggefallen, und zwar drei Tage vor Tour-Start!

00:28:47: Vicky und ihr Team schafften es kurzfristig zwei Sponsoren zu finden um die Tour in abgespeckter Form dann trotzdem stattfinden zu lassen.

00:28:55: Release war als Firma insbesondere für die Abwicklung von Ticketbundles bekannt.

00:28:59: also neben Tickets wurde da auch Merch für die Artists abgewickelt.

00:29:04: Der Fall zeigt wirklich sehr eindrucksvoll, wie groß die Verantwortung der Ticketplattform am Ende ist.

00:29:10: Gehen Sie krachen?

00:29:10: Dann fällt das Ganze oft eh schon wackelige Tour- und Festivalkonstrukt endgültig uns sofort in sich zusammen!

00:29:16: Denn seien wir ehrlich – die meisten Branchenplayerinnen haben eben nicht die Rücklage, die Insolvenz eines so zentralen Partners abzufangen….

00:29:27: Und damit wechseln wir einmal die Blickrichtung vom Ticket-Erstmarkt zum Zweitmarkt.

00:29:33: Wenn es ein großes Thema in unserem Musikbranche und insbesondere im Eventbereich gab, in den letzten Wochen und Monaten dann ist das definitiv das Thema Tickets weitmarkt also der Wiederverkauf von bereits erworbenen Tickets.

00:29:46: Dass das Thema ticket resale für die Branche von immer zentraler Bedeutung wird nimmt Christophe Rajé als etwas sehr positives war.

00:29:54: Christoph ist als Region Lead für den Dachraum bei Ticketswap unterwegs, einer Plattform die sich auf den Ticket-Zweitmarkt spezialisiert hat.

00:30:03: Was uns dagegen Hoffnung macht, ist die spürbar gestiegene Aufmerksamkeit und das generelle Interesse der gesamten Branche am Thema Ticket Resale.

00:30:11: Dass wir heute immer mehr Alternativen auf dem Weiterverkaufsmarkt sehen, ist für uns der beste Beweis dafür dass Resale mittlerweile zu einem unverzichtbaren Bestandteil der gesamte Fan Journey geworden ist.

00:30:21: Dabei hat die Aufmerksamkeit, die dem Ticket-Sweitmarkt inzwischen zu Gute kommt, eher weniger mit einer Optimierung des Fan Journeys zu tun.

00:30:30: Fragt man zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale Bayern nach, dann erfährt man das der Tickets-Weitmarkt zahlreiche Beschwerden von Verbrauchern generiert.

00:30:39: Es kommen also vor allem bei stark nachgefragten Events zu astronomisch hohen Preisen und weiteren Schwierigkeiten.

00:30:46: Zum Beispiel war es für Käuferinnen kaum möglich sei, seriöse von unseriösen Angeboten zu

00:30:51: unterscheiden.".

00:30:52: Die Gefahr an ein Fake-Ticket zu geraten mit dem man nicht auf das ersehnte Konzert gelassen wird ist groß!

00:30:59: Dabei wird der Schwarzmarkt immer größer, kreativer und vor allem digitaler.

00:31:04: So werden oft Bots eingesetzt um beim Vorverkaufsstart Unmengen an Tickets zu kaufen und somit via Dynamic Pricing die Ticketpreise auf dem Erstmarkt schon künstlich nach oben zu pushen ja und zu verknappen.

00:31:16: Auf Plattform wie eBay oder Via GoGo werden diese dann zu noch absurderen Mondpreisen weiterverkauft Zum Teil noch, bevor das Ticket den KäuferInnen überhaupt vorliegt.

00:31:28: Und die Plattform tun nichts dagegen.

00:31:30: im Gegenteil – Viagogo sieht sich sogar als ermöglicher für Musikfans!

00:31:36: Wenn du mich fragst ist die Platform eher ein Ermöglicher für Menschen, die Konzerttickets als Spekulationsobjekt sehen?

00:31:43: Das finden ja nicht nur ich persönlich problematisch.

00:31:46: Vor wenigen Wochen hat der Verband ProMusik zusammen mit dem BDKV einen offenen Brief an die Bundesregierung veröffentlicht indem sich unzählige Musikerinnen, Verbände und Veranstaltende für eine Regulierung des Tickets weitmarktes stark machen.

00:32:00: Sie haben uns mit Mario Graute unterhalten in der Geschäftsführung von ProMusik und er hat uns erzählt warum dieser Druck auf die Politik absolut überfällig war!

00:32:10: Also die Künstlerinnen, aber vor allem auch die Fans hatten die Schnauze voll.

00:32:14: Das ist die Kernaussage oder die Kernanworte auf die Frage warum der politische Vorstoß erst jetzt kommt also dass wenn man ein Ticket gesucht hat von einer bestimmten Band von einer Musikerin auf Google hat man direkt via Google angezeigt bekommen.

00:32:29: man ist drauf gegangen und hat dann Tickets für zweihundert fünfhundert sechshundert Euro oder auch teilweise von fünftausend fünfhundfünftausend achthundert euro gefunden, wie wir jetzt gerade auch noch mal recherchiert haben im Zug unseres offenen Briefes von Pro Musik und BDKV.

00:32:45: Dass das nicht so bleiben kann, haben andere europäische Länder ja schon längst erkannt und Regulierung eingeführt weil es ist einfach auf den verschiedensten Ebenen entschuldigt mein Berühr verarsche und dann auch abzocke, weil die Fans nicht immer erkennen können was dann das richtige Ticket ist ob das Ticket gültig ist, ob sie damit reinkommen warum auch mal so viel bezahlt werden muss Warum man vielleicht bei anderen Ticketkontingenten auf anderen Plattformen weniger bezahlt.

00:33:10: Dass das reguliert werden muss, war schon länger

00:33:13: klar.".

00:33:14: Offenbar auch der amtierenden Bundesregierung die das Sorgenkind-Ticketsweitmarkt als Gegenstand in den Koalitionsvertrag geschrieben hat.

00:33:22: Davon ab ist auf politischer Ebene in Deutschland bislang aber nichts passiert und da ist es klar, dass sowohl Verbraucherinnen als auch wir als Musikbranche langsam auf die Barrikaden gehen.

00:33:34: Schön finde ich zu beobachten wie vereint wer als Branche zu weitenteilen bei diesem Thema auftreten.

00:33:40: Neben dem offenen Brief von ProMusik fand ich zum Beispiel das Parlament of Pop Mitte Mai im Paul Löberhaus super spannend!

00:33:48: Hier gab es Gesprächsrunden mit Politikerinnen aus Regierungs- und Oppositionsparteien sowie Musikschaffenden zum Thema Ticketing.

00:33:56: Pro-Tipp an dieser Stelle, der Livestream der Veranstaltung ist auch nachträglich noch auf dem YouTube-Kanal des Parlament of Pop einsehbar und sehr spannend für alle die noch tiefer in das Thema Ticketzweitmarkt eintauchen wollen!

00:34:09: Nicht

00:34:10: nur auf Bundes sondern auch auf EU-Ebene wird das Thema ticketsweitmarkt aktuell stark diskutiert Und in manchen Ländern gibt es bereits sehr, sehr klare Spielregeln für den Wiederverkauf von Tickets.

00:34:23: Ende November hat das Vereinigte Königreich Regularien veröffentlicht zum Beispiel, wonach Tickets nur zum Originalpreis weiterverkauft werden dürfen und die Anzahl der Tickets, die ein Individuum verkaufen darf limitiert ist.

00:34:36: Das soll den gewerblichen Weiterverkaufe einschränken!

00:34:39: Außerdem sollen die Gebühren, die Wiederverkaufsplattformen aufrufen dürfen eingeschränkt werden und die Plattform selbst mehr in die Verantwortung genommen werden.

00:34:48: Damit dubioses Schwarzmarktangebote nicht einfach auf andere Plattformen abwandern soll das auch für Social Media Seiten zum Beispiel gelten.

00:34:56: Das Gesetz kam übrigens auch hier als Reaktion auf wirklich lautstarken Protest von Künstlern wie Dua Lipa.

00:35:02: Laut der europaweiten Initiative Make Tickets Fair ist auch in Italien, Portugal, Polen, Norwegen und Frankreich der Wiederverkauf von Tickets über dem Originalpreis gesetzlich verboten.

00:35:14: Auch in den USA gibt es Einschränkungen, in Form des sogenannten BOTS Act.

00:35:20: Der den Einsatz automatisierter Kaufprogramme also Bots verbietet und auch in Frankreich Belgien und Italien gibt es Regulierungsmaßnahmen.

00:35:30: Pro Musikgeschäftsführer Mario Graute hat einige konkrete Ideen wie eine Regulierung für den deutschen Markt aussehen könnte Und da geht es darum, dass wir sagen, wir wollen einmal das die Veranstalter westlingen können.

00:35:44: Auf welchen Plattformen die Tickets weiterverkauf werden können und damit wir dubiose Plattformanbieter einfach ausschließen können?

00:35:51: Wir brauchen einen Preis-Limit, Nicht mehr Sittenwidrige Aufschläge haben von bis zu Zweihundertfünfzig Prozent oder mehr.

00:35:58: Unser Vorschlag ist hier, dass hier Vierundzwanzig Prozent damit Plattformen noch die notwendigen Gebühren für den Weiterverkauf erheben können.

00:36:05: Aber vor allem auch der Weiterverkäuf auf privaten Wege gegebenenfalls Kostenvornschulen, vorhandenen Hotelstonierungskosten oder der Babysitter – die Babysiterin muss bezahlt werden!

00:36:16: dann beim Weiterverkauf auch möglich sind, dadurch zu decken.

00:36:19: Also, für uns von zehn Prozent halten wir für noch vertretbar.

00:36:23: Wir wollen auf jeden Fall das technische Lösung wie Botskäufe, Account-Farm et cetera strikt verboten werden und dass muss auch in der Verantwortung der Plattform stehen, dass diese dies einfach auch technisch nicht mehr möglich machen und dass auch Lehrverkäufer von dem Plattform nicht mal zulässig sind.

00:36:43: was bedeutet?

00:36:43: Dass ich einen Kontingent mir oder vermeintlich kaufe diese schon auf zwei Ticketmarktplattformen weiterverkaufe, ohne dass ich diese Tickets überhaupt besitze.

00:36:54: Was wir auch brauchen ist eine Mailestelle und eine Mailerpflicht um Transparenz regeln so das Fans-Veranstalter und die Musikschaffenden und Künstlerinnen sofort einschreiben können und melden können Wenn es sich gelegt wird, dass Tickets im Umlauf sind die nicht den abgesprochenen Eintrittsgeldern und eintritt festgelegten Kosten entsprechen.

00:37:19: So das sofort die Plattform in der Pflicht steht diese

00:37:22: herunterzunehmen.".

00:37:24: Inwiefern man sich bei der Entwicklung dieser Regeln an internationalen Ansätzen orientieren könnte lässt Mario dabei offen.

00:37:32: Eine ausführliche Evaluation der europäischen Regeln steht nach aus, da richten wir auch unsere Hoffnung an das Bundesjustizministerium.

00:37:40: dass hier die Best Practice Regeln gefunden werden, die wir dann natürlich gut übernehmen können.

00:37:46: Und ja... Wir bräuchten eigentlich und das ist auch mit einer unserer Forderungen eine europäische homogenisierte Lösung so groß.

00:37:55: unterschiedlich ist in Europa die Live-Branche nicht, dass wir hier einmal gucken können, dass man auch die gleichen Regen als Fan unterliegt wenn ich Tickets für Harry Styles in Amsterdam

00:38:05: kaufe.".

00:38:07: Für Christoph Rajé, der sich mit Tickets zwar laut eigenen Aussagen selbst für eine Fair-Play-Revolution auf dem deutschen Ticketmarkt einsetzt, reicht politische Regulation allerdings nicht so richtig aus.

00:38:18: Man muss nämlich sehen, eine gesetzliche Regulierung kann natürlich eine wichtige Rolle spielen um diese Richtung vorzugeben und klare Grenzen zwischen dem zu ziehen was akzeptabel ist und was nicht im Preis.

00:38:29: aber sie ist eben nur ein Teil der Lösung in der Praxis.

00:38:32: es ist vor allem die Technologie.

00:38:34: hier ist der Branche ermöglicht, die Kontrolle zurückzugewinnen.

00:38:38: Und zwar durch einen sicheren unabhängigen Marktplatz, der sowohl für die Fans als auch für die Veranstaltenden

00:38:42: funktioniert.".

00:38:44: Der Pro-Musikverband Umarjo Graute sieht jedoch recht klar zuerst die Politik in der Pflicht um dann auf Basis der gesetzlichen Regeln zu schauen wie man ein Fernzweidmarkt technisch umsetzt.

00:38:57: Grundsätzlich als Aussage dazu, dass ohne klare Regeln und die wir jetzt juristisch als Gesetzesinitiative fordern auch neue Technologien grundsätzlich nicht das Problem automatisch lösen.

00:39:12: Dazu bedarf es genau dieser Regeln, die wir mit dem offenen Brief gefordert

00:39:16: haben.".

00:39:18: Beim Parlament auf Pottmitte Mai hatte sich auch Hannes Heide zugeschaltet der im Europaparlament sitzt – Super spannenden Take.

00:39:29: Er hat nämlich die Frage gestellt, ob es überhaupt rechtens ist wenn sich Plattformen und Wiederverkäufer innen an Tickets für ein urheberrechtlich geschütztes Bühnenwerk was so ein Konzert ja durchaus ist bereichern.

00:39:41: Das ist natürlich ein spannender Blickwinkel gerade für das von Mario formulierte Ziel da auch eine europäische Lösung zu finden.

00:39:48: Unabhängig von der Rechtsprechung ist es aber natürlich problematisch, dass die Veranstaltenden und die Artists von einem teureren Wiederverkauf eines Tickets stand jetzt gar nicht profitieren.

00:40:00: Um das zu ändern hat Ticketswap eine Funktion namens fairshare involviert!

00:40:06: Wir hören nochmal Christoph Rajay.

00:40:08: Färschherr ist nämlich eine Funktion, die die potenziellen Gewinnspanne eines weiterverkauften Tickets zu gleichen Teilen zwischen den Verkäuferinnen und den veranstaltenden aufteilt.

00:40:19: Veranstalten erhalten also fünfzig Prozent des zusätzlichen Gewinnes und die anderen fünfzig prozent des zusätzliches Gewinnens geht an die Verkäuferin wieder zurück.

00:40:28: Und wir haben Fairshare deswegen entwickelt, um Geld direkt zurück in das kreative Ökosystem fließen zu lassen.

00:40:35: Geld was zusätzlich mit den Ticket-Geldern für bestimmte Events verdient wird!

00:40:41: Ob es am Ende fairer ist wenn Tickets wirklich ohne jeglichen Aufschlag weiterverkauft werden müssen oder ob Musikfans vielleicht wirklich einen kleinen gesetzlich gekappten Aufschchlag... aufrufen dürfen, um vielleicht schon bezahlte Reisekosten auszugleichen.

00:40:56: Das werden in den nächsten Monaten hoffentlich Politik und Branchenverbände gemeinsam ausdiskutieren.

00:41:02: Wir sind da auf jeden Fall extrem gespannt und behalten das Thema für euch im

00:41:05: Blick.".

00:41:08: Ob Tickets nun auf dem Erst- oder Zweitmarkt gekauft werden?

00:41:11: Zentral ist in meinen Augen das Kultur etwas is', dass für jeden Menschen zugänglich iß.

00:41:17: Konzertticket müssen also auch für kleine bis mittlere Einkommen finanzierbar sein!

00:41:22: Und es muss genug bei allen Playern der Live-Branche hängen bleiben, von den Künstlerinnen über die Booker innen, TourmanagerInnen, Venues und das Personal vor Ort um hier nur ein paar zu nennen.

00:41:33: Umsetzbar wäre das zum einen klar mit Subventionen von Bund und Ländern, von Förderprogrammen wie Live in Funder, der Initiative Musik... profitieren zum Beispiel gerade kleinere Veranstalterinnen.

00:41:45: Dann haben wir aber alle in der aktuellen politischen und ja auch volkswirtschaftlichen Lage genug Bauchschmerzen, wie es um die Zukunft von Fördermitteln steht.

00:41:53: also braucht das eigentlich innovative Ideen aus der Branche selbst.

00:41:58: Dabei geht es zum einen um die Frage, wie solche Veranstaltungen quer finanziert werden können, die vielleicht ja keinen großen Gewinn abwerfen für den Aufbau des Stars von morgen aber unerlässlich sind.

00:42:09: Billie Eilish und Co haben schließlich nicht vom ersten Tag an in der Langsays Arena gespielt.

00:42:15: Zum anderen geht es darum, wie man auch Menschen mit geringen finanziellen Mitteln die Teilhabe an tollen Konzerten ermöglichen kann.

00:42:22: Beim Reeperbahn-Festivals-Wettersohn-Zwanzig wurde zum Beispiel der Live-Music Fund vorgestellt.

00:42:28: Die Idee der Brancheninitiative ist, einen solidarischen Fonds zu schaffen, der aus freiwilligen Beiträgen von Ticketkäuferinnen und UnterstützerInnen sich zusammensetzt.

00:42:39: Von dem Fonds sollen kleine Clubs & Festivals, lokale Veranstaltende und Artists die erstmalig auf Tour gehen profitieren können.

00:42:47: Der Live Music Fund steckt aktuell noch ein Stück weit in den Kinderschuhn erst Anfang des Jahres an den Start gegangen.

00:42:53: Über konkrete Förderbedingungen wird allerdings erst Ende im Jahr ist es bis zum Ende des Jahres.

00:42:58: Pamela Chobes ist von der Idee grundsätzlich aber schon mal angetan.

00:43:02: Grundsätzlich wäre so etwas, wie der Live-Music fand eine wirklich gute Sache wenn es dann ein Final so sein sollte dass die großen am Markt die Kleinen unterstützen das also die Großen am Markt einen kleinen Anteil abgeben, der dann an die kleineren Venues und Veranstaltenden zurückgeht.

00:43:25: Weil wir kleineren Läden sind eben die, die die ganze Aufbauarbeit leisten.

00:43:29: Wir sind die kleine Bands groß machen und wir sind auch die, leider nicht so besonders viel Geld und manchmal eben auch gar kein Geld verdienen.

00:43:37: Das heißt für uns wäre so eine Unterstützungsstruktur extrem wichtig wird auch immer wichtiger in der Förderung, auch immer weniger werden.

00:43:49: Ein ähnliches Modell, wie den Live-Music Fund gibt es bereits in Großbritannien mit dem Life Trust.

00:43:56: Und auch auf lokaler Ebene tut sich was – in Köln wurde in diesem Jahr der Club Euro eingeführt!

00:44:02: Das Modell ist durch einen Zusammenschluss aller betreibergeführter Clubs dort entstanden.

00:44:07: Pro Ticket wird künftig ein Euro in einen Solidarfond für kleine Clubs gesteckt.

00:44:13: Das Ziel dahinter?

00:44:14: Nachwuchsforderungen ermöglichen, das Booking wieder mehr nach künstlerischen statt nach wirtschaftlichen Bedingungen zu gestalten und die Produktionsbedingungen für Künstlerinnen zu verbessern.

00:44:25: Leider beteiligen sich bislang wirklich nur die Betreiber geführten Clubs an dem Club Euro.

00:44:30: Große Venues aller Langsays Arena sind bisher noch nicht dabei – aber was nicht ist kann ja noch werden!

00:44:36: Wo wir einmal bei Kann ja noch werden sind, Alex du hast ja gerade gesagt dass es super wichtig ist das Konzerte wirklich für jeder Mensch zugänglich sind.

00:44:45: Dazu hat auch Philipp Jakopal einen guten Input.

00:44:48: Philipp ist Mitgründer und Geschäftsführer der Bode Talent Agency und saß im vergangenen Jahr auf dem er schon erwähnten Rehbarbahnfestival-Panel.

00:44:57: Ticketing kann mehr!

00:44:58: Lass uns mal rein hören was er da gesagt hat.

00:45:02: Wir laufen natürlich Gefahr, dass wir mit den Ticketpreisen die abhängig sind von den Kosten und so weiter.

00:45:07: Dass wir da irgendwann die Menschen abhängen.

00:45:09: Und deswegen ist zum Beispiel das Thema Social-Ticketing mir auch ganz wichtig.

00:45:13: Ich weiß, dass es noch in den Kinderschuhen steckt in Deutschland aber es gibt viele gute Beispiele von Bands und Veranstaltenen, die das versucht haben in letzter Zeit.

00:45:23: Ein Vorreiter beim Thema Social-Ticketing ist ja zum Beispiel die Firma KKT, die das mit Ärzte und Totenhosen bereits seit einiger Zeit umsetzt.

00:45:33: Die Agentur verlangt beim Ticketkauf einen Sozialleistungsnachweis, um zu vermeiden dass das Angebot ausgenutzt wird.

00:45:40: Ja, das ist wohl teilweise bei einem Campusfestival in Konstanz so passiert.

00:45:44: Deren Soliticketmodell sah vor, dass Menschen, die es sich leisten können entweder einen Teilbetrag oder den vollen Betrag für ein Ticket übernehmen.

00:45:52: Dieses geht dann kostenlos an eine Person, die sich um ein Soliticket beworben hat.

00:45:56: Leider sind dann vereinzelt Solitickets zum Weiterverkauf auf Resale-Plattformen aufgetaucht und das sollte natürlich nicht passieren.

00:46:03: Artists wie Paula Hartmann und Paula Carolina rufen auf ihren social Media Profilen dazu auf in die Commies zu schreiben wenn man sich einen Ticket nicht leisten kann und fordern ihre Fans dazu auf gegebenenfalls Leute einzuladen wenn sie genug Geld locker haben.

00:46:18: Auch hier trägt die Fan-Community die Solidarität auf finanzieller Ebene.

00:46:24: Rapper Absylondergegen hat im Mai eine Clubtour komplett vor Free gespielt, eben weil Tickets gerade für so viele seiner Fans unbezahlbar sind.

00:46:33: Ende des Jahres geht er dann auf eine große Tour!

00:46:35: Ich finde das passt gut zu einem weiteren Statement von Philipp Jakopal auf dem Rieberbahnfestival letztes Jahr.

00:46:41: In Soliticket sieht er nämlich nicht nur einen karitativen Wert….

00:46:45: Ich würde vielleicht noch sogar ergänzen, dass Social Ticketing ja nicht nur moralisch gesellschaftspolitisch gut wäre.

00:46:52: Sondern im Endeffekt können wir davon auch als Branche wieder wirtschaftlich profitieren weil wir Leute zu Konzerten holen die vielleicht noch nie auf einem Konzert waren und auch nie dahin gehen würden.

00:47:03: das habe ich zum Beispiel jetzt erlebt in der Zusammenarbeit mit einer Initiative die heißt Bundesvereinigung kulturelle Teilhabe.

00:47:09: Das ist eine Initiative oder Institution, die steuern bundesweit Institutionen wie die Tafel und Kulturvereine.

00:47:18: Und verteilen über diese Institution in den einzelnen Städten Freitickets an Bedürftige!

00:47:24: Also man muss sich dort als bedürftige Person registrieren in seiner Stadt.

00:47:29: Und dann wird man eben in diese Kartei aufgenommen und kriegt dann per App sogar mit der Weile angezeigt, hier es gibt Freitickets verfügbar für Vincent Weiß am Sohn zu vielten in der Stadt Und dann können die Leute sich dafür bewerben und wir machen die Erfahrung, das wird ganz gut angenommen.

00:47:47: Es könnte besser angenommen werden.

00:47:48: witzigerweise also oft bleiben wir auch auf diesen Freitag.

00:47:50: jetzt sitzen in manchen Städten aber wir erleben ich habe persönlich auch schon mit Leuten gesprochen zum Beispiel bei Konzerten von uns die über diese Möglichkeit erst gekommen sind.

00:48:01: Die haben mir dann erzählt Sie hätten davon spontan erfahren.

00:48:04: Sie hätten nie einen Betracht gezogen, mal ins Tempodrom nach Berlin zu gehen und jetzt finden sie es aber ganz toll und könnten sich vorstellen das vielleicht demnächst nochmal zu tun.

00:48:14: Das hat teilweise mit der finanziellen Situation der Menschen zu tun dass sie sich das nicht haben vorstellen können.

00:48:18: Es hat auch viel mit kulturellem Backgrounds zu tun usw.

00:48:20: Und ich glaube da können wir uns als Branche... Können wir nicht nur der Gesellschaft was Gutes tun?

00:48:24: Mit den Social-Gedanken sondern können tatsächlich im Umkehrschluss auch als Brange wieder wirtschaftlich etwas Gutes machen indem wir eben dieses Publikum uns anerziehen.

00:48:32: Fakt ist, es gibt viele extrem gute Ideen in der Musikbranche um Konzerte zugänglicher zu machen und die Vielfalt unserer Live-Branche zu bewahren.

00:48:43: Aber wirklich in allerbreite Umsetzung ist das nur wenn alle mitziehen – auch die großen Platzhörige!

00:48:49: Die Eventims und Ticketmasters dieser Welt zu umgehen ist schwierig, weil sie inzwischen gerade auf internationaler Ebene enorm mächtige Gatekeeper sind die sich für ihre Macht inzwischen ja zurecht auch juristisch verantworten müssen.

00:49:03: Dabei gibt es grade im deutschsprachigen Raum eine ganze Menge Alternativen.

00:49:08: Hürme, Ticks for Geeks, Reservics, Dice just to name a few.

00:49:13: Auf solchen Ticketplattformen ist die Gefahr bedeuten kleiner, wilde Dynamic Pricing-Aufschläge zu zahlen.

00:49:19: Und auch Direct to Fan Modelle können für manche Artists eine spannende Option sein – gerade wenn es um das vielversprochene Thema der Datenhoheit geht also tatsächlich den direkten Kontakt zur Fans zu haben zum Beispiel!

00:49:31: Apropos Fans, bei dem ganzen Thema Ticketing sollten die Fans wieder sehr viel mehr im Mittelpunkt stehen.

00:49:37: Denn am Ende sind sie es für die wir Konzerte und Festivals veranstalten, die sich mit dem Erwerb von Tickets einen kleinen Traum erfüllen und die eine gute Zeit haben sollen.

00:49:48: Wie auch immer die dringend notwendige politische Regulierung des Ticketmarkts aussehen wird – Sie sollte es Musikfans leichter machen!

00:49:56: Dabei sind ganz besonders die Ticketplattform selbst gefragt, die das Frustlevel in der Customer Journey dringend senken sollten.

00:50:04: Ticketing kann und sollte nicht losgelöst von anderen Aspekten des Live-Geschäfts gedacht werden.

00:50:09: Viele Ticketplayer bieten deshalb schon jetzt kombiniertes Servicepaket an zum Beispiel mit Marketingaktivitäten und Social Ads – auch herausfordernde Themen wie

00:50:18: z.B.,

00:50:19: die Anreise zur Veranstaltung können bereits im Ticketkaufprozess mitgedacht.

00:50:25: Die Agentur The Changing Sea hat Anfang des Jahres zum Beispiel erst eine Umfrage zu ÖPNV-Kombitickets für Konzerte gestartet und da bin ich auch sehr gespannt, was daraus kommt.

00:50:41: Der Ticketmarkt, der Zukunft ist für mich ein Markt bei dem es wieder um die besten Ideen geht und nicht um Skandale wie Zweitmark, Skyping dies das.

00:50:56: Und vielleicht auch ein bisschen weniger Heuchelei mitbringt sondern einfach mal ganz klar einfach die Fragen beantwortet, die uns alle hier umtreiben.

00:51:02: so wie erreiche ich die Fans?

00:51:04: Wie kann ich meinen Fans ein besseres Erlebnis bieten?

00:51:07: all diese Dinge?

00:51:08: und ich glaube wenn wir das schaffen da wieder ein bissel mehr Ehrlichkeit reinzubringen bis mir Realismus dann kann das alles durchaus wieder sehr spannend werden.

00:51:16: Und damit kommen wir zum Ende dieses Deep Dives ins Thema Ticketing.

00:51:21: Ich weiß nicht, wie es dir geht Lina aber ich habe heute ganz besonders große Lust auf unsere Lieblingskategorie Die gute Nachricht aus der Musikbranche.

00:51:30: Was hast du uns schönes mitgebracht?

00:51:32: Ja, vor ein paar Wochen war ich auf der CO-Pop wo Universal Music Deutschland sein neues Programm Bridges vorgestellt hat.

00:51:39: Und das ist ein Programm dass NewcomerInnen über mehrere Monate psychologisch begleiten soll und zwar genau in der Zeit die ja für viele junge Artists als mental extrem überfordernd empfunden wird.

00:51:52: In das Programm involviert aus die Psychologin Anne Löhrer, die wir ja hier bei Deep Dive auch schon als Expertin gehört haben und in der Hinsicht liebe Grüße.

00:51:59: Liebe Grüße!

00:52:00: Ja, das klingt dann eine wirklich guten und wichtigen Aktion.

00:52:06: Mit dieser Gut-News verabschieden wir uns von euch, sagen danke dass ihr bis zum Ende dran geblieben seid und freuen uns wie immer sehr wenn ihr uns schreibt.

00:52:15: Entweder in den Kommentaren unter dieser Podcastfolge oder auf Instagram oder per Mail an deepdive zusammengeschrieben at reperbahnfestivalzusammengeschrieben.com.

00:52:27: Wir sind gespannt auf eure Meinung zur Folge und natürlich auch auf Themenvorschläge für unseren Podcast.

00:52:33: Ein riesiger Dank geht wie immer an unsere Expertinnen aus dieser Folge.

00:52:38: Camilo Loporto, Pamela Schobes Mario Grautze Christoph Rajé und Philipp Jakopol Und natürlich an dich liebste Lina!

00:52:47: Und natürlich auch an meinen Lieblingskommoderator Das bist du lieber Alex!

00:52:52: Ein riesiges Shoutout geht auch an unser fantastisches Team hinter der formschönen Plexiglass-Scheibe.

00:52:58: An Michi, An Lu, An Louisa, An Harjo, An Juliana.

00:53:02: Danke für eure tolle Arbeit.

00:53:04: Rehbarbandfestival Deep Dive ist ein Podcast der RBX GmbH und wird präsentiert von Musikwochen, Redaktion und Recherche Alex Barbian und Lina Burghausen Produktion Produktdesign & Vermarktung Christina Schäfers Luisa Blotski Lou Böhm und Michael Goetting Studio German Wahnsinn.

00:53:23: mit besonderem Dank an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

00:53:27: Wir hören uns hier ganz bald wieder!

00:53:29: Lasst es euch gut gehen bis bald.

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