#25 - "Die A&Rs der Zukunft: Artist & Repertoire in einer datengetriebenen Musikwelt"
Shownotes
Sie gelten als die Halbgötter der Musikindustrie und entdecken deine neue Lieblingsband bevor du wusstest, dass sie existiert: A&Rs besetzen eine Schlüsselrolle in unserer Branche. In Zeiten von Algorithmen und Big Data ändert sich ihr Arbeitsalltag fundamental. Wird deine A&R-Managerin also bald von einer KI ersetzt? Wir schauen uns die aktuellen Entscheidungsparameter für Signings und Artistdevelopments im Bereich Artist & Repertoire an und beantworten die Frage, welche Skills erfolgreiche A&Rs in Zukunft brauchen.
Wie siehst du die Zukunft des A&Rings? Sag uns deine Meinung in den Kommentaren, auf den Social Media Accounts des Reeperbahn Festivals oder per E-Mail an deepdive@reeperbahnfestival.com.
Diese Folge von Reeperbahn Festival Deep Dive wurde am 22. April 2026 aufgezeichnet. Jüngere Entwicklungen zum Thema konnten nicht berücksichtigt werden.
In dieser Folge zu hören: Adrian Hillekamp, Jan-Simon Wolff, Jessica Wuttig
In der Folge erwähnte Quellen, Studien, Websites & weiterführende Literatur (in alphabetischer Reihenfolge):
AIDAR (Website). https://www.aidar.ai/about.html
Ajavon, Amah: AI-Powered A&R: How Technology Is Changing Talent Discovery in 2025 (Medium-Artikel). https://medium.com/@amahajavon/ai-powered-a-r-how-technology-is-changing-talent-discovery-in-2025-abab83fe75d3
Anderson, Kat: How RAYE Took on the Music Industry - And Won (Medium-Artikel). https://medium.com/1ntune/how-raye-took-on-the-music-industry-and-won-4ecfb5d72bbd
Beatchain auf LinkedIn. https://www.linkedin.com/posts/beatchain_how-long-until-your-next-ar-meeting-activity-7351966612381437952-szC1/
Chartmetric: How Data is Redefining the Role of A&R in the Music Industry Today. https://hmc.chartmetric.com/what-is-a-and-r-music-industry-today/
Ditto Music: What is A&R and how does it work? https://dittomusic.com/en/blog/what-is-a-and-r-and-how-does-it-work
FM4: Raye veröffentlicht nach jahrelangem Kampf ihr Debütalbum. https://fm4.orf.at/stories/3030946/
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die Hitmaschine. https://www.faz.net/premium/digitalwirtschaft/talentscouts-der-musikindustrie-setzen-auf-ki-15963019.html
Gangl, Victor: Artist & Repertoire Management. Produktentwicklung der Majorlabels (Masterarbeit am Department for Arts and Management, Zentrum für Zeitgenössische Musik im Fach Musikmanagement (MA)). https://musicbusinessresearch.wordpress.com/wp-content/uploads/2010/03/victorganglar-management.pdf
Illustrate Magazine: The Changing Role of A&R in a Streaming-dominated Industry. https://illustratemagazine.com/the-changing-role-of-ar-in-a-streaming-dominated-industry/
MBJ (Music Business Journal): Artificial & Repertoire: How Has AI Restructured the A&R Industry? https://www.thembj.org/2024/11/artificial-repertoire-how-has-ai-restructured-the-ar-industry/
Music Business Careers: Recorded Music: A&R-Manager*in. https://www.musicbusiness.careers/de/jobprofiles/recorded-music/a-r-manager-in
Musicbusiness Worldwide: Soundcloud acquires AI Music Company MUSIIO. https://www.musicbusinessworldwide.com/soundcloud-acquires-ai-music-company-musiio123/
Musicbusiness Worldwide: Warner is signing double the number of Artists via AI-driven A&R tool Sodatone than it did last year now it’s hired a global head of data science. https://www.musicbusinessworldwide.com/warner-is-signing-double-the-number-of-artists-via-ai-driven-ar-tool-sodatone-than-it-did-last-year-now-its-hired-a-global-head-of-data-science/
MusikWoche: Hamburg Music läutet Bewerbungsphase für Music Business Summer School 2026 ein. https://musikwoche.de/recorded-publishing/hamburg-music-laeutet-bewerbungsphase-fuer-music-business-summer-school-2026-ein-4e8786998c945210beb3a11ca3500d4c
Oxford Economics: Die deutsche Musikindustrie: Investitionen & Zahlungen an Künstler*innen. Eine Studie für den Bundesverband Musikindustrie (BVMI). https://www.musikindustrie.de/fileadmin/bvmi/upload/05Presse/05Dokumente-zum-Download/2024/BVMIMusikindustrieInvestitionenStudieMaerz2024.pdf
Pro Musik Verband: Stellungnahme zur neuen Studie des Bundesverband Musikindustrie: „Die deutsche Musikindustrie – Investitionen und Zahlungen an Künstler*innen“. https://www.promusikverband.de/post/stellungnahme-zur-neuen-studie-des-bundesverband-musikindustrie-die-deutsche-musikindustrie-investitionen-und-zahlungen-an-kunstlerinnen/
Record of the Day: AI is supercharging majors data analysi. Indies need to assemble or get left behind (Kommentar). https://www.recordoftheday.com/on-the-move/news-press/ai-is-supercharging-majors-data-analysis-indies-need-to-assemble-or-get-left-behind
Reprtoir: AI as an A&R Assistant: Hype or Hidden Gem? https://www.reprtoir.com/blog/ai-ar-assistant
Sony Music: Sony Music ruft die A&R-Academy ins Leben. https://www.sonymusic.de/sony-music-ruft-die-ar-academy-ins-leben/
The Cut: This Old Story About Rihanna and Jay-Z Has Not Aged Well. https://www.thecut.com/article/rihanna-jay-z-video-explained-what-is-their-relationship.html
Reeperbahn Festival Deep Dive ist ein Podcast der RBX GmbH und wird präsentiert von Musikwoche. Redaktion & Recherche: Alex Barbian & Lina Burghausen Produktdesign & Produktion: Christina Schäfers, Luisa Blotzki, Lou Böhm & Michael Götting Studio: German Wahnsinn mit besonderem Dank an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Die in diesem Podcast geäußerten Meinungen und Ansichten der Hosts sowie der Gäste spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der RBX GmbH wider. Der Podcast dient als Plattform für die Diskussion von Themen und den Austausch von Expert*innenmeinungen. Alle Inhalte sollen zur Inspiration und zur Anregung von Diskussionen dienen und stellen keine offiziellen Positionen oder Empfehlungen der RBX GmbH dar.
Transkript anzeigen
00:00:04: Als ANA muss man mitgeben, mit dem was passiert dynamisch sein flexibel sein.
00:00:10: Nicht irgendwann darauf berufen.
00:00:12: das war schon immer so und das bleibt auch immer so.
00:00:14: Und es ist richtig so!
00:00:16: Die Musikwelt verändert sich rasend und damit meine ich nicht nur wie Musik gehört wird sondern auch wie sie entdeckt wird.
00:00:24: Die Geschichten der erfolgreichsten Artists unserer Zeit beginnen nicht, wie man es romantisch in Filmen sieht.
00:00:29: In einer tristen Bar, wo ein zufällig vorbeistrohnender ANA-Manager den Velster von morgen traurig auf die Gitarre herumklampfen sieht – nein sie beginnen in der Regel im Internet!
00:00:41: Big Data, TikTok Trends und KI Filter sind nur einige Buzzwords, die fallen wenn man in der Branche über die Zukunft des Arbeitsfeldes von ANAs spricht.
00:00:52: Aber was ist denn nun dran an dem Horrorszenario, das ein KI-Tool bald eure ANA Managerin ersetzt?
00:00:59: Was sind die aktuellen Entscheidungstreiber im Bereich Artist und Rapporteur.
00:01:04: Und wie werden sie arbeiten – Die ANAs der
00:01:06: Zukunft?!
00:01:07: Darüber sprechen wir heute bei Repa-Bahn Festival Deep Dive, euren Lieblings Musikbusiness Podcast präsentiert von Musikwoche!
00:01:16: Wir, das sind meine geschätzte Kollegin Lina Burghausen, Branchenlexikon und selbst mit fünf Jahren ANA-Erfahrung auf dem Tachro.
00:01:24: Und mein geschätzter Kollege Alex Barbian einer der wohl besten Musikjournalisten und Podcaste die wir in diesem Land haben.
00:01:31: Schön dass ihr wieder einschaltet!
00:01:33: Wie immer sind wir nicht die einzigen, die in dieser Folge Deep Dive zu Wort kommen.
00:01:37: Wir haben uns Expertinnenstimmen von Jan Simon Wolf, Jessica Wuttich und Adrian Hillekamp eingeholt, die uns Insights an ihre Arbeit geben.
00:01:47: Eine Anmerkung in redaktioneller Sache – wir hätten gerne noch eine Major-Perspektive in die Runde der Expertinnen dieser Folge aufgenommen!
00:01:54: Leider scheiterten unsere Anfragen an den Freigaben durch die Labels.
00:01:58: Wir nehmen diese Folge am Zweihnzwanzigsten April-Zweitausendsechs und zwanzig auf.
00:02:02: Neuere Entwicklungen und Trends können wir deshalb leider nicht berücksichtigen.
00:02:06: Unsere Quellen, weiterführende Links und Infos findet ihr wie immer an den Shownotes – und damit gehen wir rein, würde ich sagen!
00:02:16: Alex Erinnerst du dich noch an das Musikvideo zu Don't Let Me Get Me?
00:02:20: von Pink aus dem Jahr.
00:02:22: Aber hallo!
00:02:23: Das lief ja noch jahrelang regelmäßig auf MTV und hat mein Amerika-Bild im ostdeutschen Hinterland damals doch stark geprägt.
00:02:31: Ja,
00:02:31: viel jo.
00:02:32: Für mich ist dieses Video... Auch aus dem anderen Grund relativ krass im Gedächtnis geblieben, nämlich durch den Cameo-Auftritt von LA Reach.
00:02:40: Das war Pings ANA Manager der ihr in dem Video sehr zynisch im schwarzen Anzug und mit Sonnenbrille erklärt wie sie denn ein Popstar wird wenn sie alles verändert was sie ausmacht.
00:02:53: Das war das erste Mal, dass ich in der Pop-Kultur den Job des ANAs so richtig bewusst wahrgenommen habe.
00:02:59: Und mich hat es damals als Teenie echt beeindruckt dieser Erscheinung die LA Reader war!
00:03:04: Ja nicht nur dich – Der Job des Anas gilt als absoluter Traumjob im Musikbusiness und ANA-Managerinnen wie Rick Rubin oder Sylvia Robinson haben ganze Genres maßgeblich geprägt oder ihnen überhaupt erst zum Durchbruch verholfen?
00:03:21: In einem FAZ-Artikel heißt es ANA sein, ja die Halbgötter der Musikindustrie.
00:03:27: Viele von ihnen haben Popmusikgeschichte geschrieben Sam Phillips der für Sun Records zum Beispiel Elvis Presley Johnny Cash oder Roy Orbison, oder Cliff Davis, der als Mann mit den goldenen Ohren als wohl erfolgreichster ANA-Manager aller Zeiten gilt.
00:03:44: Mit Entdeckungen wie Janice Joplin und Alicia Keys.
00:03:47: Oder mein persönlicher Halbgott Oasis-Entdecker Alan McGee.
00:03:51: Und dann gibt's da noch den urbanen Mythos um die ANA-Arbeit von Jay-Z, der Rihanna bei ihrem Gespräch wohl ein wenig melodramatisch sagt.
00:04:01: Sie könne entweder den Vertrag unterschreiben und den Raum durch die Tür verlassen oder alternativ aus dem Fenster des Wolkenkratzers in dem sie saßen springen!
00:04:10: Ja, Mythos ist ein gutes Stichwort.
00:04:13: Es ranken sich wohl um kaum einen Musikbranchen-Job so viele Mythen wie um die Position des ANRs.
00:04:19: Zugleich zieht sie die romantische Vorstellung dass man ja die Lady Gaga oder den Apache II.
00:04:24: VII von morgen entdecken könnte und mit dem eigenen erlesenen Musikgeschmack die Popkultur der Zukunft gestalten kann unzählige junge Menschen an Bevor wir tiefer in das Thema einsteigen, vielleicht noch mal für alle die nicht so deep im Label oder Publishing-Business unterwegs sind nur eine kleine Definition.
00:04:43: A&R steht für Artist und Rebutor.
00:04:47: Man könnte A&A ManagerInnen so als die KuratorInnen oder die künstlerische Leitung von einem Label- oder Verlag definieren.
00:04:55: Die Scouting Bands und Soloartists, SongwriterInnen und ProducerInnen, und seien sie eben beim Label-, oder beim Verlag, für den Sie tätig sind Und gute ANAs entwickeln die Talente, mit denen sie arbeiten weiter und arbeiten eng mit ihren Acts zusammen um ihnen zum Durchbruch zu verhelfen.
00:05:13: Und das kann je nach Struktur des jeweiligen Deals den man eben hat mit den Artists vieles bedeuten.
00:05:19: Es kann bedeuten Studio Sessions zu organisieren, mitzuentscheiden welche Songs auf ein Album kommen oder das Image für den Artist mitzuentwickeln.
00:05:27: Dabei
00:05:27: steht fest, A&R Ring ist das Herzstück von Musiklabels und Musikverlagen.
00:05:32: Denn ohne erfolgreiche Artists- und eintragfähiges Frontline- und Katalogreportoirs ist kein Label oder Verlag wirtschaftlich überlebensfähig.
00:05:41: Da verwundert es nicht, dass die deutschen Musiklabells zwischen Jahrzehnten und Jahrzehnzehnte ihre Investitionen im Bereich Artist & Repertoire mehr als verdoppelt haben.
00:05:53: Musiklabels zahlten in den Jahren, dass mehr Künstlerinnen und Künstlern aus sind als noch seit Jahrzehnte.
00:06:00: Und das obwohl die Gesamteinnahmen der Labels in dieser Zeit nur um siebzehn Prozent gestiegen sind.
00:06:06: Dreiundreißig Prozent ihrer Einnahmen investieren Labels im Schnitt in die Entwicklung und Entdeckung neuer Künstlerinnen.
00:06:13: All das hat eine Studie von Oxford Economics für den Bundesverband Musikindustrie ergeben!
00:06:19: Dass sich die Ausgaben im Bereich ANR-Ring verdoppelt haben, hat mehrere Gründe.
00:06:24: Wenn man in die Studie schaut sieht man in zwei Bereichen ein Wachstum.
00:06:28: das eine sind Vorschüsse.
00:06:29: also in Vorschüße haben Labelswahlzeiten noch drei Prozent ihrer Einnahmen reinvestiert.
00:06:37: Der andere große Investitionstreber sind die Lizenzzahlungen, die sich im Untersuchungszeitraum von achtzehn Prozent auf dreientreißig Prozent gesteigert haben.
00:06:46: Im Bereich Marketing und Promotion sanken die Investition in der Zeit allerdings von zwanzig Prozent der Einnahmen nur noch sechzehntin Prozent.
00:06:54: Für
00:06:54: die steigenden Investitionen könnte es mehrere strukturelle Gründe geben, auf die die Studie nicht direkt eingeht.
00:07:01: Zum einen werden Artists heute in der Regel später und kurzfristiger geseint – nämlich oft erst dann wenn ein Thema auf Social Media trendet!
00:07:10: Darauf werden wir noch im Laufe der Folge zu sprechen kommen.
00:07:13: Das minimiert natürlich das Risiko für das Label aber natürlich wollen die Artists auch bessere Vertragsbedingungen.
00:07:21: Zum anderen wird durch die immer kürzeren und schnelleren Release-Zyklen, und die Fokussierungen auf das Singlegeschäft bei vielen Labels vermutlich auch einfach mehr gescheint.
00:07:31: Und?
00:07:31: Nicht alle Investitionen in Vorschöße und Lizenzen beziehen sich auf die Investition in neue Artists!
00:07:37: Auch der sehr boomende Bereich der Katalogkäufe fällt hier natürlich mit rein – über den haben wir ja in unserer DeepDive Folge zwanzig sehr intensiv gesprochen….
00:07:46: Von den Katalogkäufen profitieren allerdings vor allem die etabliertesten Acts und auch andere Labels, von denen die Kataluge abgekauft werden.
00:07:55: Wir fokussieren uns in dieser Folge übrigens primär auf den Aufbau neuer Talente und lassen das Thema katalogkäufe hier eher links
00:08:02: liegen.".
00:08:03: Die BVMI-Studie hat aber auch ordentlich Kritik kassiert – vor allem vom Verband pro Musik!
00:08:09: Wir können hier nicht auf alle Punkte eingehen, die der Verband angesprochen hat.
00:08:13: Aber es lohnt sich absolut sowohl ihre Stellungnahme zur Studie als auch die Reaktion vom BVMI auf die öffentliche Kritik zu lesen – beides verlinken wir euch unten in den Show-Notes!
00:08:24: Für den Kritikpunkten gehört das ich die Vertragsstrukturen im Untersuchtenzeitraum massiv gedreht haben….
00:08:31: Während das in den zwei Tausend Jahren noch deutlich üblicher war, mit KünstlerInnenverträgen zu arbeiten die die Entwicklung der Artists als Ganzes abdecken und damit viel mehr Arbeit auf Labelseite verursachen aber eben auch geringere Lizenzbeteiligungen und Vorschüsse rechtfertigen sind es heute vor allem Bandübernahme-Verträge oder reine Vertriebsstils.
00:08:51: Bei Bandübernahmeverträgen wird nur eine bestimmte fertige Aufnahme zum Beispiel von einem Album oder einer bestimmten Anzahl an Songs lizenziert.
00:08:58: Den Weg zur Aufnahme, also Studio-Sessions, Mixing und Mastering müssen die Artists selbst organisieren und zahlen.
00:09:05: Idealerweise natürlich durch ihren Vorschuss der entsprechend größer sein muss!
00:09:09: Und bei Vertriebsstils liegen auch Marketing & Promotion bei den Artists.
00:09:13: Entsprechend notwendig ist es dass auch da mehr Geld über Vorschüsse und Lizenzen ankommt – sie tragen die Arbeit ja auch die früher klassischer Weise das Label übernommen hat.
00:09:23: Wenn ihr euch mal einen Deepdive zu Vertragsarten wünscht, schreibt uns doch gerne mal eine Mail oder hinterlasst uns ein Kommentar unter dieser Folge.
00:09:31: Wir steigen jetzt hier aber erst einmal eben nur in die Lebensrealität von A&R's ein!
00:09:38: Die A&A-Sager beginnt im Jahr eighteenhundert vierneinzig mit einem mehr als alten Bekannten.
00:09:44: Ihr erinnert euch vielleicht an unsere DeepDive-Folge-Twenty zum Thema Vinylmarkt, da haben wir über den Godfather der Schallplatte über Emil Berliner gesprochen.
00:09:55: Er war es auch, der den quasi ersten ANA Manager der kommerziellen Tonträgerindustrie einstellte – den damals zwanzigjährigen Fred Geisberg.
00:10:06: Seine Aufgabe war es, lokale Musikerinnen zu scouting die beliebtes Musikreparatora für Berliners Plattenproduktion einspielen könnten.
00:10:15: Er war es auch der Enrico Caruso, über den haben wir ja auch gesprochen in der Venuelfolge unter Vertragnamen, der wederum nicht nur die erste kommerziell erfolgreiche Musikschallplatte einsang sondern auch den ersten Exklusivvertrag in der Geschichte Der Recorded Music unterschrieb.
00:10:30: das war im Jahr four.
00:10:32: In den Jahrzehnten danach hat sich die Arbeit eines ANAs gar nicht so sehr unterschiedend von der Arbeit eines Fred Geisbergs.
00:10:40: Das Mittel der Wahl, um vielversprechende neue Artists zu finden war lange Zeit primär das sogenannte Street-Scouting – also der Besuch von Liveauftritten von Artists, dass sich rumtreiben in kleinen Clubs und auf Jam Sessions um spannende Newcomerinnen zu entdecken, bevor sie auf den Radar der Konkurrenz geraten!
00:11:01: Erfolg und Misserfolg eines ANAs war damit natürlich ganz maßgeblich vom Standort abhängig.
00:11:06: Entsprechend haben die meisten ANAs in den großen Musikstätten gelebt, sich dort die Nacht um die Ohren geschlagen.
00:11:12: In New York und LA London und Hamburg waren die Chancen einen neuen Superstar zu entdecken, eben bedeutend größer als in Gelsenkirchen.
00:11:21: Klar dass es für Musiklabels und Verlage nicht nur darauf ankam selbst vor Ort zu sein sondern es ein flächendeckendes Netzwerk brauchte.
00:11:29: Deshalb werden bis heute auch externe ANA-Consultants und Freelance ANAs eingesetzt, die auch jenseits der Standorte der Musikunternehmen spannende Talente identifizieren können.
00:11:40: Eine Person, die beide Seiten sehr gut kennt – die der fest angestellten ANA ebenso wie die der Freeliance ANA ist Jessica Wuttig, die für Two Sights unterwegs ist.
00:11:52: Und sie hat uns im Vorgespräch ein paar Insights in ihren Arbeitsalltag gegeben!
00:11:57: Als freie ANA kann es sein, dass du näher am Artist arbeitest.
00:12:00: Einfach weil du im Vergleich zu einem Major-ANA hoffentlich so viele Themen parallel hast und dir die Zeit flex lieber ein Teilen kannst.
00:12:07: Aber ich würde das nicht pauschalisieren, weil das extrem von Setup abhängt.
00:12:11: Gleichzeitig fehlt der als Freelancer manchmal die Einbindung in die Strukturen also Sichtbarkeit innerhalb des Unternehmens aber tatsächlich auch nach außen Zugang zu Prozessen und vielleicht am Ende auch nahe die Möglichkeit dich bei Dingen richtig durchzusetzen.
00:12:26: Ich habe das selber erlebt.
00:12:27: Bevor ich die Festanstaltung bei TwoSights hatte, war ich ein paar Monate Freelancer und bin dann quasi in die Festanstellung gewechselt.
00:12:35: Von meiner Arbeitsweise hat sich da eigentlich nichts verändert.
00:12:38: Ich hab genauso gearbeitet und die gleiche Verantwortung übernommen wie in der Freelance-Up Position.
00:12:43: Jedoch war es auf jeden Fall einen Unterschied dass ich intern wie vor allem extern anders wahrgenommen wurde und dementsprechend auch anders eingebunden.
00:12:52: Was man dabei auch nicht unterschätzen darf, ist wie dieses Bruchfeld ja generell funktioniert.
00:12:58: N.A.
00:12:59: ist kein klassischer Nine to Five-Broadjob.
00:13:01: Man ist ultra viel unterwegs an verschiedensten Arbeitsorten also sprich im Studio bei den Artists in Meetings Sessions oder eben auch auf Festivals und Konzerten.
00:13:14: Noch mal zurück zur Geschichte!
00:13:16: Neben dem Street-Scouting, von dem wir gerade schon gesprochen haben.
00:13:19: Dem sich Rumtreiben in Backstages und Clubs sind das vor allem die klassischen Demos, die die Arbeit eines oder einer ANA bis in die zweitausender oder frühen zwei tausend zehner Jahre geprägt haben also unveröffentlichte Hörpuben sozusagen.
00:13:34: Und ich finde anhand der Entwicklung von Demos lässt sich auch super gut nachvollziehen, wie sich die technischen Möglichkeiten und die Zugänglichkeit zu Studios- und Aufnahmetechnik so über die Jahrzehnte verändert haben.
00:13:45: Ja in den frühen Stadien der Popmusik waren Demos in der Regel Proberaum oder Livemitschnitte, die an die ANAs verschickt wurden.
00:13:54: Mit der Zeit wurden diese roughen One Take Live-Recordings ersetzt durch halbwegs ausproduzierte Studioaufnahmen, die natürlich noch nicht final und fertig zu veröffentlichen waren aber zumindest einen authentischen Einblick geben konnten wie eine Single Aufnahme der Künstlerin oder Band klingen könnte.
00:14:12: Wenn ich mich an meine eigenen fünf Jahre als ANA von im Jahr ist, dann war ich da meist mit so einer Mischung konfrontiert.
00:14:20: In der Regel bekam ich ein Paket aus bereits veröffentlichten Tracks und Studio-Demos von unveröffentlichen Songs die zum Teil schon final gemixt und gemastert waren.
00:14:30: Das Demo Game hat sich auf jeden Fall hart professionalisiert und auch die Erwartungen, die Labels erneuer Signings haben sind inzwischen höher.
00:14:38: Denn final ausproduzierte Demos bedeuten dass man im Prinzip direkt nach Vertragsunterschreibung anfangen kann zu veröffentlichen aka Geld zu verdienen.
00:14:47: Bevor man sich als ANA aber viel Zeit nimmt durch Demos zu hören oder gar ein Konzert eines Artes zu besuchen schaut man heutzutage vor allem auf die Zahlen die es schon gibt.
00:14:59: TikTok oder die bisherigen Streams auf Plattformen wie Spotify.
00:15:03: Denn tatsächlich sind halbwegs objektive Messgrößen für aufkommende Hypes inzwischen mindestens genauso wichtig für ANA Entscheidungen, wie die gute Spürnase für Musik- und Erfolgspotenzial – die das einstmalig so intuitive ANA Management eigentlich immer ausgemacht hat!
00:15:21: Die gute Nachricht?
00:15:23: Durch die Digitalisierung ist der Job des ANAs deutlich weniger auf die lokale Musikszene limitiert.
00:15:29: In einer globalen Musikwelt können auch ANAs Musik vom anderen Ende der Welt entdecken oder eben aus Gelsenkirchen, Wünsdorf-Waldstadt oder Zul.
00:15:39: Dass die Arbeitsweise eines ANAs sich... parallel zur Musikwirtschaft als Ganzes verändert hat, beobachtet auch Jan Simon Wolf.
00:15:47: Jan ist seit über fünfzehn Jahren als ANA-aktiv mit Stationen unter anderem bei Universal Music und als Head of ANA für den deutschsprachigen Raum beim Musikverlag Budde.
00:15:56: Seit kurzem ist er als ANa für den Wiener Verlag Schädler Music unterwegs!
00:16:01: Ich habe mit ihm im Vorfall zu unserer Aufzeichnung über seine Wahrnehmung auf die Musikbranche gesprochen.
00:16:07: Generell hat die Musikindustrie sich an vielen Stellen für mich zu so einer fast fashion Geschichte entwickelt, wo einfach ganz viel auf den Markt kommt.
00:16:17: Was eine sehr kurze halbwärtszeit hat um eben schnell Reichweite zu generieren und in vorgegebenen Systeme durch Streaming etc.
00:16:29: Gewinne abzugreifen und nicht auf Nachhaltigkeit zu gehen.
00:16:34: Unsere Branche ist schnelllebiger geworden, so wie eben auch Trends schnelllebig geworden sind.
00:16:39: Was sich heute anschickt das nächste große Ding zu werden ist morgen gefühlt schon Stoff für die Nostalgie-Sparte und das hat Folgen.
00:16:47: Damit meinen wir nicht dass Artists auf Basis von Trends geseint werden.
00:16:51: Das ist grundsätzlich erstmal keine neue Entwicklung da muss man nur in die Musikgeschichte schauen.
00:16:57: War ein innovativer Ekt in irgendeiner Form erfolgreich, dauerte es nicht lange bis gefühlt jedes Label mindestens einen Klon von eben diesem Ekt unter Vertrag hatte.
00:17:06: Auf die Beatles folgten die Monkeys auf Nelly und Kelly Rowlands Dilemma-Folkte der Deutschrap Abklatsch Ride or Die von Trooper D'Adonn und Vanessa S., also man kann da echt in jedes Jahrzehnt gucken und findet dasselbe Phänomenen.
00:17:20: wenn etwas einmal funktioniert probiert man einfach noch mehr davon zu machen.
00:17:24: Der Unterschied zur Gegenwart liegt allerdings eben in der Kurzfristigkeit der aktuellen Trends.
00:17:30: Ist ein Thema Hot wird es möglichst schnell vom Markt weggesahnt und gepusht, aber eben auch erst dann wenn es hot ist!
00:17:37: Der langfristige Aufbau von Artists ist gerade im Bereich der Recorded Music also bei den Labels in den Hintergrund gerutscht.
00:17:46: Gleichzeitig kommt es aber auch immer wieder vor, dass extrem junge Instagram-Kids schon nach dem ersten Rap a Capella Video einen Deal angeboten bekommen und in einem Tempo in die Musikbranche geschmissen werden für das sie eigentlich kaum bereit sind.
00:18:00: Wobei's da insbesondere zwischen der Arbeitsweise von A&Rs im Major und Indie-Segment enorme Unterschiede gibt wie uns Jan Simon Wolf erzählt hat.
00:18:10: Das geht natürlich in beiden Bereichen, aber bei Major viel plakativer um den schnellen Erfolg und einen schnellen Gewinn, mit einem schnellen Umsatz.
00:18:20: Wenn der nicht eintrifft dann wird da auch schnell der Stecker gezogen.
00:18:25: Indipendent man einfach kleinere Strukturen die aus meiner Perspektive oft auch schneller und dynamischer funktionieren und agieren können aber natürlich finanzschwächer auf.
00:18:38: daher kommen Kapital an das Umgehen müssen, die Legende umgehen müssen.
00:18:43: Neue Wege finden müssen und oft auch einfach den Ansatz haben längerfristig zu
00:18:49: funktionieren.".
00:18:51: Diese Unterschiede zwischen Indies & Majors betreffen nicht nur die Art- und Weise wie Artists gescheint werden sondern auch die Vertragsgestaltung – dazu nochmal Jan!
00:19:01: Das bedeutet natürlich aber auch, dass man im Major oft von den Konditionen her die Reihen auf dem Papier gesehen vielleicht sogar besseren Konditionskrieg kürzere Auswertungszeiten höhere Vorschüsse dafür eben damit leben muss.
00:19:13: Dass man ein Stück weit in einer Higher- und Firewelt unterwegs ist und damit umgehen muss, eben independent bindet man sich oft längerfristig, was Auswertungszeiten angeht.
00:19:25: Es gibt vielleicht auch kleinere Vorschüsse mit denen man umgeben muss, kleinere Budgets mit dem man umgehen muss aber dafür wird es eben nicht so schnell verhalten gelassen weil eben auch in kleineren Strukturen ein Verlust von einem kleinen Vorschuss viel schwerer wirkt als im großen Unternehmen und dadurch aus meiner Perspektive und aus meiner Erfahrung oft gewissenhafter mit der Arbeit und der Karriere umgegangen wird.
00:19:50: Was Majors und Indies natürlich eint, sie alle müssen in irgendeiner Form wirtschaftlich handeln und brauchen entsprechende Kennzahlen an denen Sie sich orientieren können.
00:20:00: Und während Artist and Rapper Drawer lange Zeit ein Bereich war der sehr vom persönlichen Geschmack... dem Gefühl für Trends und den persönlichen Netzwerk der ANA-Manager innen abhängig war, sind es auch in diesem Feld zwischen zahlreichen KPIs bzw.
00:20:15: Keep Performance Indicator oder Leistungskennzahlen die als Fundament für Signing Entscheidungen
00:20:21: dienen.".
00:20:22: Und wo schauen ANAs hin wenn sie möglichst verlässlich neue Rising Stars entdecken wollen?
00:20:27: Richtig ins Internet!
00:20:29: Musste man sich früher als ANA rein auf sein Gespür verlassen.
00:20:33: was das Sign von Newcomer Acts anbelangt gibt es inzwischen trockene Zahlen als Guideline.
00:20:39: Was man dazu sagen muss, natürlich lässt sich kein Label und keinen Verlag wirklich in die Karten gucken wie sie arbeiten welche KPIs im Blick behalten und welche Tools sie dafür nutzen.
00:20:50: Das würde ja auch einen Wettbewerbsnachteil bedeuten.
00:20:53: denn was man bedenken muss Artists müssen ja heute gar nicht mehr unbedingt bei einem Label oder Verlag sein, um erfolgreich zu sein.
00:21:00: Es muss also nicht nur die Band- oder der- oder die Künstlerin, um die Aufmerksamkeit von Label und Verlagbühlen.
00:21:06: auch die ANA-Managerinnen stehen in enormer Konkurrenz zur anderen Label, zur anderen Verlagen vertrieben und auch zur Entscheidung einfach independent zu bleiben!
00:21:16: Ja, und wenn uns da irgendein ANA eben sagen würde, hey, da schaue ich so arbeitig.
00:21:22: Und mit diesen Tools entdecke ich neue Artes zuerst – wer die Gefahr eben groß, dass sie dann nicht zuerst zur Stelle sind um ein neues Talent unter die eigenen Fittiche zu nehmen?
00:21:31: Was aber sicher ist, Streamingzahlen auf dem digitalen Streaming-Plattform und Playlistplatzierungen in algorithmischen und kuratierten Playlisten gehören definitiv zu den KPIs, die ANAs im Blick behalten!
00:21:44: Und dann gibt es da natürlich noch den großen Musikindustrie Mythos, das insbesondere Nachwuchs-ANRs eigentlich den ganzen Tag nur TikTok Videos schauen müssen um einen viralen Moment möglichst frühzeitig zu erkennen.
00:21:57: In meiner Arbeit als ANR musste ich das zum Glück nicht machen.
00:22:00: aber natürlich spielen die Zahlen auf Social Media Plattform eine Rolle und Virada Content entgeht in dieser Branche niemandem.
00:22:08: Und auch die Demographics von den jeweiligen Profilen der Artists sind superspannende Anhaltspunkte, um mögliche Zielgruppen abzustecken und zu schauen inwiefern Label beziehungsweise Verlagsangebot oder die Künstlerinnen ein Match sind.
00:22:23: Bei etablierten Artist sind Blicke in die Ticket Sales gespielte Support Shows gegebenenfalls physische Platten- oder Merchverkäufe und Medienberichterstattung interessante Aspekte, die ein Signing in greifbarer Nähe rücken können.
00:22:38: Das Problem bei all diesen KPIs ist aber etwas, was wir bei Deep Dive schon immer mal wieder haben anklängen lassen.
00:22:45: Dass Musik und Kunst eben nicht ausnahmslos quantifizierbar sind – und Potenzial sich nicht nur an Zahlen ablesen lässt!
00:22:52: Man denke da nur an Ray die während sie bei Polidor unter Vertrag stand kein einziges Album veröffentlichen durfte mutmaßlich auch weil ihre dort veröffentlichten Singles nicht gut genug performten und ihre Reichweite als nicht groß genug eingeschätzt wurde….
00:23:07: Jetzt als Independent-Albumkünstlerin rasiert sie aber absolut alles.
00:23:11: Das
00:23:12: stimmt!
00:23:12: Die fast schon Besessenheit von KPIs und der Messbarmachung von Hypes kreiert einen ganz extremen Druck auf Artists, der so in der Form neu ist.
00:23:23: Möchte man entdeckt werden und nicht durch das KPI Raster fallen gilt es bestimmte Checkboxen zu erfüllen um den Entscheidungsmechanismen die nicht selten ja auch auf Algorithmen basieren aufzufallen?
00:23:36: Datenoptimierung ist alles und das schränkt schlimmstenfalls eben auch die Kreativität ein.
00:23:41: Ja, du hast gerade ein wichtiges Schlagwort genannt Lina – Algorithmen!
00:23:44: Dass Erfolgsaussichten inzwischen durch verschiedene KPIs berechenbar geworden sind holt natürlich Firmen auf den Plan, die genau diese Erfolgsprognose automatisieren.
00:23:55: Chatbots are scouting talent before human even listen, titelt die Musiktechfirma Beat Chain auf LinkedIn und bringt damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf den Punkt, den künstliche Intelligenz im Vergleich zu Menschen hat.
00:24:09: Sie kann Millionen von Songs und Artists gleichzeitig kennenlernen, analysieren, auf dem Schirm behalten und nach Erfolgsparametern filtern.
00:24:18: So viel kann keine ANA-Armee der Welt hören!
00:24:23: Dass KI mit großem Erfolg den nächsten großen Star prognostizieren kann, ist gar nicht unbedingt etwas Neues.
00:24:29: Lil Nas X wurde zum Beispiel durch die Zwei-Tausend-Virginen bereits ins Leben gerufene Plattforminstrumente Schon drei Monate früher als Hot identifiziert, als Columbia ihn dann finally entdeckte.
00:24:42: Inzwischen sind zahlreiche KI-Tools für ANRs auf den Markt geschossen.
00:24:46: Neben den bereits genannten Instrumente und Beatchain haben die Majors inzwischen auch eigene KI- Tools zum Scouting von Musik – zum Beispiel Soda Tone von Warner Music.
00:24:55: Allein von dem Jahr zwei Tausend neunzehnt zu zwei tausend zwanzig erhöhte sich die Zahl der Artists, die bei Warner auf Basis des besagten hauseigenen KI Discovery Tools gezeichnet wurden um ein.
00:25:06: Ich habe in einem Medium-Artikel von Amar Ajavon ein Zitat von einer Labelgründerin gelesen, die ihr eigenes Label als AI-Powered charakterisiert und erzählt das ihr Artist zu ANA Verhältnis fünfmal höher ist als im Musikbranche Durchschnitt.
00:25:22: Dabei nimmt KI vor allem die Entdeckung neuer Talente ab – ich zitiere mal aus dem Artikel.
00:25:28: The technology handles the initial discovery and ongoing performance monitoring, allowing our human team to focus exclusively on creative development and strategic growth.
00:25:42: KI kann allerdings nicht nur Metadaten und Social Media-Hypes auswerten sondern auch Musik hören in Anfangsstrichen Und das Hit-Potenzial eines Songs anhand der Popmusikgeschichte, musikalischer Hitformeln oder anderer festgelegter Parameter berechnen.
00:25:59: Ich denke da zum Beispiel an das Musiktext startup Museo aus Singapur, dass inzwischen so Soundcloud gehört und generell werden KI Tools für ANAs immer vielfältiger und individueller.
00:26:10: So wirbt das Hamburger Startup AIDAR damit, dass ihr Tool mit dem Musik-Discovery Verhalten der ANRs individuell dazu lernt und damit genau das verstärken soll was andere Tools links liegen lassen.
00:26:22: Nämlich den Instinktalentierter ANR's.
00:26:25: Kais können also sehr viel übernehmen was zur alltäglichen Arbeit von ANR gehört.
00:26:30: Daten aus Streaming Live und Social Media analysieren Muster hinter spezifischen Trends oder dem Verhalten des Publikums erkennen oder auf dieser Basis Vorhersagen treffen, sagen wie sich die Karriere eines Newcomers oder eines Mitkammer-Artists potentiell entwickelt.
00:26:48: Auf Basis von Career Twins also ähnlichen Artists prognostizieren, ob bestimmte Genre Hypeblasen platzen werden, Market Gaps identifizieren.
00:26:57: Also all dieses gilt zahlen auf dieselbe gute Nachricht ein für Labels und Verlage.
00:27:03: Einen Eck zu signen war auf dieser Basis noch nie so risikoarm wie aktuell.
00:27:09: Bei vielen Labels lag die Erfolgsrate bei neuen Signings irgendwo zwischen eins zu vier und eins zu zehn,
00:27:15: d.h.,
00:27:15: ein erfolgreicher Eck musste zwischen drei und neun Signings mitfinanzieren, bei denen es eben nicht zum Durchbruch gereicht hat.
00:27:23: Diese Streuverluste können durch die Prognosen von KI-Tools minimiert werden – also zumindest in der Theorie!
00:27:29: Wie hoch der Anteil der Signings, die sich rechnen aktuell eigentlich ist.
00:27:33: Das wäre wohl mal Stoff für eine ganze Masterarbeit.
00:27:37: looking at you Pop Academy!
00:27:39: Diese Risikominimierung ist wie du sagst ja erstmal was Gutes.
00:27:44: allerdings profitieren längst nicht alle im gleichen Maße von dieser guten Nachricht Während sich die Majors die Arbeit an eigenen AI-Tools leisten können oder entsprechende Tools einfach akquirieren, fehlt vielen Indies diese Möglichkeit aus finanziellen Gründen.
00:28:00: Für sie bleibt ANRing Handarbeit und während KI die vielversprechendsten Acts schon frühzeitig für die Major Labels aufspürt müssen Indies darauf hoffen dass noch Acts übrig bleiben die unter dem Radar eben dieser KI bleiben.
00:28:14: Kurz, die Kluft zwischen Majors und Indies vergrößert sich weiter.
00:28:19: Und natürlich macht der große Aufschwung von KI in dem Arbeitsbereich auch manchen ANAs Bauchschmerzen wie sicher ihr Job eigentlich ist wenn die KI Trends- und Erfolgschancen so super gut berechnen kann!
00:28:32: Nicht alle Musikindustrieakteurenden sehen in KI-Tools einen Allheilmittel für Risikominimierung.
00:28:39: XBMG-Chef Hartwig Maas hoch, sagte der FACC in einem Interview, Computer gestütztes ANA wird tendenziell dazu führen, dass viele zu sehr ähnlichen Ergebnissen bei der Suche nach Nachwuchsmusikern kommen.
00:28:53: Aber in der Geschichte der Popmusik gibt es jede Menge Beispiele dafür, das sich langfristig auszahlt gegen den Trend zu schwimmen.
00:29:00: Das war wohl gemerkt vor acht Jahren, dass Masuch das gesagt hat als der KI-Diskurs noch ganz anders aussah.
00:29:07: Der Kern von Masuchs Aussage bleibt aber bestehen!
00:29:10: Um gegen den Trend zu schwimmen, ist ein menschliches Gehirn das abseits eingelernter Patterns denkt von unfassbaren Wert.
00:29:18: Lina du hast sich im Vorfeld unserer Aufzeichnung auch mit Adrian Hillekramp unterhalten.
00:29:24: Adrian arbeitet als Director ANA für den Musikverlag Concorde in Berlin und sein Take zum Thema Mehrwert von KI für den ANA-Prozess fand ich extrem spannend!
00:29:35: Wir hören mal rein... AI kann ein gutes Hilfsmittel sein, speziell um große Datenmengen schneller zu verarbeiten sie zu veranschaulichen und uns somit schneller einen Überblick zu verschaffen.
00:29:46: Das große Problem dabei ist, Daten sind reaktiv.
00:29:49: Wenn etwas abgebildet wird dann ist es bereits Vergangenheit.
00:29:52: Wir können das analysieren und versuchen daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.
00:29:55: aber wir sind ja auch immer auf der Suche nach den nächsten großen Dingen Und wenn du etwas radikal Neues machen möchtest Dann musst Du das auch erst mal machen.
00:30:02: Du brauchst doch ein gewisses Gespür dafür, ob eine Person zum Beispiel in der Lage ist einen Erfolg zu wiederholen.
00:30:07: Es gibt dafür viel zu viele One Head Wander um zu sagen dass ein vielversprechender Datensatz auch eine glorreiche Zukunft garantiert.
00:30:13: und gleichzeitig gibt es aber so viele großartige Artists die vielleicht noch nicht den großen kommerziellen Erfolg hatten denen aber mit dem richtigen Setup finden könnten.
00:30:22: Ja ganz verzichtbar sind die human Expertise eben nicht.
00:30:25: das gilt insbesondere für die Bereiche Creative Development und den Umgang mit Artists selbst.
00:30:31: Auch wird eine KI die kulturellen Kontexte in denen Musik passiert, also Jugendkulturszene, gesellschaftliche Entwicklungen und so weiter wohl nie in dem Ausmaß nachfühlen können wie es ein Mensch kann.
00:30:44: Eine KI kann Daten auswerten aber Gefühle, kulturelle Communities und Schattierungen wie Humor kann sie nicht verstehen.
00:30:55: Ich würde gerne kurz nochmal auf die Aussage von Hartwig Masuch zurückkommen, die du ja vorhin zitiert hast Lina.
00:31:03: In eine ähnliche Kerbe schlägt eine Aussage vom Mark Mulligan dem Gründer von Media Research.
00:31:09: Er befürchtet durch die Digitalisierung immer stärkere Rückkopplungsschleifen in der Arbeit, wie in Zukunft Musik geschaffen und veröffentlicht wird.
00:31:18: Konkreter heißt das – DSPs wie Spotify pushen durch ihre Algorithmen bestimmte Musikstile in besonderem Maße.
00:31:27: Diese werden dann besonders häufig gestreamt sind also erfolgreicher als Songs ja diesen Styles eben nicht entsprechen.
00:31:34: Dann kommt die KI, die aus neuen Releases für den ANA-Bereich filtern soll.
00:31:39: Welche Songs vielversprechend sind?
00:31:42: Und ja das sind dann wiederum Songs, die denselben Stil dasselbe Genre, dieselbe Produktionsart haben, die eben die Algorithmen von Spotify und Co pushen.
00:31:51: Also das Ende vom Lied ist neue Musik wird immer maßgeschneidert dafür die DSPs aber verliert an Kreativität und Vielfalt.
00:32:00: Maligen sagte in einem Interview, ich zitiere.
00:32:12: Und da stellt sich mir natürlich die Frage ob... ANA-Manager erinnern nicht auch eine Verantwortung tragen für musikalische Vielfalt und dafür welches kulturelle Erbe wir für die Zukunft hinterlassen.
00:32:26: Ja, mich macht der Gedanke auf jeden Fall traurig dass wir in dreizig Jahren auf die zwei tausend zwanziger zurück schauen uns denken da klang alles irgendwie immer noch gleich.
00:32:37: Glücklicherweise gibt es aber auch heute noch genug A&Rs, die mutige Signing-Entscheidungen treffen oder Artists, die ohne Label ihren Weg gehen und die vermeintlich geltenden Regeln für erfolgreiche Musik über den Haufen werfen.
00:32:51: Wir hatten ja vorhin schon über Ray geredet als ein Beispiel von vielen.
00:32:58: Immer wieder diskutieren wir ja auch, welche Verantwortung die Musikbranche im Bezug auf problematische Songtexte und Verhaltensweisen von Artists hat.
00:33:06: Und dazu hat Jan-Simon Wolf einen sehr klaren Tag wie es um diese Verantwortung steht.
00:33:13: Der ANA hat die Verantwortung für das was die eigenen Künstler veröffentlichen Und da kann man sich auch nicht rausreden.
00:33:19: Wenn das Dinge sind, die man nicht teilt und die nicht in Ordnung sind dann ist es die Aufgabe eines A&Rs, da ins Gespräch zu gehen, sich auseinanderzusetzen und sich im schlimmsten Fall auch zu distanzieren oder eben dafür zu sorgen dass das nicht passiert weil ich natürlich immer hoffe und selber auf versuche dass in einem Gespräch über Verständnis auf beiden Seiten oder über einen respektvollen Austausch zu lösen.
00:33:43: Aber wenn das nicht möglich ist, dann ist man verantwortlich und für diese Verantwortung muss man gerade
00:33:47: stehen.".
00:33:49: ANA-Managerinnen sind also automatisch auch ein Stück weit Anti-Bullshit-GatekeeperInnen – ob sie es wollen oder nicht?
00:33:56: Für die Rolle braucht es Konfliktfähigkeit und Durchsetzungsvermögen.
00:34:00: Und das führt mich direkt zur nächsten Frage!
00:34:02: Wir haben geklärt, dass die menschliche Komponente des ANR-Rings allem KI halb zum Trotz nicht verzichtbar ist.
00:34:09: Aber welche Skills brauchen die ANRs der Zukunft?
00:34:12: Denn um in einer immer schnelllebigeren und datengetriebener Branche erfolgreich zu sein.
00:34:18: Dazu hören wir noch mal Jan Simon Wolf
00:34:20: Ich glaube das wichtigste Skill den ein ANR braucht, brauchte und brauche wird ist Freude an Musik, Freude am Subkultur.
00:34:30: Freude on Jugendkultur, Freuda an Menschen, an Austausch mit Menschen also Kommunikation seines die Künstler, seines Businesspartner.
00:34:42: man braucht diese Leidenschaft und man braucht diesen Willen und man brauchen diese Passion.
00:34:47: das soll nicht bedeuten dass man auch die Leidensfähigkeit die auf die Leitenschaft einhergeht braucht, um sich schlecht zu bezahlen und zu viel arbeiten und ausbeuten zu lassen.
00:34:59: Das ist natürlich immer auch schnell passiert und ganz wichtig und ganz betont im Übrigen besonders auf Seite der Künstlerinnen und Künstlern.
00:35:07: Aber ich glaube das ist eine Problematik, die gibt es auf beiden Seiten.
00:35:11: Und wenn man Freude an Musik hat und sich mit Musik beschäftigt, dann kann man den Künstlern die einem selbst was bedeuten und ihm selbst auch musikalischen Mehrwert geben.
00:35:21: Fast immer auch gut begleiten und beraten.
00:35:24: es gibt nicht auch das ist subjektiv meine Meinung dass einige Heimrezept wie's funktioniert.
00:35:30: Es gibt mit Sicherheit Leute die schon mal nah dran waren an so einen vermeintlichen Erfolgskonzept Dass da über eine gewisse Zeit besonders gut funktioniert.
00:35:39: als ANA muss man mitgehen, mit dem was passiert.
00:35:43: Dynamisch sein, flexibel sein und sich nicht irgendwann darauf berufen.
00:35:48: das war schon immer so und das bleibt auch immer so.
00:35:50: Und es ist richtig so Dinge die nicht funktionieren sondern im Flow bleiben in Bewegung bleiben in der Situation bleiben genießen was man tut Genießen mit wem man es tut.
00:36:02: wenn es irgendwann aufhört dann sollte man glaube ich auch aufhören A&R zu sein weil da bringt es keine mehr was nicht einem selbst und nicht den anderen.
00:36:10: Freude an Musik.
00:36:11: am Puls der Zeit bleiben bzw.
00:36:13: derzeit idealerweise drei Schritte voraus sein, proaktiv sein und vor allem ein absoluter Pro im Bereich Networking sein – das sind auf jeden Fall absolute Key Skills für ANAs damals wie heute!
00:36:27: Als ANA ist man ein Stück weit ein Krake, der zwischen verschiedenen Gewerken vermitteln muss und alle irgendwie mit ins Boot holen muss um Artists zum Erfolg zu führen.
00:36:38: Die Artists und Management selbst, das Produktmanagement, die juristische Abteilung.
00:36:43: Das Controlling- und Marketingteam und und und dafür braucht es Kommunikationsskills und keine Angst vor Multitasking.
00:36:52: Und auch Adrian Hillekamp hat noch ein paar Takes was die erfolgreichen ANAs der Zukunft mitbringen müssen.
00:36:59: Neben einem umfassenden Verständnis von Musikgeschäft braucht es Fantasie Empathie und Mut.
00:37:05: Ein umfassendes Verständnis ist wichtig, um schnell Entscheidungen treffen zu können.
00:37:08: Einsorten was möglich ist und was nicht.
00:37:10: Wir arbeiten mit verschiedensten Nutzungsrechte und Aussetzungsformen.
00:37:14: Alles dazwischen ist unser Spielplatz Eine Gleichung mit unendlich vielen verschiedenen Variablen wo am Ende Magie entstehen kann.
00:37:21: Fantasie ist wichtig um dann zu sehen wie viele Kombination eigentlich möglich sind Um kreative Ideen zu entwickeln.
00:37:27: Empathy ist notwendig um sich in die verschiedenste Akteure hineinzusetzen Und diese Ideen da noch gemeinsam auszuarbeiten.
00:37:33: Passt es alles zu der Geschichte, die erzählt werden soll?
00:37:35: Wer muss sie erzählen und an wen ist sie gerichtet.
00:37:38: Am Ende braucht es dann Mut um diese Ideen noch umzusetzen – wenn du entsprechend ein Etwas glaubst.
00:37:43: AI wird viele ANR-Aufgaben übernehmen können, die traditionell eine erste Force war für das Scouting oder auch Songplugging gebildet haben.
00:37:50: Aber diese zutiefst menschlichen Züge wird es weiter brauchen!
00:37:53: Zumal Fantasie, Empathie und Mut auch notwendig sind um in der heutigen Zeit Songwriterinnen ordentlich zu unterstützen.
00:37:58: Die ist immer schwieriger haben und oftmals viel zu wenig an Nennung zu ihrer Werke verdienen.
00:38:04: Wir haben Adrian quasi als besonderen Service für die Artists unter euch außerdem gefragt was für ihn die wichtigsten Faktoren sind um über ein Signing eines neuen Acts nachzudenken.
00:38:15: Und diese Infos wollen wir natürlich nicht.
00:38:17: Gatekeeping Es gibt für mich drei wichtige Fakturen Künstlerischer Wert kulturelle Bedeutung und wirtschaftliche Relevanz.
00:38:25: Zuallererst muss natürlich die Musik etwas mit ihr machen, durch gute Texte, großartige Melodien, spannende Sounds oder vielleicht passiert auch irgendetwas ganz Neues.
00:38:34: Im Idealver hat die Musik das Potenzial noch mehr zu gestalten.
00:38:38: Das kann sein dass die Musikmenschen glücklich macht, ihnen aus der Seele spricht eine einzigartige Geschichte erzählt oder hoffen umspendet.
00:38:45: Natürlich sollte es aus unternehmerischer Sicht einen gewissen Erfolg versprechen.
00:38:48: Etwas konkreter ist es für uns als Verlag natürlich auch spannend, wenn Songleiterinnen sehr vielfältig tätig sein können.
00:38:54: Wenn sie ein Radiohit in Hamburg einen Game-Song-Track in Tokio, einen Clubtrack in London Werbemusik in Paris oder das neue Stadiel Intro für ein Basketball Team New York schreiben können.
00:39:04: Das gibt uns verschiedenste Möglichkeiten Aber im besten Fall sorgt die Musik dafür dass du etwas fühlst Die Welt ein kleines bisschen besser wird und alle Beteiligten dafür mit einem Plus rausgehen.
00:39:14: Der Vorteil am Verlagsbereich im Vergleich zum Label-Business ist, dass es deutlich mehr Möglichkeiten gibt mit einem Signing Gel zu verdienen und die Zusammenarbeit oftmals langfristiger angelegt ist.
00:39:26: Das macht aber auch ein Teilbereich des A&Rings besonders wichtig, bei dem KI-Tools nur sehr bedingt supporten können.
00:39:32: Nämlich den Bereich Artists Development also die tatsächliche Entwicklung und der Aufbau von Künstlerinnen egal ob es da als um InterpretInnen oder SongwriterInnen geht.
00:39:42: Was Artist Development bedeutet ist tatsächlich super individuell.
00:39:46: darüber haben wir hier bei DeepDive ja auch schon in Folge elf gesprochen.
00:39:50: Gutes Artist-Development ist auf die individuellen Stärken, Schwächen und Bedürfnisse des jeweiligen Signings angepasst.
00:39:57: Und ja reicht von kreativen Support bis hin zu reiner Netzwerkarbeit!
00:40:02: In einer Welt in der es unzählige Möglichkeiten gibt Musik zu machen, gibt es nicht mehr den einen Weg, in denen Artists bei Labels und Verlagen entwickelt werden können.
00:40:12: Das hat uns auch Jessica Wuttig im Vorgespräch bestätigt.
00:40:17: Es kommt auch total auf den Artist an.
00:40:19: Also wie stark braucht die Person einen Austausch und die Betreuung.
00:40:24: Und wie sehr ist das halt gewünscht?
00:40:25: Es gibt Artists, die sehr eng arbeiten wollen und viel Input brauchen auch in musikalisch übergreifenden Bereichen und andere, die viel autonomer sind.
00:40:34: Das beeinflusst natürlich auch, wie man am Ende wirklich
00:40:37: zusammenarbeitet.".
00:40:39: Dazu hören wir nochmal Adrian Hillekamp Die ideale Zusammenarbeit zwischen Artists und ANA ist vor allem geprägt von einem Vertrauen, dass der jemand an deiner Seite ist, der dich auf deinem Weg unterstützt.
00:40:50: Und auf diesem Weg gibt es so viele Herausforderungen die vor allem von einem wirtschaftlichen Druck erzeugt werden was nicht unbedingt bedeuten musste seine Karriere daran auch zerbricht.
00:40:59: Es gibt genügend heute als gefeierte Kunstwerke geltende Gemäle die einst mal eine Auftragsproduktion waren und nicht unbedingt ein künstlerisches Statement.
00:41:08: Also aus seinem Druck kann dann auch etwas Bedeutsam ist entstehen, aber so ein Druck erfordert eben auch eine ordentliche verständnisvolle Kommunikation und auf ANA Seite die Bereitschaft sich auch intern für seine Künstlerinnen einzusetzen wenn es vielleicht mal nicht so gut läuft.
00:41:22: Grundsätzlich glaube ich das Artist-Development nie aufwört.
00:41:25: Wenn ein Signing funktioniert dann gibt es eben nur mehr Spielraum Und hier haben die Musikunternehmen einen großen Vorteil Die entsprechend Geduld
00:41:32: haben können.
00:41:34: Adrian spricht da etwas an dass Ich aus meiner eigenen Arbeit als ANA Managerin noch sehr gut kenne.
00:41:40: Du trägst als ANA die Verantwortung für beide Parteien, also den Verlag oder in meinem Fall das Label, für das du arbeitest und für die Artists, die du seinst.
00:41:49: Du bist ein Stück weit der Couch-Choke zwischen den Träumen und Ambitionen deiner KünstlerInnen und den wirtschaftlichen Interessen deiner Firma.
00:41:56: Das ist super wenn beide Partein dieselbe Idee von der Zusammenarbeit haben, die jeweiligen Ziele ein Match sind und die gemeinsamen Pläne am Ende auch aufgehen.
00:42:05: Herausfordernd wird es dagegen, wenn dem nicht so ist.
00:42:08: Es gibt so einen schönen, leicht zynischen Spruch.
00:42:11: Wenn eine Artist-Karriere gut läuft ist der Arzt's Schuld und wenn sie schlecht läuft dann ist er ANA-Schuld.
00:42:18: Lässt sich auch flexibel durch Management austauschen.
00:42:21: Am Ende eint beide Positionen dass es nicht nur die kreative Vision und das Verständnis für Musik braucht sondern auch und vor allem massive People Skills
00:42:31: Denn trotz des Siegeszoges von KI ja auch im Bereich Artist & Rappertra bleibt der Beruf des ANRs ein Peoples Business.
00:42:39: Dass das so bleibt ist keine diffuse Hoffnung, sondern offenbar auch etwas von dem die HR-Abteilungen großer Musikfirmen selbst überzeugt
00:42:47: sind.".
00:42:47: So gibt es bei Sony Music seit Jahrzehntausendundzwanzig die ANR Academy – ein zwölfmonatiges Trainee-Programm für aufstrebende ANR's, bei denen mehrere Sublabels durchlaufen werden und mit Sicherheit mehr gelernt wird als KI-Analysen zu lesen und TikToks zu schauen!
00:43:03: Zugleich sind die Umbrüche in der Musikbranche wohl nirgendwo so unmittelbar und klar nachspürbar wie in den Büros von ANA-ManagerInnen.
00:43:12: Wer geseint wird, zu welchen Konditionen und mit welchen Verträgen und ja, wie die Talente von morgen entwickelt werden – das alles passt sich regelmäßig an die neuen Realitäten des Businesses an!
00:43:25: dass heute ein nicht unwesentlicher Teil des ANA-Budgets nicht unbedingt in die Entwicklung neuer Artists geht, sondern in den Kauf von etablierten Repertoires das Künstlerinnen erst gescheint werden wenn sie auf TikTok durch die Decke gehen und das diels immer flexibler kurzfristiger und mit mehr Eigenleistung der Artists gestaltet werden sind Symptome für diese Entwicklung.
00:43:48: Und wir sind ja noch lange nicht am Ende dieses Wandels angekommen.
00:43:51: Der Copyright und Innovations-Experte Tomasu Rochi hat in einem Beitrag auf dem Chartmetric Blog die Prognose gewagt, dass sich die Aufstellung von ANA Teams grundsätzlich verändern werde!
00:44:03: Er geht von einer Aufteilung aus in ein Data-Team, das sich eben mit möglichst passgenauen KI-Prognosen um neue Talente befasst und in einen Cultural and Production Team.
00:44:14: Letzteres identifiziert aus den Daten dann die echten Talente.
00:44:18: Es versteht, wie die Branche tickt, wo ein Musikakt an aktuelle kulturelle Needs anknüpft und wie man einen Artist positioniert.
00:44:26: Als dritten Teil moderner ANA-Teams nennt Rocci einen Bereich den er Artist Relations and Mental Health nennt.
00:44:33: Hier geht es um den menschlichen Teil der Zusammenarbeit zwischen Label bzw.
00:44:37: Verlag – und Artist!
00:44:38: Und auch darum aufzupassen dass die Artists in diesem Strom aus Daten und Erfolgstruck nicht unter die Räder kommen.
00:44:45: Besonders schön finde ich wie Rocci die Zukunft der Arbeit von ANRs mit folgenden Worten beschreibt.
00:44:56: Was man zweifelsohne sagen kann, wie auch immer die Branche sich entwickeln wird.
00:45:04: Natürlich sind DNAs im Vorteil, die sich auf den stetigen Wandel einstellen, neugierig und anpassungsfähig sind und es schaffen ihre Artists in diese schöne neue Musik-Businesswelt mitzunehmen!
00:45:17: Dazu hören wir zum Abschluss nochmal Jan Simon Wolf.
00:45:20: Wir arbeiten in der Branche, die extrem flexibel, extrem dynamisch, extrem jung, extrem innovationsgetrieben ist.
00:45:28: Wenn in deren Branche irgendwann keine Schifts mehr stattfinden dann ist sie zu Ende.
00:45:34: deswegen bin ich froh um alles was passiert.
00:45:38: Ich glaube da muss man sich oft darauf einstellen.
00:45:40: das auch irgendwie erreicht diese Industrie und ich bin gespannt was da in Zukunft alles noch kommt und passiert.
00:45:47: Und da sind wir auch schon am Ende unseres Deed-Dives in das Arbeitsfeld der ANA's, der Zukunft.
00:45:52: Bevor wir uns aber von euch trennen gibt es ja noch unsere Lieblingskategorie.
00:45:56: die gute Nachricht aus der Branche.
00:45:59: Lina ich finde du bist mal wieder dran und kannst uns da eine Good News präsentieren.
00:46:06: Nichts lieber als das!
00:46:08: Meine gute News ist, die Bewerbungsphase der Music Business Summer School ist noch bis dreißigsten Juni geöffnet.
00:46:14: Ich finde das ist ein total wertvolles Angebot und zwar nicht nur für Leute, die neu in der Branche sind.
00:46:19: Ich habe vor zwei Jahren den Music Publishing Summer School belegt und für mich war es echt ein riesiger Mehrwert mal in das für mich bis dahin komplett fremde Themen fällt Copyright- und Musikverlagswesen einzusteigen.
00:46:30: Deshalb finde ich, dass es eine echt tolle Nachricht, dass dieses Angebot auch im Jahr auch wieder gibt.
00:46:37: Empfehlung sich da mal zu bewerben und ein bisschen vielleicht auch gewerkfremde Luft zu schnuppern.
00:46:43: Ja, Knowledge immer eine gute Nachricht.
00:46:45: danke fürs Teilen Lina!
00:46:49: Dank natürlich auch an unsere ganz wunderbaren Expertinnen in dieser Folge.
00:46:53: Reperband Festival Deep Dive.
00:46:55: das waren Jan Simon Wolf, Adrian Hillekamp und Jessica Wuttig.
00:46:59: wir wissen dass A&Rs echt nicht gern aus dem Nähkästchen plaudern.
00:47:03: umso toller dass sie uns für Gespräche zur Verfügung standet.
00:47:07: Danke außerdem an unser tolles Team hier im Studio von German Wahnsinn.
00:47:11: An Lu, Michi, Hajo, Dominik Nele und ja auch im wohlverdientesten Urlaub überhaupt!
00:47:18: An Louisa und an Lisa und das ganze Musikwoche-Team.
00:47:22: Und last but not least natürlich danke an dich Linas weil wir wie immer ein inneres Blumen pflücken.
00:47:28: Natürlich auch an dich.
00:47:28: Danke lieber Alex dass du für diese Musikbranche Nerd Talks immer so am Start bist.
00:47:33: das weiß ich jetzt schätzt.
00:47:35: Danke euch allen da draußen, dass ihr wieder dabei wart bei Reaper Band Festival Deep Dive euren Podcast aus der Musikbranche für die Musikbranche.
00:47:43: Und wenn ihr Feedback habt, ihr wisst wie ihr uns erreichen könnt.
00:47:46: Die E-Mail Adresse ist deepdiveklein und zusammen at reberbandfestivalkleinen und zusammen.com.
00:47:52: Lasst uns immer gerne Bewertung dar, Kommentare!
00:47:55: Wir freuen uns immer mega, euer Feedback zu bekommen.
00:47:58: Reperbahn-Festival Deep Dive ist ein Podcast der RBX GmbH und wird präsentiert von Musikwoche.
00:48:03: Redaktion und Recherche, Alex Barbian und Lina Burghausen.
00:48:07: Produktion, Produktdesign und Vermarktung, Christina Schäfers, Luisa Blotski, Lou Böhm und Michael Götting Studio German Barnsen.
00:48:15: mit besonderem Dank an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
00:48:19: bis bald zum nächsten
00:48:20: Deep Dives!
00:48:21: Tschüss.
Neuer Kommentar